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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Lagerbordelle – Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern

Am Donnerstag, dem 15.10.2009, wird um 15.00 Uhr die Sonderausstellung „Lagerbordelle.Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern“ in der 3. Etage im Kraftwerk Peenemünde eröffnet.

Jahrzehntelang wurde die Existenz von Bordellen in Konzentrationslagern entweder gänzlich verschwiegen oder nur knapp erwähnt. Hintergrund der Errichtung von Bordellen in Konzentrationslagern war der zunehmende Arbeitseinsatz von Zwangsarbeitern in der Rüstungsindustrie ab 1941. Zwangsarbeiter, die in der NS- Diktatur arbeiteten, konnten zum Teil in diese speziellen Bordelle gehen, in denen Frauen aus dem KZ zur Prostitution gezwungen wurden.

Die Bordelle, die die SS ab 1942 in zehn Lagern hatte, sollten als Leistungsanreiz dienen, um die Produktivität der Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie zu erhöhen. Besuche in den so genannten Sonderbaracken waren ein Teil eines abgestuften Prämiensystems, das aber nicht für alle Zwangsarbeiter galt. Die Idee ging von SS-Führer Heinrich Himmler aus. Die meisten Frauen, die zur Prostitution gezwungen wurden, wurden in Ravensbrück rekrutiert, wo zwischen 1939 und 1945 mehr als 130.000 Frauen aus mehr als 40 Ländern inhaftiert waren.Mit dieser Wanderausstellung, die das Schicksal der Frauen und die Existenz von KZ- Bordellen dokumentiert, wird dieses Thema aufgearbeitet. Was ist zu sehen? Gezeigt werden mehr als 150 Dokumente und Fotos zum Thema Lagerbordelle. Vier Hörstationen informieren über ehemalige Sex- Zwangsarbeiterinnen und männliche Besucher der Bordelle. Einführende Tafeltexte stellen Aspekte der Thematik vor, die jeweils vier Themenbereichen zugeordnet sind. Zur vertiefenden Lektüre werden Dokumente und Texte in Ordnern und Klappbüchern angeboten.
In Vitrinen werden Dokumente und Fotos zur Geschichte der zehn Lagerbordelle gezeigt. Die Sonderausstellung „Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern“ wird am 15.10.2009 um 15.00 Uhr vom Direktor des HTI Peenemünde, Herrn Christian Mühldorfer-Vogt und Frau Dr. Christa Schikorra/ wissenschaftliche Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück eröffnet und wird bis zum 22. November 2009 im Peenemünder Kraftwerk zu sehen sein.

P. Profe


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