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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Zum Interview mit dem Ministerpräsidenten Dr. Harald Ringstorff „Das Steinkohlekraft Lubmin ist wie ein Urknall“ (OZ, 26. 11. 2007) erklärt der Vorsitzende der Linksfraktion, Prof. Dr. Wolfgang Methling

„Leider ignoriert der Ministerpräsident erneut die Verantwortung des Landes in den weltweiten Bemühungen den CO2-Ausstoß und die Freisetzung anderer Treibhausgase einzudämmen.“„Dazu gehört in erster Linie der Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Energieträger. Herr Ringstorff spricht davon, dass mit dem Bau moderner Kraftwerke alte Dreckschleudern vom Netz gehen können. Er bleibt aber die Antwort schuldig, welches von welchem anderen Konzern für Lubmin abgeschaltet werden soll.

Alternativen gibt es. Anstatt auf neue Steinkohlekraftwerke zu setzen, wäre der Ausbau und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien erforderlich – vor allem Sonne, Wind, Erdwärme und Biomasse. In diesem Bereich liegt auch ein realistisches Potential zur Schaffung von Arbeitsplätzen – anders als die angebliche Anzahl von Arbeitsplätzen, die mit dem Kohlekraftwerk entstehen soll und sich fast täglich auf wundersame Weise zu mehren scheint.

Die Ansiedlung von weiteren Unternehmen gelingt nur, wenn zu besonders günstigen Preisen Wärme angeboten wird. Wenn das Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung errichtet wird, fällt viel mehr Wärme an, als am Standort benötigt wird und regionale Energieversorger (z.B. Stadtwerke Greifswald) werden verdrängt. Aus dem erwarteten Urknall würde eine Verpuffung.

Die von Dong Energy angekündigte Nachrüstung des Kraftwerks mit noch nicht verfügbarer CO2-Abscheidetechnik – eventuell – in 15 bis 20 Jahren wäre sehr teuer, energieaufwendig und rechtlich kaum durchsetzbar. Und wo sollte das CO2 sicher in das Erdreich oder die Tiefsee verpresst werden?

Zu Recht befürchten immer mehr Menschen, egal welcher politischer Couleur, den ökologischen, energiepolitischen und wirtschaftlichen Schaden in der Tourismusregion. Wegen der negativen Folgen für die Umwelt, das Klima und die ökonomischen Entwicklung wird eine Genehmigung für ein Kohlekraftwerk sicher mit Erfolgsaussichten vor Gericht beklagt werden.“


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