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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Kommunale Klimakonferenz in Greifswald

Seidel: Kommunen beteiligen Bürger

In Greifswald hat am Mittwoch die zweite kommunale Klimakonferenz der Hanse- und Universitätsstadt begonnen. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren über Aufgaben beim kommunalen Klimaschutz und einheitliche Parameter. „Die Bilanzierung der CO2-Emissionen auf kommunaler Ebene ist ein wichtiger Ansatz, um Aktivitäten zu bewerten und Aktionen vergleichen zu können“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel zum Auftakt der Konferenz. „Das kommunale Engagement und die Einbindung der Bürger in den Klimaschutzprozess sind wichtig.“

In Greifswald haben sich wichtige Klimaschutz-Akteure zum Klimaschutzbündnis Greifswald 2020 (KSB) zusammengeschlossen. Sie haben sich das Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß in der Kommune bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Jahr 2005 um 14 Prozent zu senken. Greifswald ist eine der aktivsten Kommunen im Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Die Hansestadt ist die Fahrradstadt Deutschlands, 44 Prozent der Bevölkerung nutzen das Fahrrad für die Alltagswege. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 10 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern haben die CO2-Emissionen seit 1990 (16,7 Mio. t) um ca. 35 Prozent (2008: 10,8 Mio. t) deutlich abgenommen. „Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energiegewinnung im Land hat enorm zugenommen“, sagte Seidel. „Über 51 Prozent des Stroms, der in Mecklenburg-Vorpommern erzeugt wird, stammt bereits jetzt aus erneuerbaren Quellen. Dies ist ein wesentlicher Grund, weshalb die CO2-Emissionen in unserem Land nicht gestiegen sind.“ Wurden 1995 95.100 MWh durch erneuerbare Energien erzeugt, waren es 2008 knapp 3,8 Mio. MWh.

Seit 1990 hat sich auch die Verteilung der Emissionen deutlich verändert. Waren 1990 die Kleinverbraucher mit ca. 55 Prozent (9,3 Mio. t) noch die Haupt-CO2-Emittenten, fiel der Anteil 2008 mit 25 Prozent (2,7 Mio. t) deutlich geringer aus. Zugenommen hat bei den CO2-Emissionen der Anteil der Energieerzeugung von 15,5 Prozent (1990: 2,6 Mio. t) auf 42 Prozent (2008: 4,5 Mio. t).

Das Wirtschaftsministerium fördert Maßnahmen zur Energieeinsparung und zum Einsatz erneuerbarer Energien. „Diese Zuschüsse und Kredite ermöglichen einen Mehrfachnutzen“, sagte Seidel. „Es sind Investitionen mit positiven Klimaschutzeffekten und Aufträge für Unternehmen im Land, die Beschäftigung sichern.“ Unternehmen und Kommunen können im Rahmen der Klimaschutz-Förderrichtlinie Zuschüsse erhalten. Jährlich stehen hier ca. 3,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Quelle: WM


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