Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Countdown zu den Eishockey-WM 2012

Von den USA nach Finnland/Schweden

Im Frühjahr 2012 wird es noch einmal so richtig „eisig“: Nach den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Nizza (26. März bis 1. April), bei denen der gebürtige Greifswalder Robin Szolkowy mit Partnerin Aljona Sawtschenko seinen vierten Weltmeistertitel im Paarlaufen – nach 2008, 2009 und 2011 – holte, stehen nun die 15. Frauen-Eishockey-WM vom 7. bis 14. April in Burlington bzw. South Burlington (USA) sowie die 76. Herren-Eishockey-WM vom 4. bis 20. Mai in Helsinki und Stockholm an.

M-V mit Eishockey-Tradition

Dabei hat sogar Mecklenburg-Vorpommern eine vielfältige Eishockey-Tradition – in der Gegenwart wie in der Vergangenheit. Ein Eishockeyspieler mit Olympia-Teilnahme, der eigentlich beim Fußballclub Hansa Rostock eine fußballerische Karriere machen wollte – sogar in der Hansa-Schülerauswahl stand – war der 1949 in Grapzow geborene Dietmar Peters. In Rostock erlernte Peters das Eishockey-Einmaleins und nahm 1968 an den Olympischen Winterspielen in Grenoble teil. Dort wurde er als Neunzehnjähriger mit der DDR-Auswahl 8.!

EM-Bronze 1965/66 gab es auch für einen weiteren Eishockey-Crack aus Rostock, für Bernd Karrenbauer, der 1962 von der Ostseeküste zu Dynamo Berlin wechselte. Weitere bekannte Eishockeyspieler, die einst für Rostock auf dem Eis standen, waren unter anderem Rainer Patschinski (238 DDR-Länderspiele), Dietmars Bruder Roland Peters oder Friedhelm Bögelsack (188 DDR-Länderspiele), der 1955 in Greifswald geboren wurde.

Übrigens: In Berlin entstand letztendlich die erste DDR-Kunsteisbahn, die in einer ehemaligen Kühlhalle entstand. In Rostock, wo eine Schiffs-Kühlanlage zur Eisaufbereitung umfunktioniert wurde, spielten die Eishockey-Teams von Empor, mit dem jungen Dietmar Peters, und später Dynamo eine gute Rolle im DDR-Eishockey.  Dietmar Peters, der dann nach seiner Rostocker Zeit bei Dynamo Berlin durchstartete, nahm an fünf A-Weltmeisterschaften teil, wobei seine beste Platzierung mit der DDR unter anderem der sechste Rang 1983 war.

Ursprünge des Eishockeys

Über die “wirklichen Ursprünge des Eishockeys” streitet sich zwar die Fachwelt, – sowohl Engländer als auch Kanadier beanspruchen diese – Fakt ist aber: Beide haben Recht …
Die Keimzelle des heutigen Eishockeyspieles geht auf das englische Bandy-Spiel zurück. DOch der Puck tauchte erstmals um 1850 in Nordamerika, in Kanada auf – und die ersten Regeln stammten ebenfalls von Kanadiern und wurden von W.F. Robertson und R.F. Smith zusammengestellt.

Der Weltverband, die I.I.H.F., konnte vor vier Jahren sogar den einhundertsten Geburtstag begehen. 1908 gründeten Engländer, Franzosen, Böhmer, Belgier und Schweizer den internationalen Eishockey-Verband, der seit 1930 die WM ausrichtete.

Ladies – erst später

Die Ladies durften erst 60 Jahre nach den Männern mit Puck und Schläger umgehen. 1990 hatten sie ihre erste WM, wobei sich die bisherigen WM-Titel Kanada (9) und die USA (4) teilten.

Seit 1920 ist Eishockey für die Herren olympisch, seit 1998 für die Damen. Das Olympia-Turnier 2010 in Vancouver gewannen dabei die kanadischen Teams. Die meisten WM-Titel bei den bisherigen 75 Titelkämpfen der Herren gewannen Russland/die Sowjetunion (25), Kanada (24), Tschechien (mit CSSR/12) und Schweden (8).

Eishockey-WM 2012 im Blick

16 Teams wetteifern bei den Herren im Mai dann um den WM-Titel. In der Gruppe H in Helsinki spielen Finnland, Kanada, die USA, die Schweiz, die Slovakei, Weißrussland, Frankreich und Kasachstan, in Gruppe S in Stockholm Russland, Schweden, Tschechien, Deutschland, Norwegen, Lettland, Dänemark und Italien.
Bei den Frauen in Burlington und in South Burlington vorher im April treten in der Gruppe A Kanada, die USA, Finnland und Russland gegeneinander an und in der Gruppe B Schweden, die Schweiz, die Slowakei und Deutschland.

Das Finale bei den Damen steigt am 14. April um 19.00 Uhr (OZ) in Burlington; die Herren ermitteln im Endspiel am 20. Mai um 19.30 Uhr (OZ) in Helsinki den Champion. Bei den letzten WM der Frauen in der Schweiz 2011 triumphierte die USA, bei den WM der Herren in der Slowakei 2011 war Finnland die Nummer eins.

Last but not least: Als bester Spieler aller Zeiten gilt allgemein der Kanadier Wayne Gretzky. Bei den Goalies ist es nicht ganz so eindeutig: Der Russe Wladislaw Tretjak, der Tscheche Dominik Hasek sowie die Kanadier Grant Fuhr oder Seth Martin waren “1 A”-Torhüter …
Bei den Frauen ist die Kanadierin Hayley Wickenheiser nach allgemeiner Auffassung die Top-Spielerin. Charline Labonte dürfte zurzeit eine der besten Torhüterinnen sein.

Mal sehen, wer 2012 die Champions der Welt im Eishockey sein werden und wer die besten Spielerinnen sowie Spieler sind?

M. Michels

– Zusätzliche Infos zu den Eishockey-WM 2012

Frauen-WM: Das Eröffnungsspiel der Frauen-WM 2012 ist die Partie zwischen der Slowakei und Schweden in Burlington am 7. April. Das deutsche Team spielt am 7. April (23 Uhr/MESZ) gegen die Schweiz, am 8. April (19 Uhr MESZ) gegen Schweden und am 10. April (23 Uhr MESZ) gegen die Slowakei.

Herren-WM: Die Auftakt-Begegnung ist zwischen den USA und Frankreich am 4. Mai in Helsinki. Die deutsche Auswahl muß dann am 4. Mai (12.15 Uhr) gegen Italien, am 6. Mai (20.15 Uhr) gegen Lettland, am 8. Mai (20.15 Uhr) gegen Russland, am 9. Mai (20.15 Uhr) gegen Schweden, am 12. Mai (16.15 Uhr) gegen Dänemark, am 13. Mai (20.15 Uhr) gegen Norwegen und am 15. Mai (16.15 Uhr) gegen Tschechien ran.


Ähnliche Beiträge