Hochschulen für den öffentlichen Dienst vergeben erstmals Förderpreis

Die 24jährige Momo Stein, Absolventin der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern, ist am 25. Oktober 2017 in Gotha für ihre Bachelorarbeit „DNA der Pflanzen – eine neue Möglichkeit, um Straftaten aufzuklären?“ mit dem erstmals ausgelobten Preis der Hochschulen für den öffentlichen Dienst ausgezeichnet worden. Die junge Polizeikommissarin überzeugte die Jury mit ihrer Arbeit, die Möglichkeiten und Verfahren aufzeigt, Pflanzen-DNA am Tatort zu sichern und somit Beweismittel für das Strafverfahren zu erlangen. Dafür hat sie eigens ein Spurensicherungsprotokoll entwickelt. Außerdem legt sie in ihrer Arbeit dar, welche Verfahren genutzt und mit welchem Beweiswert pflanzliche DNA ausgewertet werden können.

Die Absolventin der Fachhochschule hat sich gegen Mitbewerber/innen von 37 anderen Hochschulen und Fachbereichen, die für den öffentlichen Dienst in ganz Deutschland ausbilden, durchgesetzt. Die 38 Mitglieder der Rektorenkonferenz, die derzeit etwa 45.000 Studierende repräsentieren, waren im Frühjahr dazu aufgefordert, für den vom Deutschen Beamtenbund gestifteten Geldpreis Arbeiten einzureichen.

Die Direktorin der Fachhochschule, Dr. Marion Rauchert, zeigt sich mit der Auswahl der Arbeit durch die Jury, die aus den Präsidiumsmitgliedern der Rektorenkonferenz besteht, sehr zufrieden. „Ich freue mich, dass Momo Stein für ihre wissenschaftlich sehr gelungene Arbeit zu einem bisher kaum erforschten Thema ausgezeichnet wurde. Dieser schöne Erfolg bestätigt auch den Kurs unserer Hochschule. Dabei sind uns die interdisziplinäre Ausrichtung von Lehre und Forschung und hohe Qualitätsansprüche an methodische Kompetenzen genauso wichtig wie die praktische Relevanz der Ergebnisse.“

Momo Stein, die nach ihrem Bachelor-Abschluss im September 2016 zunächst bei der Bereitschaftspolizei in Schwerin eingesetzt war und seit diesem Monat als Streifenführerin im Polizeirevier Heringsdorf tätig ist, war überrascht, als sie von ihrer Auszeichnung als erste Preisträgerin erfuhr. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich für meine Bachelorarbeit einen Preis erhalte, bin aber stolz darauf. Besonders freut mich, dass das interessante und bisher leider wenig bekannte Thema meiner Arbeit so viel Aufmerksamkeit erhält. Die DNA-technische Auswertung pflanzlicher Spuren bietet großartige, neue Möglichkeiten hinsichtlich der Aufklärung von Straftaten, derer wir uns nicht verschließen sollten.“

Es ist bereits die zweite bundesweite Auszeichnung für eine Absolventin der Fachhochschule innerhalb von zwei Jahren. Für ihre wissenschaftliche Abhandlung über die Wirkungsweise offener und geschlossener Fragen für den Verlauf einer Vernehmung bei Kindern erhielt die Polizistin Eva-Maria Fedder am 24.02.2016 den „Zukunftspreis Polizeiarbeit 2016“ vom Europäischen Polizeikongress.

Dr. Marion Rauchert, Direktorin der FHöVPR M-V / Foto: FHöVPR M-V