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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

M-V – ein Land erfolgreicher Sportschützen

Nachgefragt beim Landesschützenverband Mecklenburg-Vorpommern


Einen runden Geburtstag, den 25., feierte in diesem Jahr der Landesschützenverband Mecklenburg-Vorpommern. Aber der organisierte Schützensport ist in Mecklenburg wie Vorpommern noch um einiges älter… Kurzum: Schützinnen und Schützen hatten hierzulande stets eine gute sportliche Heimat. Dazu gehört auch „die Gilde“ der Bogenschützinnen und Bogenschützen.

Welche Highlights gab es für den Schützensport in M-V aber in den letzten Jahren?!

Nachgefragt beim Geschäftsführer des Landesschützenverbandes M-V, Gunnar Klein

G.Klein über den Schützensport in M-V – auch mit Blickrichtung Rio 2016

„Es gab einige Höhepunkte und Erfolge…“

Frage: Der Landesschützenverband feiert 2015 ein Jubiläumsjahr… Was waren die Highlights in 25 Jahren Landesschützenverband M-V?

Gunnar Klein: Die Höhepunkte in den zurückliegenden Jahren waren sicher die mehrfachen Medaillengewinne bei Europameisterschaften durch Antje Noeske(Neubrandenburg) mit der Sport-und Luftpistole.

Auch der Gewinn des Weltmeistertitels durch Katrin Quoss (Wurfscheibe Trap) 2014 ist eine Highlight, auch wenn Katrin nun in Frankfurt (Oder) ihre sportliche Heimat hat.
Charleen Bänisch vom SV Vier Tore Neubrandenburg hat in diesem Jahr mit dem Gewinn des ISSF Junior-Cups in Suhl mit dem Luftgewehr für Furore gesorgt und konnte sich gegen die gesamte Welt Elite in einem spannenden Finale der acht Besten behaupten.

Schon im letzten Jahr hat Charleen mit der deutschen Mannschaft den WM Titel Luftgewehr und Mannschaftssilber bei der Europameisterschaft in Moskau gewonnen.
Auch Schützen wie Thilo Fritze (Loitz / Wurfscheibe Skeet) oder Till-Justus Hille (Grimmen Wurfscheibe Trap) haben sich in der deutschen Elite etabliert. Hille holte 2015 erneut den Deutschen Meistertitel.

Sie sind talentierte Nachwuchsschützen, die natürlich den schweren Übergang aus der Junioren- in die Eliteklasse erst noch schaffen müssen. Beide trainieren am Bundesstützpunkt in Frankfurt (Oder).

Erst kürzlich gab es zudem im französischen Nizza durch die Bogenschützin Annedore Röbisch mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den European Masters der älteren Bogensportler (über Fünfzigjährige) einen weiteren Erfolg.

Frage: Was sind die sportlichen Ziele des Landesverbandes 2015? Welche Schützinnen und Schützen aus M-V haben gute Chancen auf vordere Platzierungen bei EM und WM? Gibt es Aspiranten für Olympia in Rio 2016?

Gunnar Klein: Die Hauptaufgabe im Landesschützenverbandes M-V besteht darin, talentierte Nachwuchsschützen für den Bundeskader C zu entwickeln und sie dann in die Bundesleitungszentren zu delegieren, wo sie unter besten Rahmenbedingungen trainieren können.

So hat der LSV MV vor zwei Jahren die talentiertesten Wurfscheibenschützen des Landes zum Bundesstützpunkt nach Frankfurt (Oder) delegiert. Hier besitzt insbesondere Katrin Quoss (ehemals Heiligendamm) als aktuelle Weltmeisterin Wurfscheibe Trap (2014) die besten Aussichten, sich für Olympia 2016 in Rio zu qualifizieren.

Die aktuellen Bundeskader unseres Verbandes kommen alle vom SV Vier Tore Neubrandenburg: Antje Noeske (Sportpistole / Luftpistole Damenklasse, Bundes B-Kader), Charleen Bänisch (Luftgewehr / Bundes C-Kader Juniorinnen) und Theo Hadrath (Luftpistole / Freie Pistole Junioren, Bundeskader C-Kader).

