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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Goldene EM-Momente für Mecklenburger Leichtathletik

Kugelstoßer Ralf Bartels vom SC Neubrandenburg gewann bei den Hallen-EM in Paris den Titel

Manche finden ganz allgemein die viel besungene Liebe in der Stadt an der Seine, dem Neubrandenburger Kugelstoß-Recken Ralf Bartels reichte das aber noch nicht … Er fand auch die „Liebe“ zum EM-Gold bei den europäischen Hallen-Titelkämpfen in der Leichtathletik in Paris. Mit 21,16 Meter dominierte er die Konkurrenz und kann nun mit viel Rückenwind in die Freiluft-Saison starten.

Insgesamt gewann das DLV-Team bei den Hallen-EM in Paris vom 4. bis 6. März zehn Medaillen, darunter das erwähnte Gold von Ralf Bartels und weiteres EM-Gold durch Carolin Nytra über 60 Meter Hürden sowie Sebastian Bayer im Weitsprung.

Nachgefragt beim SCN-Geschäftsführer Rainer Wendelstorf

„Er ist unwahrscheinlich ehrgeizig und zielstrebig!“

Frage: Der „bronzene Recke“ ist wieder golden. Ralf Bartels gewann nach dem EM-Titel 2006 und sechsmal Bronze bei WM (2005/2009), EM (2002/2010), Hallen-EM (2009) und Hallen-WM (2010) nun wieder Gold bei den Hallen-EM 2011. Was zeichnet aus Ihrer Sicht Ralf Bartels aus?

Rainer Wendelstorf: Ralf ist unwahrscheinlich ehrgeizig und er ist zielstrebig. Mit seinem Trainer Gerald Bergmann planen sie die gesamte Saison und finden das richtige Maß zwischen Meetings und Vorbereitung auf die Wettkampf-Höhepunkte.

Frage: Eine Woche vor den Hallen-EM lief es für Ralf noch nicht so optimal. „Nur“ Silber bei den Deutschen Hallen-Titelkämpfen in Leipzig.
Hat diese Niederlage eventuell Ralf noch einmal so richtig gepusht?

Rainer Wendelstorf: Ich habe neben seinem Trainer unmittelbar am Kugelstoßring gesessen und mit gefiebert. Natürlich hat ihn die denkbar knappe Niederlage (mit 2 Zentimeter Rückstand!) gewurmt, wäre ja fatal, wenn es nicht so wäre. Ob sie ihn gepuscht hat, weiß ich allerdings nicht.

Frage: Wie beurteilen Sie Ralfs Chancen bei den WM Ende August in Daegu, wenn die Amerikaner noch dazu kommen?

Rainer Wendelstorf: Wenn Ralf gesund bleibt und richtig fit ist, wovon ich ausgehe, traue ich ihm eine ganze Menge zu. Vor der Heim-WM in Berlin lagen statistisch mehrere Amerikaner vor ihm. Nach der EM waren einige hinter ihm. Erfahrungsgemäß muss man bei Ralf auch den letzten Versuch noch abwarten. Irgendeiner unserer Athleten hatte mal als Spruch: „Hinten kackt die Ente“. Dem kann ich mich nur anschließen.

Letzte Frage: Wie beurteilen Sie die Situation in der Leichtathletik in M-V Anfang 2011 – eher Grund zu Optimismus oder eher zu Nachdenklichkeit?

Rainer Wendelstorf: Mir steht nicht zu über die Arbeit der Verbände zu befinden. Meine persönliche Auffassung ist „Nachdenklich“. Doch das trifft nicht nur auf die Leichtathletik zu.

Dann auf jeden Fall maximale sportliche Erfolge 2011!

Marko Michels


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