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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Aufregung um Zwangsbehandlung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener“ e.V. („die-BPE“) aus Berlin fordert in einem Schreiben an alle Schweriner Landtagsabgeordneten, dass das Psychisch-Krankengesetz MV (Psych-KG) „abgeschafft oder so geändert wird, dass alle Teile, die Zwangsmaßnahmen, also Freiheitsentziehung und Zwangsbehandlung, legalisieren, daraus entfernt werden“.


Dazu erklärte die Abgeordnete Irene Müller, Fraktion Die LINKE kürzlich bei einem Treffen mit Selbsthilfeverbänden in Rostock: „Akut oder chronisch psychisch Erkrankte haben ein Recht auf Hilfe und Schutz. Wer das Gesetz ablehnt, bringt Suizidgefährdete in eine riskante Lage. Beispielsweise bei Verlust der Selbstkontrolle, wie etwa durch Drogen ausgelöst, kann rechtzeitiges Eingreifen Menschenleben retten.“

Christian Kaiser, Vorsitzender des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener, hält es für „anmaßend“, dass dieser Verein „die Existenz psychischer Erkrankungen in der Öffentlichkeit so massiv bestreitet“. Das verunsichere und diskriminiere die Betroffenen und könne sie weiter an den Rand der Gesellschaft treiben, so Kaiser.

Schirmherr der Akteure in der antipsychiatrischen Vereinigung „die-BPE“ ist der im Jahre 1999 wegen Betruges verurteilte Hochstapler Gert Postel. Dieser stieg im November 1995 ohne Facharztausbildung zum Leitenden Oberarzt einer Psychiatrieklinik auf. „Letztlich will diese Bewegung die Psychiatrie abschaffen. Alternativen bietet sie keine“, so Roland Hartig, Geschäftsführer des Landesverbandes der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker. Die Vertreter der Selbsthilfe erklärten sich bereit, sich mit weiteren Abgeordneten zu verständigen.

Hinweis: Bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener („die-BPE“) handelt es sich um den ehemaligen Berliner Landesverband Psychiatrie-Erfahrener, der sich vom Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener abgespalten hat. Die Akteure von „die-BPE“ sind nahezu identisch mit denen der „Irren-Offensive“. Die Organisation „die-BPE“ hatte Postel 2007 für den Nobelpreis für Medizin vorgeschlagen, „weil er den empirischen Beweiss erbracht hat, dass es so etwas wie psychische Krankheit nicht gibt.“


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