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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Lückenschluss für Ostseeküsten-Radweg

Seidel: Radfahren wird für Einheimische und Gäste auf Rügen noch attraktiver

Neuer Radweg auf Deutschlands größter Urlaubsinsel: Zwischen den Ostseebädern Sellin und Baabe auf der Insel Rügen wird von Sellin bis zum Kleinbahnhof in Baabe ein neuer Radweg gebaut. „Damit wird eine weitere Lücke auf dem Radfernweg entlang der Ostseeküste geschlossen. Der Streckenabschnitt gehört gleichzeitig zum Rügen-Rundweg auf der Insel. Radfahren wird für Einheimische und Gäste auf Rügen noch attraktiver“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel am Mittwoch in Schwerin. Der neue Radweg mit einer Gesamtlänge von rund 2,1 Kilometern soll auf einer Breite von 2,50 Metern ausgebaut werden. Noch in diesem Monat wird mit dem Neubau begonnen, wobei der Radweg bis Jahresende 2010 fertig gestellt sein soll.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Gesamtinvestition in Höhe von über 620.000 Euro mit einem Zuschuss von rund 440.000 Euro. Die Mittel werden aus der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) bereit gestellt. Der auszubauende Streckenabschnitt befindet sich überwiegend im Biosphärenreservat Südost Rügen. Der neue Radweg beginnt am Seeuferweg Selliner See und verläuft entlang der Kleinbahn bis zum Anschluss an den Radweg im Bereich des Kleinbahnhofs im Ostseebad Baabe. Der Ostseeküsten-Radweg ist insgesamt 645 Kilometer lang.

„Aufgrund des sehr hohen Fahrradaufkommens auf der Insel Rügen ist es dringend erforderlich, das Radwandern für Gäste und Einheimische sicherer zu machen“, sagte Seidel. „Mit dem Ausbau eines durchgängig befahrbaren Radweges wird die Attraktivität des Radwegenetzes und die Verkehrssicherheit deutlich erhöht.“ Die Zahl der Touristen hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht. Radelten 1998 an Sommertagen 1.000 bis 1.500 Pedalritter auf den Straßen in der Region, so waren es zehn Jahre später schon 3.000 Radwanderer. Eine Verkehrszählung in der Hochsaison 2008 ergab auf dem Abschnitt von Sellin nach Baabe und zurück tagsüber eine Gesamtzahl von 3.700 Radfahrern.

„Die Fern- und Radrundrouten werden zunehmend auch außerhalb der Sommersaison von den Urlaubern genutzt“, sagte Seidel. „Je nach Jahreszeit sind tagsüber zwischen 300 und 800 Radfahrer auf der Stecke von Sellin nach Baabe unterwegs.“ Derzeit gibt es zwischen Sellin und Baabe bereits ein Trasse entlang der B 196, die jedoch nicht durchgehend ist. Der Radweg quert mehrmals die stark befahrene Bundesstraße. „Das ist für Rad- und Autofahrer gleichermaßen ein hohes Sicherheitsrisiko“, sagte Seidel. „Wenn der Radweg fertig gebaut ist, besteht mehr Sicherheit für Radfahrer.“ Die Investitionen in den Ausbau der touristischen Infrastruktur werden von der Planung bis zur Realisierung durch das Amt Mönchgut-Granitz getätigt.

Für fast die Hälfte aller Deutschen zählt Fahrradfahren zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten. „Der Radurlauber von heute reist nicht mit dem Rad, weil er muss, sondern weil er es will, denn Aktivurlaub liegt im Trend“, sagte Seidel. „Wir müssen den Service und die Radwegeinfrastruktur weiter verbessern.“ Der Radtourismus gehört zu den Wachstumsmärkten der Tourismusbranche. Jeder Radtourist gibt rund 70 Euro täglich aus. Durchschnittlich werden für eine Radreise 1.200 Euro ausgegeben. Der Radtourismus ist mit geschätzten fünf Milliarden Euro Umsatz ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor in Deutschland.

Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den beliebtesten Radreisezielen in Deutschland. „Der Radtourismus gehört zu den Wachstumsmärkten der Tourismusbranche, er ist ein wichtiger Erwerbszweig und bedeutende Einnahmequelle“, sagte Seidel. „Der Nordosten setzt dabei auf eine gut ausgebaute Infrastruktur. Der Bau von Radwegen bedeutet auch Aufträge für Unternehmen in der Region und sichert Arbeitsplätze.“ MV verfügt über 5.100 Kilometer touristisch ausgeschilderte Radrouten und 1.900 Kilometer Radwege des überörtlichen Verkehrs. Das sind acht Radfernwege und 21 überregionale Rundwege mit insgesamt rund 7.000 Kilometern.

Zwischen 1992 und 2009 wurden rund 140 Millionen Euro in touristische Radwege investiert. Das Wirtschaftsministerium hat diese Entwicklung mit rund 95,5 Millionen Euro unterstützt. Allein im vergangenen Jahr wurden insgesamt 15 Radwegeprojekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 4,5 Millionen Euro umgesetzt. Das Wirtschaftsministerium unterstützte diese Projekte mit Fördermitteln in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro.


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