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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Zehnte Winter-Paralympics schon wieder Geschichte

Das deutsche Team war am erfolgreichsten

A. RothfussDie Winterspiele 2010 sind Geschichte. Nachdem der erste Teil, die Olympischen Winterspiele, am 28.Februar feierlich beendet wurden, erlosch nun auch die paralympische Flamme am 21.März.

Und die Winter-Paralympics endeten aus deutscher Sicht mit einem wintersportlichen Paukenschlag. Zum dritten Mal – nach 1976 in Örnsköldsvik/Schweden und 2002 in Salt Lake City/USA – wurde Deutschland im Medaillenspiegel der Winter-Paralympics erfolgreichste Nation.

BenteleVerena Bentele sorgte dabei aus deutscher Sicht für Glücksmomente der ganz besonderen Art: 5 x Gold – das ist historisch, das ist mega-stark.

Zusammen mit der alpinen Skirennläuferin Lauren Woolstencroft aus Kanada, die ebenfalls auf fünfmal Gold kam, schrieb Verena damit Sport-Geschichte.

Im gemeinsamen Medaillenspiegel der Olympischen und Paralympischen Winterspiele lieferten sich Kanada und Deutschland ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“, das denkbar knapp Kanada mit 24 x Gold zu 23 x Gold (Deutschland) für sich entschied.

Was jedoch am meisten verblüfft – nur dank der deutschen Frauen ist Deutschland im gemeinsamen Medaillenspiegel der Olympics/Paralympics ganz oben. Verena Bentele (5 x Gold), Magdalena Neuner (2 x Gold), Maria Riesch (2 x Gold), die Teamsprinterinnen Daniela Anschütz-Thoms /Anni Friesinger / Stephanie Beckert / Katrin Mattscherodt, die Rodlerin Tatjana Hüfner, die Skilangläuferinnen Claudia Nystad bzw. Evi Sachenbacher-Stehle bewiesen olympische und paralympische Frauen-Power nonstop.

Martin BraxenthalerLediglich die paralympischen „Alt“meister Gerd Schönfelder (4 x Gold) und Martin Braxenthaler (3 x Gold) jeweils im alpinen Skisport  sowie Rodler Felix Loch und Bobfahrer Andre Lange hielten die Medaillen-Fahne der deutschen Wintersport-Männer hoch. Tja, so sind sie die Frauen. Kaum billigt man ihnen ein wenig Emanzipatio zu, schon übernehmen sie – zumindest im Wintersport – das Zepter 😉 …

Statement – Andrea Rothfuss, Sportlerin mit Handicap des Jahres 2009 in Deutschland und vierfache Medaillen-Gewinnerin der Winter-Paralympics 2010 über die Wettkämpfe, die Organisation und die Stimmung in Vancouver/Whistler

„Das größte Ereignis der letzten Jahre !“

Andrea RothfussAus meiner Sicht waren die Spiele für  mich ein voller Erfolg ! Zuerst einmal wegen der zwei silbernen und zwei bronzenen Medaillen … Dieses ist echt eine super Bilanz, denn ich wollte vier Medaillen und es sind wirklich vier geworden. Im Rückblick muss ich schon sagen, dass die Messlatte mit vier Medaillen wirklich hoch lag, weil es eben Paralympics sind und die Karten immer neu gemischt werden.

Aber auch aus sonstiger Sicht sind die Spiele in Vancouver großartig gewesen. Es waren extrem viele fleißige sowie engagierte Helfer und Volunteers vor Ort. Dabei haben mich die ca. 200 Pisten-Arbeiter bei unseren alpinen Wettkämpfen am meisten beeindruckt. Was diese trotz des suboptimalen Wetters geleistet haben, damit wir Sportlerinnen und Sportler immer super Bedingungen hatten, verdient einen ganz großen Respekt. Den Helfern gelang immer ein kleines Wunder.

Das fand ich echt genial. Ansonsten kann ich sagen, dass der Zusammenhalt bei uns im deutschen Team wirklich klasse war, und auch das ganze Umfeld eine prima Stimmung verbreitete, denn es waren viele Fans und Schlachtenbummler aus Deutschland gekommen, um uns zu unterstützen und anzufeuern. Aber auch die Einheimischen standen voll hinter den Spielen, was ein richtig tolles Olympia- Feeling aufkommen ließ. Die Spiele waren für uns Sportlerinnen und Sportler das größte Ereignis der letzten Jahre.

Marko Michels

Fotos: mit freundlicher Genehmigung vom Deutschen Behindertensportverband


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