Chancen der Digitalisierung für die Landwirtschaft

Landwirt Michael Kühling (links) und Dr. Jürgen Buchwald beim Fachforum Digitalisierung in der Landwirtschaft, Fotocredits: A. Wiebe – MeLa-Presseteam

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft war Thema des Fachforums auf der 28. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau in Mühlengeez. Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Prof. Dr. Eike Stefan Dobers, Hochschule Neubrandenburg, Michael Kühling, studierter Landwirt aus Zemmin und Dr. Jörg Brüggemann, Moderator und Leiter der LMS Agrarberatung GmbH in Schwerin, diskutierten mit Landwirtinnen und Landwirten und bezogen Stellung zu den Chancen und Risiken der Digitalisierung.

„Die Zukunft hat längst begonnen und rasant wachsende Datenmengen sind im Stall längst Realität“, sagte Dr. Jörg Brüggemann in seiner Eröffnungsrede. „Aus meiner Sicht überwiegen ganz klar die Vorteile, bei der die Digitalisierung für die Landwirtschaft einen großen Umbruch bedeutet.“

„Automatisierte Arbeitsprozesse sind in vielen Betrieben bereits Standard“, sagte Dr. Jürgen Buchwald. „Sie prägen den landwirtschaftlichen Alltag auf dem Feld, im Stall und im Büro. Deshalb hat die Landesregierung das Thema Digitalisierung zum Schwerpunktthema gemacht.“ Insgesamt 1,5 Milliarden Euro aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes werden für die Digitalisierung im Land bereitgestellt. 1,3 Milliarden davon sollen in den Ausbau eines schnellen Internets fließen.

„In erster Linie geht es mir darum, die klaren Vorteile der Digitalisierung zu nutzen, deshalb haben wir uns 2014 zu einem „digitalen Büro“ entschieden und diesen Schritt bis heute nie bereut“, erzählte Michael Kühling, der den modernen Landwirtschaftsbetrieb im Landkreis Vorpommern-Greifswald gemeinsam mit seinem Bruder Andreas Kühling ständig weiterentwickelt und schon heute in großem Umfang Daten erfasst und bearbeitet.

„Ich sehe ein großes Potenzial, um die Vorgänge und Arbeitsprozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen, aber wichtig ist, das richtige Werkzeug zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen“, erklärte Prof. Dr. Eike Stefan Dobers. Dabei muss jedoch der gesetzliche Datenschutz über die personenbezogenen Daten hinaus auf die Betriebs- und Geschäftsdaten ausgedehnt werden. „Die Landwirte müssen die Hoheit über ihre Daten behalten und nicht zum „gläsernen Landwirt“ werden“, so das einstimmige Resümee der Forumsteilnehmer.

Pressemitteilung, Ann-Kristin Hanell Tel. MeLa-Pressebüro