Botanischer Garten der Universität Rostock organisiert größte niederdeutsche Veranstaltung des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern (M-V)

Besucher im Botanischen Garten der Universität Rostock anlässlich des 3. Plattdütsch-Bäukerdag im Jahr 2016 (Copyright: Universität Rostock/Botanischer Garten).

Das hat es in Rostock noch nicht gegeben: eine Plattdeutsche Kulturwoche. „Plattdeutsch hat etwas Vertrautes, schafft Nähe und baut auch Hemmschwellen ab“, sagt Werner Brinckmann der seit Jahren ehrenamtlich für den Botanischen Garten tätig ist und gemeinsam mit dem Plattdütsch-Verein „Klönsnack-Rostocker 7“, dem Botanischen Garten der Universität Rostock, dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern und dem Freundeskreis „Botanischer Garten“ diese Kulturwoche organisiert hat.

Brinckmann lebt die Sprache mit Leidenschaft und engagiert sich jedes Jahr beim Plattdütsch-Bäukerdag im Botanischen Garten. Doch in diesem Jahr findet vom 3. bis 10. Juni 2018 eine ganze Plattdeutsche Kulturwoche in der Hansestadt Rostock statt Auftakt der Kulturwoche ist der jährlich stattfindende Plattdütsch-Bäukerdag am 3. Juni 2018.

Hintergrund der Plattdeutschen Kulturwoche ist das 800-jährige Jubiläum der Hansestadt Rostock in diesem Jahr und das bevorstehende 600-jährige Universitätsjubiläum 2019. Werner Brinckmann und Partner hatten bereits vor vier Jahren die Idee, diese Veranstaltung in der Hansestadt Rostock stattfinden zu lassen.

Der Kustos des Botanischen Gartens, Dr. Dethardt Götze, ist von dem Engagement begeistert und sagt: „Bei der niederdeutschen Sprache handelt es sich um unsere Landessprache, die beim 800-jährigen Stadtgeburtstag nicht nur als museales Kulturgut betrachtet, sondern in allen Bereichen des Lebens aktiv gelebt werden sollte.“ Der Botanische Garten als Bildungseinrichtung biete hierfür eine Plattform, um das Plattdeutsche auch über den Gebrauch im botanischen Kontext hinaus lebendig zu halten.

„Wir bieten einen bunten Blumenstrauß von Veranstaltungen an“, sagt Brinckmann: Plattdeutsch in allen Facetten: Buchausstellung, Führungen, Lesungen, musikalische Programme und ein plattdeutscher Gottesdienst. Den hält Pastor Peter Wittenburg i.R. in der Warnemünder Kirche. „Platt snacken – dat ist Heimat“, sagt Brinckmann.

„Es wird die größte plattdeutsche Veranstaltung des Jahres in M-V“, ist der 76-jährige Organisator stolz und begründet: „Wir müssen unser Sprach-und Kulturgut hegen und pflegen.“ Auch deshalb findet die Veranstaltung nicht nur im Botanischen Garten statt, sondern auch an anderen Orten der Stadt. Sowohl im Kulturhistorischen Museum als auch im Kloster zum Heiligen Kreuz erklingen plattdeutsche und maritime Lieder.

Es gibt beispielsweise auch eine plattdeutsche Stadtführung und ein plattdeutsches Unterhaltungsprogramm im Mehrgenerationenhaus Lütten Klein. Und Plattdütsche Kinnergruppen wiesen uns, wat sei liehrt hebb‘n. Rostocker und ihre Gäste könn`n sick Bäuker ankieken, die ok köpen und at Wossidlo-Archiv besäuken.

Das ist so richtig nach dem Geschmack von Rostocks Kulturamtsleiterin Dr. Michaela Selling. Die gebürtige Thüringerin lebt seit 34 Jahren in Rostock und hat, wie sie sagt, „Plattdeutsch lieben  gelernt. Das ist ein identitätsstiftender Faktor, der gehört bewahrt zu werden. Man müsse wissen, wo die Wurzeln sind. Das Plattdeutsch inzwischen als Schulfach eingerichtet sei, finde ihre volle Unterstützung“, sagt Michaela Selling.

Die Schirmherrschaft für die plattdeutsche Kulturwoche hat die Bildungs- und Kulturministerin Birgit Hesse übernommen. „Plattdeutsch lebt davon, dass es gesprochen wird“, betont Birgit Hesse. „Die erste Plattdeutsche Kulturwoche in Rostock bietet dazu viele Gelegenheiten.

Der Plattdütsch-Bäukerdag im Botanischen Garten ist nun schon eine kleine Tradition geworden. Er findet bereits das fünfte Mal statt. Die Veranstaltungen der Kulturwoche sollen dazu beitragen, den Teilnehmerkreis zu erweitern und noch mehr Menschen anzusprechen. „Ich freue mich über diese Initiative und über das ehrenamtliche Engagement, die plattdeutsche Sprache lebendig zu halten“, lobt Hesse.

Doch ohne Sponsoren ist die Veranstaltung nicht umsetzbar: Die Stiftung für Ehrenamt und bürgerliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern, die Rostocker Volks- und Raiffeisenbank, das Bauunternehmen Groth und der Förderverein Leuchtturm Warnemünde, sie alle unterstützen die Plattdeutsche Kulturwoche. Text: Wolfgang Thiel

Programm zur Plattdeutschen Kulturwoche:

  1. Juni 2018:

10.00-17.00 Uhr: 5. Plattdütsch-Bäukerdag

Botanischer Garten, Hamburger Str. 28, 18069 Rostock

  1. Juni 2018:

10.30 Uhr/14.00 Uhr: Besuch des Wossidlos-Archivs

Institut für Ethnologie/Volkskunde, Am Reifergraben 4, 18055 Rostock

  1. Juni 2018:

14.30 Uhr: Plattdeutsche und maritime Lieder

Kulturhistorisches Museum Rostock, Klosterhof 7, 18055 Rostock

  1. Juni 2018:

12.15 Uhr: Plattdeutsche Stadtführung

Vorplatz Rathaus, Neuer Markt, 18055 Rostock

  1. Juni 2018:

14.00-17.00 Uhr: Plattdeutsche Autorenlesungen

Botanischer Garten, Hamburger Str. 28, 18069 Rostock

  1. Juni 2018:

15.00 Uhr: Plattdeutsches Unterhaltungsprogramm

Mehrgenerationenhaus, Turkuer Str. 59, 18107 Rostock

  1. Juni 2018:

15.00-17.00 Uhr: Plattdütsche Kinnergruppen wiesen uns, wat sei liehrt hebb’n

Botanischer Garten, Hamburger Str. 28, 18069 Rostock

  1. Juni 2018:

10.00 Uhr: De plattdütsche Kulturwoch‘ willen wi hiermit afsluten

Warnemünder Kirche, Kirchenplatz 1, 18119 Rostock

Pressemitteilung der Universität Rostock