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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Im Blickpunkt: Die Leichtathletik in M-V

Internationale und nationale Herausforderungen in der Traditions-Sportart im Sommer 2015

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2015 finden vom 22. bis 30.August in Peking statt, dem Austragungsort der Olympischen Spiele 2008. Aus M-V-Sicht machen sich insbesondere Martina Strutz (Schweriner SC/Stabhochsprung), Julia Mächtig (gebürtige Rostockerin, SC Neubrandenburg/Siebenkampf) und Anna Rüh (gebürtige Greifswalderin, SC Neubrandenburg/Diskuswerfen) berechtigte WM-Hoffnungen.

Leichtathletik

Zwischen Siebenkampf und Diskus

Und das Diskuswerfen der Frauen sowie der Siebenkampf werden bisher medaillenträchtige Disziplinen für deutsche Athletinnen. Und auch im Stabhochspringen bei den Frauen sorgten deutsche Sportlerinnen immer wieder für positive Schlagzeilen

Ja, deutsche Siebenkämpferinnen und Olympia oder WM – da ging in der Vergangenheit oft etwas. In der Leichtathletik-Geschichte gab es bislang 22 olympische und weltmeisterliche Siebenkämpfe. Den ersten WM-Siebenkampf gab es gleich bei der Leichtathletik-Premieren-WM 1983 in Helsinki, der erste olympische Siebenkampf folgte 1984 in Los Angeles.

Zwischen 1983 und 2012 konnten deutsche Siebenkämpferinnen regelmäßig in den Kampf um die Medaillen eingreifen – die gemeinsame Bilanz bei Olympia und WM lautet dabei 3 x Gold, 5 x Silber, 5 x Bronze. So viele Siebenkampf-Medaillen bei WM und Olympia erreichte kein anderes Land, wobei Ostdeutsche und Westdeutsche bekanntlich von 1983 bis 1989 getrennt agierten.

Bei Weltmeisterschaften schafften Ramona Neubert 1983 sowie Sabine Braun 1991 sowie 1997 Gold. Sabine Paetz holte 1983 dazu Silber. Silber errangen bei WM ebenfalls Sabine Braun 1993 und Jennifer Oeser 2009. Und bronzene WM-Platzierungen hatten sowohl Anke Vater (SC Neubrandenburg) 1983 und Jennifer Oeser 2011 inne. Bei den WM 2013 in Moskau triumphierte Hanna Melnytschenko (Ukraine) vor Brianne Theisen-Eaton (Kanada) und Dafne Schippers (Niederlande). Claudia Rath wurde in Moskau 2013 Vierte.

Deutsche Siebenkämpferinnen mit Olympia-Medaillen

Olympisches Gold im Siebenkampf fehlt hingegen noch in der deutschen Sammlung. Über andere Plaketten wurde dennoch gejubelt: 1984 über Bronze von Sabine Everts, 1988 über Silber von Sabine John und Bronze von Anke Behmer (SC Neubrandenburg), 1992 über Bronze von Sabine Braun und 2012 über Silber von Lilli Schwarzkopf. In London 2012 schaffte – vor Lilli Schwarzkopf – Jessica Ennis aus Großbritannien den Olympiasieg.

Die besten Nationen im Siebenkampf bei WM und Olympia zwischen 1983 und 2012 waren neben Deutschland die USA mit 4 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze und Schweden mit 4 x Gold.

Nun hofft Julia Mächtig (SCN) auf ihre nächste WM-Teilnahme 2015.

Große Tradition im Frauen-Diskuswerfen

Auch im Diskuswerfen jubelten deutsche Frauen in der WM-Historie oft: Zwischen Helsinki 1983 und Moskau 2013 erkämpften deutsche Diskuswerferinnen 5 x Gold, 4 x Bronze – die uneingeschränkte Top-Nation im Frauen-Diskuswerfen. Erst mit Abstand folgen Weißrussland mit 3 x Gold, 1 x Silber, Russland mit 1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze und Australien mit 1 x Gold, 1 x Silber. WM-Gold im Frauen-Diskuswerfen gab es ebenfalls für Neuseeland, Bulgarien, Kroatien und China (jeweils 1 x). Aus M-V-Sicht jubelten unter anderem Diana Gansky, in Bergen auf Rügen geboren, über WM-Silber 1987 und Franka Dietzsch, in Wolgast geboren und für den SC Neubrandenburg startend, über WM-Gold 1999, 2005 und 2007.

