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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Bildungsausschuss auf Informationstour in Charlotte, NC, USA

Der Bildungsausschuss des Landtages Mecklenburg-Vorpommern war vom 05. bis 11. Oktober 2009 auf einer Informationstour in North Carolina, vor allem jedoch im Gebiet Mecklenburg County unterwegs.

„Wir wollten uns darüber informieren“, so die Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Ilka Lochner-Borst, „wie die ´zarten Pflänzchen´ der Kooperationen in den Bereichen Schule, Kultur und Hochschule gedeihen und wo es Unterstützung von unserer Seite bedarf.

In der Broughton High School in Raleigh trafen wir Schüler des Rostocker Erasmus-Gymnasiums, die dort gerade ihre Austauschwochen verbrachten. Sie berichteten uns über ihre zahlreichen Eindrücke in den USA. Beeindruckt haben sie uns jedoch mit ihren guten Sprachkenntnissen. Gemeinsam besuchten wir mit anderen Schülern der High School eine Jazz-Session mit der Pasternack-Band aus Rostock.

In Charlotte war der Ausschuss Gast der Smith Academy, eine erweiterte Grundschule (mit Vorschule) mit Spezialisierung auf die deutsche, französische, spanische und chinesische Sprache). „In der Schule wird das Immersions-Konzept angewandt, d. h. der Fremdsprachenerwerb erfolgt nicht durch Sprachunterricht, sondern durch Fachunterricht in einer Fremdsprache“, erläutert Ilka Lochner-Borst.

Vor laufenden Kameras des lokalen amerikanischen Fernsehens bekräftigten die Ausschussvorsitzende, Ilka Lochner-Borst, für die Mitglieder der deutschen Delegation und die Vorsitzende der County Comission, Jennifer Roberts, den Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Regionen von 1994 zu erneuern. Neu aufgenommen wurde in die Resolution, die „Mecklenburg-Connection“ zwischen dem Schweriner Filmkunstfest und dem Charlotte-Filmfestival als festen Bestandteil kultureller Zusammenarbeit zu etablieren.

Charlotte ist die größte Stadt in North Carolina und zweitstärkste US-Finanzmetropole. Die Stadt ist gleichzeitig das Zentrum der ca. 900.000 Einwohner zählenden Region Mecklenburg County. Die Stadt und die Region haben ihren Namen nach der Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, die 1761 durch Heirat mit dem englischen König Georg III. Queen Charlotte wurde. „Diese historische Verbundenheit bildet“, nach Ansicht der Ausschussvorsitzenden, „den geeigneten Rahmen für konkrete Kooperationen zwischen dem alten und dem neueren Mecklenburg.“

Bei einem Treffen mit demokratischen Abgeordneten des Bundesstaates erfuhren die Mitglieder des Ausschusses, dass 60 – 65 Prozent des Gesamthaushaltes von North Carolina für den Bildungsbereich zur Verfügung stehen. „Ich bin sehr beeindruckt. Das ist eine Erklärung dafür, dass sich der traditionelle Agrarstaat innerhalb kurzer Zeit zu einem heute boomenden Standort im Bereich Finanzen, Technologie, Forschung und Film entwickelt hat“, so Ilka Lochner-Borst. Darüber hinaus gäbe es ein überdurchschnittlich hohes privat-gesellschaftliches Engagement für die Bereiche Bildung, Kultur und Soziales. Kinder und Jugendliche aus weniger bemittelten Elternhäusern hätten so vermehrt Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe.

„Herzlich empfangen wurden wir auch von der Alemannia Society Charlotte. Das ist eine Organisation zur Förderung und Pflege der deutschen Sprache und Kultur, die 1975 von deutschen Auswanderern und Gastarbeitern gegründet wurde. Der Verein zählt mittlerweile über 200 Mitglieder. Dort erfuhren wir, dass es mittlerweile in der Region ca. 220 deutsche Firmen gibt und sich daher die hohe Anzahl von Deutschen in der Region erklären lässt“, so die Ausschussvorsitzende abschließend.


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