Am Freitag, dem 6. November um 19.30 Uhr wird die Baumhaus am Alten Hafen die Ausstellung  „Der wilde Mann“ eröffnet. Gezeigt  werden  Malereien von Tiemo Schröder.

Der wilde MannZu dieser aktuellen Ausstellung hat uns Tiemo Schröder seine Gedanken zur Entstehung seiner Bilder mitgeteilt. Er schildert sehr plastisch, dass es vor allem der Weg zu seinem Atelier in Lübeck ist, auf dem er den Himmel und die Wolken beobachtet, auf dass seine Gedankenwolken entstehen. Es sind Gefühle, es sind Worte frei von eigenem Sinn wie „sannu“, „pftah“, „raraunao“ oder „nachta“, die in seinem Kopf entstehen, die, beeinflusst durch sein psychisches Befinden, ihn „weiterarbeiten“ lassen.

Tiemo Schröder schreibt nichts von „Inspiration“ oder „Bildfindung“ – aber viel von „Arbeiten“, von Bildern, die schon begonnen wurden, und vom „Weiterarbeiten“ – das „Arbeiten vor den Bildern“ in einem „losgelösten Zustand“, wenn jede Farbe, jede Form, die beim Betrachten des angefangenen Bildes entsteht, gleich etwas Neues weckt – und uns doch wieder das Innerste des Künstlers öffnet: „In jedem Detail steckt etwas von uns“. (Zitat)

Wir sehen einen Bewusstseinsstrom, den Tiemo Schröder auch im Katalogtext abbildet – indem er 40 verschiedene Begriffe für Blautöne scheinbar wahllos in den Text einbaut.
Die Texte von Tiemo Schröder sind nicht bequem und einfach zu lesen, offenbaren aber viel: Das Werden der Gedankenwelt und das Entstehen der Bilder bei ihm. Auch seine Erläuterungen zu den Ordnungsprinzipien des „Wilden Mannes“ im Katalog von „Geist“ über „Körper“ und „Herz“ bis „Seele“ funktionieren so – allerdings nicht mit Bezeichnungen für Blautöne, sondern mit den vielen Nicht-Worten, die sich in seinen Gedanken bilden – „ochto“ und „tolasah“ zum Beispiel, oder „foromoh“ und „kasadoh“.
Seine Arbeiten bilden nichts Gegenständliches ab. Vielmehr findet sich der Betrachter  dem freien Spiel von Fläche und Farbe ausgesetzt. Die Komposition der Lithografie baut sich auf aus Blautönen, ergänzt um Grau, verschieden farbige und förmige, in sich sehr malerische Farbflächen, dabei durchscheinend staffeln sich in die Tiefe des Raums.
Am Abend der Ausstellungseröffnung wird Tiemo Schröder auch zu seinen Bildern aus Texten lesen.

Die Arbeiten der Malerei von Tiemo Schröder können bis zum 29. November 2009 dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden.