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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Leukämie: Spendenaktion für Anna aus Malchin

Helfen auch Sie …

Das Schicksal der jungen 18-jährigen Anna aus Malchin bewegt Mecklenburg-Vorpommern, die erst kürzlich – unmittelbar vor den Vorbereitungen auf ihre Abiturprüfungen – eine Nachricht erhielt, die viele andere verzweifeln ließen. Anna ist an Leukämie erkrankt und benötigt zum Überleben dringend einen passenden Stammzellspender.

Glücklicherweise hat Anna viele Freunde, eine hervorragende Familie und eine tolles Klassen-Team, die sie alle unterstützen und so auch schon Spenden-Aktionen organisierten. Wenn nun jede potentielle Spenderin und jeder potentielle Spender in M-V und weit darüber hinaus helfen kann, dann sollte sie bzw. er es tun. Es geht letztendlich um ein junges Mädchen, dass noch eine Zukunft haben sollte! Wie hieß es so treffend in Roland Emmerichs „2012“: Der Moment, in dem wir aufhören füreinander zu kämpfen, in dem Moment hören wir auf, menschlich zu sein …“
Also lasst uns alle versuchen der jungen Anna zu helfen. Und Anna möchte man zurufen: „Es gibt überall Blumen für den, der sie sehen will.“ (Henri Matisse)

Wie kann die Einzelne/der Einzelne helfen?

Nachgefragt bei Stefanie Doss, Teamleiterin Spender-Neugewinnung bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH) und Organisatorin der Aktion „Gemeinsam für Anna und andere“

„Die Resonanz ist überwältigend …“

Frage:  Das Schicksal der jungen Abiturientin Anna aus Malchin bewegt die Menschen in M-V, aber nicht nur dort. Wie kann Anna konkret geholfen werden? Welche Möglichkeiten gibt es?

Stefanie Doss: Anna benötigt einen passenden Stammzellspender. Daher hat die Familie zusammen mit Freunden zu einer großen Typisierungsaktion aufgerufen. Natürlich kann auch Anna weiterhin geholfen werden, zum Beispiel durch eine Spende an die DKMS.

Für die Neuaufnahme eines potenziellen Lebensspenders entstehen der DKMS Kosten in Höhe von 50,- Euro, die weder von den Krankenkassen übernommen noch staatlich bezuschusst werden, sondern allein durch Spendengelder finanziert werden müssen. Wir wissen natürlich, dass nicht jeder seine Registrierungskosten selbst tragen kann. Aber auch kleine Beträge helfen. Jeder Euro zählt!

Frage: Wer kann spenden? Wie ist eigentlich der Ablauf einer Registrierung als Knochenmarkspender?

Stefanie Doss: Grundsätzlich kommt jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der mindestens 50 kg wiegt, als Spender in Frage. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D. Für Detailfragen kann man sich jederzeit an DKMS direkt wenden.
Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Arm-Vene entnommen. Für den Spender ist das zunächst eine Sache von 5 bis 10 Minuten und ein kleiner Pieks.

Damit ist der erste Schritt getan um einem Menschen das Leben retten zu können. Alle Blutproben werden sofort ins Labor gebracht und untersucht! Im Labor werden zehn Gewebemerkmale analysiert. Entscheidend für eine Stammzellspende ist die Übereinstimmung von mindestens acht Gewebemerkmalen zwischen Patient und Spender.

Nach einer Typisierung werden die Befunde anschließend anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender Register (ZKRD) in Ulm weitergeleitet, wo sie für Patienten-Anfragen aus dem In- und Ausland zur Verfügung stehen.

Frage: Was passiert bei einer Knochenmark- oder Stammzellentnahme?

Stefanie Doss: Es gibt zwei verschiedene Entnahmeverfahren:

1. Seltener durchgeführt wird inzwischen die Knochenmarkentnahme, bei der dem Spender das Blut-Knochenmarkgemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm (nicht etwa Rückenmark) entnommen wird. Es bildet sich übrigens nach zwei Wochen wieder vollständig nach.

2. Die wesentlich häufigere Methode (80 Prozent der Fälle – Anm.) ist die periphere Stammzellentnahme: Dem Spender wird über mehrere Tage ein Medikament verabreicht, welches die Produktion der Stammzellen im Knochenmark anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt. Nach dieser Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt

Frage: Wie schnell muß nun im konkreten Fall gehandelt werden? Wenn alle (möglichen) Menschen zwischen Schönberg und Usedom, von Rügen vis Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald, Schwerin bis Ludwigslust spenden würden, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der passende Spender dabei ist?

Stefanie Doss: Das kann man leider nicht sagen. Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20.000 gefunden werden, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein passender Spender.

Frage: Gibt es weitere Spenden-Aktionen – mit Unterstützung der DKMS – in M-V? Wenn ja, wo finden diese statt?

Stefanie Doss: Die große Spendenaktion fand am 31. März in Malchin statt. Eine weitere Registrierungsaktion ist am 13. April 2012 in Laage. Weitere Termine kann man jederzeit in unserem Veranstaltungskalender auf www.dkms.de finden.

Frage: Wie war eigentlich die Resonanz auf die Aktion am 31. März in Malchin?

Stefanie Doss: Die Resonanz war großartig.  Dank der Unterstützung durch die Initiativgruppe um Herrn Dr. Knabe sowie vielen fleißigen Helferinnen und Helfern konnten insgesamt 1.563 potentielle Stammzellspender aufgenommen werden. Bei der Aktion wurden außerdem mehr als 43.000 Euro an Spendengeld gesammelt.

Vielen Dank für Ihre Informationen. Da bleibt nur zu hoffen, dass bald ein passender Spender gefunden wird!

Die Fragen stellte Marko Michels


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