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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Regiopole Rostock weiter stärken

Schlotmann: Position ausbauenDer Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung, Volker Schlotmann, sprach sich heute im Landtag für eine Anerkennung des Begriffs „Regiopole“ als Kategorie der Raumordnung aus. „Wenn wir in Mecklenburg-Vorpommern über Regiopole sprechen, sprechen wir über die Region Rostock und ihre Bedeutung für die gesamte Landesentwicklung“, so der Minister.

Der Bund geht in der Raumentwicklung von elf Metropol-regionen von europäischer Bedeutung in Deutschland aus. Mecklenburg-Vorpommern ist neben Thüringen das einzige Bundesland, das keiner Metropolregion angehört.

„Zwischen der Klassifikation einer Metropole und der eines Oberzentrums besteht eine Lücke. Das betrifft insbesondere die Städte, die aufgrund ihrer Größe und Funktion schon heute überregionale Wachstumskerne darstellen. Sie sind in der Regel kleiner als eine Metropole, aber bedeutender als ein Oberzentrum“, erklärte Schlotmann. Für diese Städte wurde der Begriff „Regiopole“ definiert. Dies sind Städte, die abseits von Metropolen liegen, eine Größe von 100.000 bis 300.000 Einwohner haben, eine Universität besitzen, wichtige Knotenpunkte im deutschen Städtenetz darstellen und die Steuerungs- und Gatewayfunktionen übernehmen. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen von 19 Regiopolen in Deutschland aus, darunter die Hansestadt Rostock.

„Die günstige Lage am Wasser und an wichtigen Handelswegen legte schon zur Zeit der Hanse im 14. Jahrhundert den Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Heute ist Rostock eine aufstrebende ostdeutsche Großstadt mit Wachstumspotenzial. Die Lage im Ostseeraum, dem ein dynamisches Wirtschaftswachstum prognostiziert wird, sowie die Lage an der Peripherie der Metropolen Hamburg, Berlin und Kopenhagen bestimmen maßgeblich die Entwicklungschancen der Stadt und der Region. Hinzu kommt die Nähe der Stadt zu verschiedenen Verkehrsträgern: den Autobahnen A19 und A20, dem Flughafen Rostock-Laage und dem Rostocker Hafen als den zweitgrößten Hafen an der deutschen Ostseeküste. Mit dem Ausbau der Bahnverbindung nach Berlin wird auch die schienenseitige Anbindung verbessert“, erklärte Schlotmann.

Zwei Drittel des Gesamtumschlages der Häfen im Land werden über die Rostocker Häfen abgewickelt und 2,5 Millionen Passagiere jährlich in Rostock abgefertigt. Im Seehafen haben sich mittlerweile 150 Unternehmen angesiedelt. Dort arbeiten heute 5.500 Menschen. Das BIP und das Einkommen pro Erwerbstätigen liegen zehn beziehungsweise fünf Prozent über dem Landesdurchschnitt. „Für Standortentscheidungen sind auch die Kultur-, Bildungs- und Freizeitangebote wichtig. Auch hier kann Rostock punkten“, so Schlotmann.

Für die Vernetzung mit den benachbarten Metropolen Hamburg und Berlin/Brandenburg werden Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen von Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) untersucht. Diese durch den Bund finanzierten Untersuchungen laufen noch bis 2010. Eng mit dem MORO-Vorhaben verknüpft, sind die Bemühungen zur Stärkung des mitteleuropäischen Nord-Süd-Entwicklungskorridors durch Ostdeutschland als Bindeglied zwischen Skandinavien und der Adria. Dieser Korridor soll gestärkt und ausgebaut und Rostock und Sassnitz als Logistikdrehkreuze entwickelt werden.

Seit 2007 wird mit wissenschaftlicher Begleitung der Universität Kassel an den Grundlagen für die Ausweisung von Regiopolen am Beispiel von Rostock gearbeitet. Einer Steuerungsgruppe unter Leitung der IHK Rostock sowie des Regionalen Planungsverbandes gehören Vertreter der Stadt, der Region, des Landes und der Wirtschaft an. Für dieses Jahr sind die Erstellung einer Internetseite, die Vergabe von Studien-, Bachelorarbeiten sowie Lehrveranstaltungen an der Universität Rostock, die Einrichtung eines bundesweiten Arbeitskreises sowie gezielte Kontakte zwischen Rostock und anderen potenziellen Regiopolen (z. B. Erfurt) geplant.

„Ich würde es begrüßen, wenn Regiopole als offizielle Raumkategorie der Raumordnung in Deutschland Eingang finden würden. Dies wäre insgesamt gut für Rostock und gut für das Land. Deshalb will ich mich dafür einsetzen“, sagte Schlotmann abschließend.


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