Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Junioren-WM im Rudern mit drei MV-Medaillen

Carolin Dold rudert im Achter zum JWM-Titel

Bei der Junioren-WM der U19-Rudertalente in Rio de Janeiro (6.8.-9.8.) gewinnt das MV-Trio im Team des Deutschen Ruderverbandes einen kompletten Medaillensatz. Auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas krönte die Greifswalderin Carolin Dold mit JWM-Gold im Achter eine perfekte Regattasaison.

Bereits im Vorlauf führte die 17-Jährige vom GRC „Hilda“ ihre Crew als Schlagfrau direkt in das A-Finale der besten sechs Boote. „Da waren die Emotionen schon auf 180, aber noch nichts erreicht.“, freute sich die Abiturientin vom CJD Rostock über den Auftaktsieg.

Doch bis zum großen „Showdown“ sollten noch knapp 48 Stunden vergehen. Auf der Olympiastrecke des nächsten Jahres mussten die Organisatoren und der Weltruderverband einen Notfallplan aus der Schublade ziehen.

„Die Prognose für das Wetter signalisierte für den Sonntag – Sturmwarnung und „Faires Rudern“ nicht möglich.“, zeigte DRV-Präsident Siegfried Kaidel volles Verständis für das konsequente Agieren. So wurden die 13 Finalrennen auf den Samstag und 24 Stunden zum eigentlichen Ablauf vorverlegt.

Doch Team GERMANY verkraftete die Korrektur von allen 54 startenden Nationen am Besten und krönte das 2015-er Championat mit 11 Medaillen, davon 5 Goldene, 4 Silberne, 2 Bronzene und Rang 1 in der Nationenwertung. Jeweils eine dieser JWM-Plaketten ging auch nach Meck-Pomm.

Zunächst verlief der Start für das DRV-Junioren-Team etwas holprig, den der Einer und Zweier der Juniorinnen ruderten als Vierte knapp am Podium vorbei. Doch danach hatten die Boote von U19 Bundestrainerin Brigitte Bielig wieder die entscheidende Portion Glück an Bord. Vom Trio aus MV musste Leah Labudde zuerst auf den Parcours.

Als Vorlaufsiegerinnen zählte ihre Crew zum engsten Kreis der Favoriten. „Es war ein komplett geiles Rennen. Wir sind perfekt gerudert, aber die Washington Husky Crew war leider einen Tick eher als wir im Ziel.“, freute sich die Athletin von Heimtrainer Ulf Kraemer über JWM-Silber und eine tolle Regattabilanz. Bereits im Mai hatten sie und Carolin Dold im Zweier Gold bei der Junioren-EM in tschechischen Racice gewonnen.

Nach der Deutschen Meisterschaften, der JWM-Qualifikation Ende Juni, trennten sich auf DRV-Wunsch ihre sportlichen Wege. Etwas Ärger um das in Rio zu rudernde Bootsmaterial verhinderte den Start der beiden GRC-Talente im Zweier. Wie Leah rutschte auch Carolin auf die Schlagposition, nur im Flaggschiff Achter und es klappte in Rio plötzlich ohne Probleme. „Bei der UWV in Berlin-Grünau fehlte uns noch etwas die Geschwindigkeit, aber die Atmosphäre in Rio hat uns dann nochmals beflügelt.“, blickt Caro einige Tage zurück.

Doch an Tag X lief alles wie im Film. Sie und ihr Team Deutschland 1 siegte vor Italien und den US-Girls. Nur 13 Minuten später musste der Stralsunder Benjamin Leibelt ran. Als JWM-Debütant im Maschinenraum der U19-Variante des erfolgreichen „Deutschland-Achters“ aktiv, ruderten Bennie & Co. hinter den fliegenden „Oranjes“ aus Holland und den US-Boys über die Ziellinie.

Das noch 16-jährige Talent vom Stralsunder RC sah seine erste JWM-Finalfahrt mit einem weinenden Auge: „Es war großer Sport und schade zugleich, denn kurz vor dem Start mussten wir krankheitsbedingt die Crew umdisponieren. Einer der Ersatzmänner kam an Bord und machte einen tollen Job. Im entscheidenden Moment fehlte uns das Quäntchen Glück und so blieb die Titelverteidigung ein unerfüllter Traum.“

Detlef Nuelken
Olympiastützpunkt M-V
Abteilungsleiter Rostock

DrachenbootsportSN

Anmerkung – Marko Michels

An eine Greifswalder Ruder-Tradition angeknüpft

Carolin Dold und Leah Labudde knüpfen damit an eine Greifswalder Ruder-Tradition an, denn es gab schon einige äußerst erfolgreiche Ruderinnen und Ruderer aus Greifswald bei internationalen Regatten, so Cornelia Linse, die 1979 Doppelzweier-Weltmeisterin, 1980 Olympia-Zweite im Doppelzweier, 1981-1983 jeweils Doppelvierer-Vizeweltmeisterin und 1985 Einer-Weltmeisterin wurde.

Auch Joachim Dreifke sammelte bei WM und Olympischen Spielen fleißig Medaillen. Er schaffte WM-Gold 1974 (Doppelvierer), Olympia-Bronze 1976 (Einer), WM-Gold 1977 (Einer), WM-Gold 1978 (Doppelvierer), WM-Gold 1979 (Doppelvierer), Olympia-Gold 1980 (Doppelzweier) und WM-GSilber 1982 (Doppelzweier).
Große Erfolge feierte ebenfalls Ulrich Kons, der Junioren-Weltmeister 1973 im Doppelzweier, Achter-Weltmeister 1977, Achter-Olympiasieger 1980 und Vierer mit-Weltmeister 1982.

Jörg Lehnigk ist außerdem ein herausragender Ruderer aus Greifswald. So schaffte er unter anderem U 23-WM-Gold im Leichtgewichts-Doppelzweier 2001, U 23-WM-Gold im Leichtgewichts-Einer 2002 und WM-Dritter im Leichtgewichts-Doppelvierer 2003. In Peking, bei den Olympischen Spielen 2008, ruderte Jörg Lehnigk auch im Achter, mit dem er Platz acht belegte.

Und nun übernehmen Carolin und Leah den „rudersportlichen Staffelstab“! Chapeau! mm

Foto/Michels: Nach den Junioren-WM im Rudern in Rio ist vor dem 24.Drachenbootfestival vom 14.August bis 16.August in Schwerin.


Ähnliche Beiträge