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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Norddeutsche Wirtschaftsverbände veröffentlichen Hochschulpapier

Hochschulen im Norden sollen mehr gestärkt und gefordert werden

Hamburg/Schwerin. Die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) und die Vereinigung der Unternehmensverbände für Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. (UVNord) veröffentlichen am Donnerstag (15. Juli 2010) in Hamburg erstmalig ein gemeinsames hochschulpolitisches Strategiekonzept.

Das 18-seitige Strategiepapier mit dem Titel „Verbesserte Zusammenarbeit von Hochschulen und Wirtschaft im Norden“ enthält einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur engeren Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg. Die norddeutschen Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände nehmen darin Stellung zu den drei Kernaufgaben der Hochschulen: Lehre, Forschung und Weiterbildung. Ein viertes Kapitel widmen die Autoren dem Thema der verbesserten Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen in den drei Bundesländern.

„Unsere Unternehmen brauchen verstärkt akademisch gebildete Mitarbeiter. Besonders nachgefragt sind bereits jetzt Absolventen mit naturwissenschaftlichen Studienabschlüssen. Der Anteil der Hochschulabsolventen in den sogenannten MINT-Fächern an den norddeutschen Hochschulen muss insgesamt von jetzt 31 Prozent auf mindestens 40 Prozent steigen. Das bedarf nicht nur klarer Vereinbarungen zwischen den Länderregierungen in Schwerin, Kiel und Hamburg mit ihren jeweiligen Hochschulen, sondern vielfältiger Formen der Kooperation zwischen Unternehmen und Hochschulen in den Regionen“, erläutert Hans-Dieter Bremer, Präsident der VUMV den Anlass des ersten gemeinsamen Hochschulpapiers beider Wirtschaftsdachorganisationen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Frau Dr. Ute Thomas, Mitglied des 35-köpfigen Redaktionskollegiums und Geschäftsführerin des Bildungswerkes der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns e.V. legt viel Wert auf verstärkte Angebote der Hochschulen für die wissenschaftliche Weiterbildung. „Seit Jahren fordern wir ein stärkeres Engagement unserer Hochschulen in der wissenschaftlichen Weiterbildung für Berufspraktiker mit und ohne akademischen Abschluss. Diese Säule der Bildung hat der Gesetzgeber neben Forschung und Lehre als eine der drei Kernaufgaben für die Hochschulen definiert. Trotzdem passiert hier immer noch zu wenig. Trotz stark ansteigenden Bedarfs an Weiterbildungsangeboten als Bestandteil lebenslangen Lernens konstatieren wir nach wie vor viele bürokratische Hemmnisse“, so Dr. Ute Thomas weiter. Der Anteil der Arbeitsplätze, die eine Qualifikation auf wissenschaftlichem Niveau erfordere, wachse stetig. Ihren Mitgliedsunternehmen empfehlen die Verbände zugleich mehr Unterstützung für Mitarbeiter und Führungskräfte bei berufsbegleitenden Masterstudiengängen.

Mehr Transparenz fordern die Verbände bei den Forschungsschwerpunkten der Hochschulen, um so akkumuliertes Wissen noch zielgerichteter in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umwandeln zu können. „Die entscheidende Lücke besteht nach wie vor im vorwettbewerblichen Entwicklungsbereich. Effektive Transferprozesse von Hochschulen in Richtung der regionalen Unternehmen sind eher die Ausnahme. Hier stellen wir uns pragmatische Lösungen vor, bei denen geeignete Technologien direkt kleinen und mittleren Unternehmen für eine gezielte Weiterentwicklung angeboten werden. Spezialhersteller und Nischenanbieter können oft auch unspektakuläre Forschungsergebnisse gut gebrauchen. Dennoch ist der Weg vom Patent zur Vorserienreife für viele kleine Unternehmen oft noch zu steinig und zu teuer. Hier erwarten wir mehr Unterstützung seitens Politik und Hochschulen“, erklärt Jens Matschenz, Technologiereferent der VUMV.

Das Strategiekonzept kann im Internet unter www.vumv.de heruntergeladen werden.

Jens Matschenz


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