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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Intendantenwechsel in Mecklenburg-Vorpommern

Die Festspiele erhalten mit Daniel Hope und Matthias von Hülsen eine Doppelspitze


Zum 1. Januar 2009 wechselt die Leitung der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Der Gründer der Festspiele, Dr. Matthias von Hülsen, übernimmt die Intendanz von Prof. Dr. Sebastian Nordmann, der die Festspiele seit 2003 führt und jetzt zum Intendanten des Berliner Konzerthauses am Gendarmenmarkt berufen wurde. Als künstlerischen Partner bringt von Hülsen den international renommierten britischen Geiger und langjährigen Festspielfreund Daniel Hope mit. Er wird die künstlerische Seite beratend und gestaltend verstärken. Sebastian Nordmann bleibt den Festspielen jedoch eng verbunden.

Durch diese Veränderungen eröffnen sich auch ganz neue Perspektiven und Kooperationschance mit dem von Sebastian Nordmann geführten Berliner Konzerthaus sowie durch Daniel Hope mit dem New Yorker Lincoln Center und insbesondere dessen Chamber Music Society sowie verschieden europäischen und amerikanischen Festivals. Von einer stetigen Zusammenarbeit mit dem Konzerthausorchester sollen die Festspiele und ihr Publikum ebenso profitieren wie von dem verstärkten Ausbau attraktiver Spielstätten und einer partnerschaftlich gefestigten Position im Netzwerk internationaler Konzerthäuser.

Bis zum 31. Dezember 2008 wird Matthias von Hülsen zusammen mit Sebastian Nordmann die kommende Spielzeit vorbereiten. Aus dem Aufsichtsrat der Festspiele, dem er seit 2003 angehört, scheidet er mit der Übernahme der Intendanz am 1. Januar 2009 aus. „Für Mecklenburg-Vorpommern garantiert diese Rückkehr des Festspielgründers auf den Posten des Intendanten Kontinuität und die Sicherung des Erreichten“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Thomale. „Es gibt uns“, erklärt er weiter, „eine verlässliche Basis, von der aus Neues entwickelt werden kann.“

„Ich bin froh, dass wir mit Matthias von Hülsen einen Nachfolger gefunden haben, der nicht nur Gründer der Festspiele ist, sonder auch während meiner Zeit als Intendant mein ständiger Begleiter und Mentor war“, freut sich Prof. Dr. Sebastian Nordmann und erklärt: „Damit hat er die Festspiele in den sechs Jahren eigentlich auch nie verlassen. Die Doppelspitze aus von Hülsen und Hope garantiert die Kombination aus Kontinuität und Aufbruch.“ Während der sechsjährigen Intendanz von Sebastian Nordmann sind die Festspiele nicht nur stetig, sondern auch sehr viel stärker als andere gewachsen und schließlich auf den Platz des drittgrößten deutschen Festival vorgerückt, dicht neben das Rheingau-  und das Schleswig-Holstein-Festival.

Zu einem international anerkannten Markenzeichen wurde die Konzertreihe „Junge Elite“,  der von Matthias von Hülsen entwickelte programmatische Kern der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Das Publikum wird davon ebenso angezogen wie der hochbegabte Nachwuchs in Europa und darüber hinaus. Die ausgelobten Preise zählen zu den besonders begehrten, weil sie die seltene Möglichkeit fortdauernder Zusammenarbeit nach sich ziehen, Sommer für Sommer. Über dreißig Solisten und Ensembles, viele, die inzwischen eine eigene Weltkarriere machten oder ihren Platz in den bedeutendsten Klangkörpern fanden, gehören heute schon zu einer beispiellosen künstlerischen Festspielfamilie, die jedes Jahr wieder nach Mecklenburg-Vorpommern kommt, um gemeinsam zu musizieren.

