Zwischen bösen Wölfen und unglücklichen Hühnern

Man merkt es deutlich. Deutschland und M-V befinden sich im Sommerloch. Die Nachrichtenlage ist übersichtlich. Nach wie vor gibt es das gleiche Elend allerorten, unsere Spitzen-Kräfte sind im Sommer-Urlaub, obwohl weder Kräfte noch Sommer spitzenmäßig sind.

Was ist mit den Wolfsgesetzen im Kapitalismus?

Es wird momentan allerdings wieder heftig über die Wölfe hierzulande gestritten, ob man diese nun jagen soll oder nicht. Die „Rotkäppchen-Fraktion“ ist für die Jagd auf die Wölfe, die Kapitalismus-Fans sind natürlich gegen diese Jagd, die Grünen wollen zwischen „guten“ und „bösen“ Wölfen unterscheiden, die CDU danach, ob diese nun bei der Stasi waren oder nicht und objektiv Urteilende plädieren dafür, dass man ebenfalls danach differenzieren sollte, wen Wölfe fressen: Bei Großmüttern ist es okay, das entlastet die Rentenkassen.  Junge Frauen eher nicht, die demografische Entwicklung ist eh im Keller.

Was bedeuten die Wolfsgesetze für die SPD?

Das gilt nach wie vor für die Umfragewerte der SPD. Staunende Beobachter fragen sich schon, wo der „Schulz-Boom“ geblieben ist. Etwa zerplatzt wie eine Seifenblase?  Nun wankt auch die einstige SPD-Hochburg Niedersachsen – erst der Diesel-Skandal bei VW, dann wechselt ein „Grünkäppchen“ nicht etwa zu den „Rotkäppchen“, sondern gleich weiter zu den „Schwarzkäppchen“  – und dann muß sich Niedersachsens  MP Weil noch vorwerfen lassen, der „vierte Pressesprecher bei VW“ zu sein.

Warum eigentlich nur der vierte? Wie heißt es schon in Schillers „Bürgschaft“: „… Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte…“  – Tja, Herr Weil ist eben nicht Friedrich Schiller.

„Blitz gemerkt“…

Unsere Blitzmerker bei den Massenmedien reiben sich inzwischen verwundert die Augen: Nachdem unter Präsident Trump der Untergang Amerikas prophezeit wurde,  müssen unsere investigativen deutschen Journalisten  plötzlich feststellen, dass die wirtschaftliche Entwicklung Amerikas floriert, die kulturelle amerikanische Hegemonie ungebremst ist, die USA in den olympischen Kernsportarten, wie Turnen, Schwimmen oder Leichtathletik „first“ sind und die Amerikanerinnen bzw. Amerikaner weiter müde Deutschland belächeln!

Auch Russland unter Putin ist alles andere als „auf dem absteigenden Ast“… Dafür jagt in Deutschland ein Skandal den nächsten, werden Großprojekte in den Sand gesetzt, ist man nur noch im Herren-Fußball oben auf und labt sich an geschönten Statistiken. Und die politische Elite nebst ihren medialen Begleitmusikern leidet an zunehmend chronischem Realitätsverlust.

Neue Eier braucht das Land

Was würde Torwart-Titan Olli Kahn wohl an dieser Stelle sagen: „Eier, wir brauchen Eier!“. Aber bitte keine Fipronil-Eier aus Belgien. Da hat uns ja „Hercule Poirot“ wirklich etwas wenig Geschmackvolles ins Sommernest  bzw. Sommerloch gelegt… Na ja, zur Not greift man eben zur fettigen belgischen Praline. Ansonsten gilt wohl: Neue Eier braucht das Land.

Hoffen wir mal auf keine „wahlkampftechnische Eierei“ in den kommenden Wochen. Das Omlett wird uns ja am 24.September serviert.

Marko Michels

Foto (Michels): Glückliche Küken von glücklichen mecklenburgischen Hühnern. Ein „Oster-Thema“ eiert im Sommerloch – und zu Weihnachten hoppelt der Hase! Zwischendurch, am 24.9., kommt der politische Weihnachtsmann…