Chemie-Studenten in Rostock präsentieren Schülern Schau-Vorlesungen

Brauen von „chemischem Bier“ – Eine Redoxreaktion mal ganz anders, die Lilian Szych vorführt Copyright: Universität Rostock / Jonas Surkau

Promotions-Studentin Lilian Szych von der Universität Rostock, ist von ihrem Fach, der Chemie, begeistert. Mit einem Team von sechs weiteren Studierenden hat sie Rostocker Schüler der Mittelstufe mit einer Schau-Vorlesung begeistert. „Oft ist es so, dass Chemie im Schulunterricht als theoretisch und trocken empfunden wird“, sagt die 23-Jährige. „Gegen dieses Image wollen wir angehen und Schülern zeigen, dass das Fach sehr anwendungsbezogen und richtig spannend ist“.

Die Labore auf dem Campus Südstadt bieten für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beste Forschungsmöglichkeiten. Im Hörsaal, in dem normalerweise Studierende der Chemie in die Grundlagen des Faches eingeführt werden, nahmen jetzt 130 Schüler aus dem Christophorus Gymnasium Platz.

Während der Vorlesung konnten die Schüler auch selbst kleinere Versuche machen, beispielsweise eine Rose in flüssigen Stickstoff tauchen und dann beobachten, wie die Königin der Blumen sekundenschnell hart und spröde wird. Warum, wollen die Schüler wissen? Das Wasser in ihren Zellen gefriert schlagartig, weil der flüssige Stickstoff fast minus 200 Grad Celsius kalt ist. Um nicht nur auf dem Labortisch bunte Leuchteffekte zu erzielen, sondern auch den Schülern ein Licht aufgehen zu lassen, gibt es zu jedem der durchgeführten Versuche eine entsprechende Erklärung, dem Lernniveau der anwesenden Schüler entsprechend.

Professor Axel Schulz hat die Patenschaft für dieses Studierenden-Projekt übernommen. Die Chemiker um ihn ziehen im Laboralltag alle Register, versuchen beispielsweise dem Nährelement Phosphor neue Geheimnisse zu entlocken. Unter Laborbedingungen stellen die Rostocker Chemiker hochreaktive Phosphor-Verbindungen her, die gewissermaßen „unzufrieden“ mit ihrer chemischen Bindungssituation sind. Was ist die Folge? Stabile Moleküle wie Kohlenstoffdioxid können mit diesen Phosphor-Verbindungen leicht reagieren und neue Verbindungen bilden.

Die Vielseitigkeit ist es, was die Studenten so an dem Fach reizt. „Als Chemiker setzen wir uns intensiv mit unserer Umwelt auseinander und verstehen Alltägliches ganz anders.“ Diese Botschaft möchten die Studenten auch in weitere Rostocker Schulen tragen. Chemie-Lehrer oder Schüler, die Interesse an einer Schau-Vorlesung haben, können sich gerne bei Lilian Szych melden.

Pressemitteilung der Universität Rostock / Wolfgang Thiel