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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Schulabbrecher-Quote ist ein Skandal

Bildungsministerium muss handeln…

Nach Auffassung von Bündnis 90/Die Grünen ist die am Mittwoch bekannt gegebene Schulabschluss-Statistik für das Schuljahr 2008/2009 irreführend und verdeckt einen bildungspolitischen Skandal. Erstmals wird hier zwischen Schulabbrechern und dem Erreichen eines „Förderschulabschlusses“ unterschieden. Tatsächlich ist der sogenannte Förderschulabschluss eine Bescheinigung, die zu nichts berechtigt.
Mit der vorgenommenen Unterscheidung wird verdeckt, dass skandalöse 12,4 Prozent der Schülerinnen und Schüler keinen verwendbaren Schulabschluss erreicht haben. In keinem anderen Bundesland ist die Quote so hoch. M-V liegt fast ein Drittel über dem Bundesdurchschnitt bei steigender Tendenz.
Der bildungspolitische Sprecher des Landesverbands, Andreas Katz, sieht dringenden Handlungsbedarf: „Es kann nicht angehen, dass jeder 8. Schüler des Landes in eine sehr unsichere Zukunft entlassen wird. Werden die Hauptschulabschlüsse noch dazu gerechnet, werden fast ein Viertel der Schülerinnen und Schüler Probleme haben, eine Lehrstelle zu finden und einen Berufsabschluss zu erlangen. Das ist eine soziale Zeitbombe, deren Ausmaß gar nicht abzusehen ist.“ Die Grünen fordern, dass an unterschiedlichen Punkten eingegriffen wird, um diese Entwicklung zu stoppen. „Zum einen müssen Schwächen und Defizite bereits im Kita-Alter erkannt und möglichst ausgeglichen werden. In der gesamten Schullaufbahn muss mehr dafür investiert werden, dass kein Kind auf der Strecke bleibt und möglichst alle mit einem anerkannten Abschluss die Schule beenden. Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt ist die mittlere Reife anzustreben. Zum anderen ist eine Reform des Übergangssystems dringend erforderlich,“ so Katz weiter. „Schulabbrecher und Hauptschüler dürfen keinesfalls in ein Loch langjähriger Beschäftigungslosigkeit fallen. Es sind verstärkte Anstrengungen erforderlich, sie wenn nötig sozial zu stabilisieren und ihnen das Nachholen nicht erreichter Abschlüsse zu ermöglichen. Das mag kurzfristig teuer erscheinen. Wenn wir aber nichts oder zu wenig tun, wird es langfristig viel teurer, weil immer mehr Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen sein werden. Heute in den Bildungssystemen zu sparen, kostet nicht nur in der Zukunft viel Geld, sondern mögliches Lebensglück junger Menschen.“


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