„Diese Kultur“, sagt Matthias von Hülsen, „ist unser Kapital. Um es zu mehren, werden wir weiterhin auf höchste künstlerische Qualität setzen, herausragende Konzertereignisse anbieten und Voraussetzungen dafür schaffen, dass ein noch breiteres Publikum daran teilhaben kann, auch mit Blick auf die expandierende Tourismusbranche des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Neben der Entdeckung weiterer originärer Spielstätten verlangt das vor allem die zielstrebige Ausgestaltung profilierter Spielstätten wie Hasenwinkel, Redefin oder Ulrichshusen zu Image tragenden Standorten. Zusammen mit Helmuth von Maltzahn wird insbesondere Ulrichshusen als zentraler Festspielort weiter entwickelt werden. Eine Freilichtbühne mit 4000 Sitzplätzen wird hier bis 2010 entstehen, etwa nach dem Vorbild des amerikanischen Tanglewood, das, harmonisch in die Landschaft eingebettet, einem sehr großen Publikum die Möglichkeit bietet, auch Open Air Konzerte auf höchstem Niveau zu erleben. Um dieses zu erreichen, bedarf es einer weiteren Internationalisierung der Festspiele, für die Daniel Hope stehen wird.“

Als einstiger Mitbegründer des Schleswig Holstein Festivals kann Matthias von Hülsen dabei auf vielfältige Erfahrungen zurückgreifen. Als Gründer und ständiger Wegbegleiter der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern verfügt er über enge Beziehungen zu den künstlerischen Partnern und Preisträgern. Die Mitarbeiter der Festspiele sind ihm seit Jahren vertraut. Sie bilden das junge Kompetenzteam der Zukunft. Das professionelle Management gewährleistet ein Team, in dem Alexander Hollensteiner für den künstlerischen und Toni Berndt für den kaufmännisch organisatorischen Bereich verantwortlich zeichnen, während Juliane Keil das Sponsoring leitet. Felix von Hagen führt den Bereich Marketing und Vertrieb und Hanna Schrader die Abteilung Medien- und Öffentlichkeitsarbeit.

Bei der Programmentwicklung sowie bei der weiteren internationalen Profilierung der Festspiele wird der Menuhin-Schüler und einstige Preisträger in Residence Daniel Hope als ständiger „Artistic-Fellow“ beratend tätig werden. „Mit ihm, dessen Werdegang ich seit seiner Jugend begleite“, erklärt Matthias von Hülsen, „haben wir einen Partner gewonnen, der nicht nur zu den ganz großen Musikern der Gegenwart zählt und als solcher über beste Verbindungen verfügt, sondern auch einen Künstler, der seit der Veröffentlichung seines Buches ‚Familienstücke‘ besondere intellektuelle Autorität genießt.“

Wie wichtig diese gesellschaftspolitische Dimension gerade für die Profilierung eines Musikfestivals ist, das wesentlich zur kulturellen Identität des Landes beiträgt, weiß Matthias von Hülsen aus eigener Erfahrung. Gemeinsam mit Justus Frantz hat er 1985 das Schleswig-Holstein-Festival aus der Taufe gehoben und dabei u. a. die neue Form der Musikfeste auf dem Lande initiiert. Sieben Jahr war er ihr Leiter, bevor er 1989, nach der Wende, mit dem Aufbau der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern begann. Sie hat er parallel zu seiner Arbeit als Hamburger Kinderarzt bis zur Übergabe der Intendanz an Sebastian Nordmann 2003 geführt.

Vom Land wurde ihm für diese Aufbauarbeit 2003 der Verdienstorden Mecklenburg-Vorpommerns verliehen. Auch wegen der besonderen Verpflichtung, die aus dieser Auszeichnung folgt, freut sich Matthias von Hülsen, unterdessen befreit von anderen beruflichen Aufgaben, auf den Umzug von Schleswig-Holstein nach Schwerin – darauf, jetzt noch einmal die Leitung der deutlich gewachsen Festspiele übernehmen und sie ein Stück weiter in die Zukunft führen zu können.


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