Sie alle haben die Chance, sich bei den Ausscheidungswettkämpfen (zwei) für die Europameisterschaften zu qualifizieren. Das bedeutet, dass sie bei diesen Wettkämpfen in der Addition der Ergebnisse Platz eins bis drei belegen müssen, um sich zu qualifizieren.

Frage: Wie ist eigentlich der Zuspruch zum Schützensport in M-V aktuell? Wie viele organisierte Sportschützinnen und Sportschützen (und Vereine) gibt es?

Gunnar Klein: Im Landesschützenverband sind etwa 7800 Mitglieder in 187 Vereinen organisiert.

Besonderen Zuspruch haben in den letzten Jahren die Vereine, die Bogensport anbieten.

In mehreren Schützenvereinen des Landes hat man diesen Trend aufgegriffen und selbst Bogensport-Abteilungen gebildet.
Beispiele sind die Schweriner Schützenzunft, die Tollense SZ Neubrandenburg und die Stralsunder Schützencompagnie.

Seit mehreren Jahren versuchen wir mit dem Projekt „Ziel im Visier, Wochenende der Schützenvereine“, diese Entwicklung öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und neue Mitglieder, zum Beispiel auch Familien, anzusprechen und zu begeistern.

Wir werden das weiter führen und die Bedingungen für unseren Sport weiter schrittweise verbessern und ausbauen.

Frage: Wie beurteilen Sie das internationale Kräfteverhältnis im Schützensport nach den WM 2014/15 und ein Jahr vor Olympia 2016?

Gunnar Klein: Ein guter Indikator für das internationale Kräfteverhältnis im vorolympischen Jahr sind die olympischen Quotenplätze, die ein Land erkämpft hat.

In den 15 olympischen Schießsportdisziplinen werden 390 Quotenplätze, maximal 30 pro Nation, vergeben. Aktuell hat dabei China mit 22 erkämpften Quotenplätzen, vor Russland (20) , USA (20) und Deutschland (15), die Nase vorn.

Aus diesen Ländern kommen ein Großteil der Favoriten mit Endkampf-Chancen für Olympia, aber es gibt auch in vielen anderen Nationen wie beispielsweise unter anderem aus Korea, Kuba, Serbien oder Italien Top-Athletinnen bzw. -Athleten, die ganz sicher in den Medaillenkampf eingreifen werden.

Wir hoffen natürlich, dass Katrin Quoss( Wurfscheibe Trap) den Sprung in die Olympiamannschaft schafft und dann in den Medaillenkampf eingreifen kann.

Vielen Dank, weiterhin bestes schützensportliches Engagement sowie maximale Erfolge für die Sportschützinnen und Sportschützen aus M-V!

Exkurs: Blick in die Schützen-Historie M-V

In der Vergangenheit brachte M-V bereits sehr erfolgreiche Sportschützen hervor…
Bekannte Sportschützen aus Mecklenburg und Vorpommern sind der gebürtige Demminer Axel Wegner, der bei den Wettkämpfen der Freundschaft 1984 im Skeetschießen Platz eins belegte und dann 1988 in Seoul bei den Olympischen Spielen Gold errang. Bei den „Druschba“-Wettkämpfen 1984 wurde auch der Wittenberger Jens Potteck mit der Luftpistole Erster.

Dessen älterer Bruder Uwe Potteck, der 1955 in Wittenberge zur Welt kam, das damals noch zum Bezirk Schwerin gehörte, wurde zuvor 1976 in Montreal Olympiasieger mit der Freien Pistole. Dort konnte Norbert Klaar, ebenfalls aus Wittenberge, in der Disziplin „Olympisch Schnellfeuer“ triumphieren. Auch Stefanie Thurmann, die erfolgreiche Schützin mit der Freien Sportpistole, ist eine „gute Bekannte“ in Wittenberge, war Mitglied bei der Wittenberger Schützengilde von 1582.

Zurzeit sind auch unter anderem die bereits erwähnten Katrin Quooß von der Heiligendammer Schützengilde und Antje Noeske, Charleen Bänisch und Theo Hardrath (alle SV Vier Tore Neubrandenburg) regional, national und international sehr erfolgreich.

Marko Michels


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