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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Geplante Schließung der Kinderklinik in Anklam

Von Appen warnt vor Versorgungsengpässen für kleine Patienten im ländlichen Raum

Als „Schritt in die eindeutig falsche Richtung“ bezeichnet der langjährige ehemalige Vorsitzende des Hartmannbundes in Mecklenburg-Vorpommern (MV), Dr. Dierk von Appen, die Pläne, die Kinderklinik im Kreiskrankenhaus Anklam zu schließen, die in der Trägerschaft des Universitätsklinikums Greifswald steht. „Anstatt über Lösungen nachzudenken, die auch für kommende Generationen eine flächendeckende medizinische Grundversorgung sichern, soll hier Kahlschlag betrieben werden“, kommentierte der erfahrene Allgemein- und Hausarzt aus Schwerin.

Mit dem Wegfall der Kinderklinik würde eine große Lücke im östlichen Landesteil und den grenznahen Gebieten entstehen. Die Entfernung in einer strukturschwachen und ländlichen Region bis zur nächsten Klinik würden rasch 50 km und mehr betragen. „Schon jetzt gibt es am Oderhaff keinen niedergelassenen Kinderarzt mehr“ stellt Frau Dr. Anneliese Rentz, niedergelassene Chirurgin und Vorstandsmitglied aus Torgelow fest. „Gerade die kleinen Kreiskrankenhäuser wie das AMEOS-Krankenhaus in Ueckermünde und Anklam sind für die Menschen im Notfall erste Anlaufstation rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr und sorgen damit wesentlich für die Gesundheit der Menschen in unserem Land“, erläutert Dipl. Med. Bernd Helmecke, Chefarzt und Vorsitzender des Hartmannbundes in Mecklenburg-Vorpommern. „Hierbei gelte es, auch in Zukunft ein Leistungsangebot zu erhalten, dass es einer Familie von der Geburt bis zum Greisentum ermöglicht, mit medizinischen Grundproblemen wohnortnah und erreichbar behandelt zu werden. Und spätestens nach der Geburt ist ein Kinderarzt für die Vorsorgeuntersuchungen vonnöten“.

„Komplexere Probleme gehören ohne Frage in die größeren Häuser und Universitätskliniken“, bemerkt Dr. von Appen hierzu ergänzend und stellt aber abschließend fest: „Die sicher mancherorts nötigen Konsolidierungen in der Deutschen Kliniklandschaft dürfen nicht auf dem Rücken der Schwächsten und in den strukturschwächsten Gegenden stattfinden“.


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