Anna Rüh (SC Neubrandenburg) hat nach zwei vierten EM-Plätzen 2012 und 2014 durchaus eine WM-Medaille 2015 im Blick.

Und im Stabhochspringen gab es für deutsche Stabhochspringerinnen bislang zwei WM-Medaillen – 2003 durch Annika Becker (Silber) und 2011 durch Martina Strutz (Silber). Die überragende Stabhochspringerin der letzten Jahre war dabei Jelena Issinbajewa mit zweimal Olympia-Gold (2004, 2008), einmal Olympia-Bronze (2012) und dreimal WM-Gold (2005, 2007, 2013).

Vielleicht schafft jedoch Martina Strutz 2015 wieder eine WM-Medaille?

Wie beurteilt nun Andre Stache, das kommende Leichtathletik-Geschehen – nicht nur das weltmeisterliche?!

Nachgefragt bei Andre Stache vom SC Laage

A.Stache über die Lauf- und Leichtathletik-Saison 2015

„Haben viel Zuspruch beim Nachwuchs…“

Frage: Herr Stache, das Jahr 2015 feiert bald „Bergfest“. Was waren für Sie die bisherigen leichtathletisch-läuferischen Höhepunkte in M-V?

Andre Stache: Für mich und unseren Verein war das der Citylauf in Rostock. Dieser war ein beeindruckendes Lauf-Fest und auch ein Aushängeschild für unser Bundesland. Für unsere leistungsorientierten Nachwuchsläuferinnen und -läufer stellte auch der Ostsee-Pokal in Rostock ein weiteres Highlight dar, dazu noch die durchgeführten Cup-Läufe und unser EURAWASSER-Waldlauf in Laage.

Frage: Welche weiteren Herausforderungen warten hierzulande 2015 noch?

Andre Stache: Für viele Ausdauersportler sind das die liebevoll organisierten Volksläufe und Stadionfeste. In Laage werden wir den BLOCKY-BLOCK-Spendenlauf (6.September) organisieren und in Rostock den City-Sport-Abendlauf (12.August) unterstützen, um am 7.November die Landesmeisterschaften im Crosslauf in hoher Qualität durchführen zu können.

Frage: 2015 ist wieder ein WM-Jahr. Was erhoffen Sie sich von den WM in Peking aus regionaler, deutscher und internationaler Sicht?

Andre Stache: Ich bin davon überzeugt, dass Anna Rüh beim Diskuswerfen eine gute Rolle spielen wird. Und ich denke auch, dass Martina Strutz beim Stabhochsprung ihre Klasse präsentieren kann und wird.

Frage: Wie ist eigentlich der Zuspruch der jungen Talente zur Leichtathletik – speziell bei Ihrem Verein?

Andre Stache: Wir haben im Laufsportbereich keine Nachwuchssorgen. Allerdings klopfen bei uns fast nur Mädchen an. Aus meiner Sicht sind Mädchen im Bereich des Ausdauersports sehr viel anstrengungsbereiter und motivierter.

Frage: Auf welchen Lauf 2015 freuen Sie sich schon besonders?

Andre Stache: Sicherlich auf den Tollensesee-Lauf und die Staffel-Marathon-Läufe im Herbst. Für unsere laufbegeisterten Kinder freue ich mich auf die zweite Hälfte des Nachwuchslauf-Cups. Für die Mädchen und Jungen ist diese Serie eine tolle Gelegenheit, sich auf den Wettkampfstrecken unseres Landes zu zeigen.

Vielen Dank und weiterhin bestes sportliches Engagement!

Marko Michels

Foto/Michels: Die Leichtathletik-Saison 2015 wird spannend.


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