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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Grüne: Kein Ausstieg aus dem Atomausstieg

Norddeutsche Grüne kündigen Protest gegen die Laufzeitverlängerung an

Die Landesvorsitzenden aus den fünf norddeutschen Bundesländern haben sich am gestrigen Mittwoch in Hamburg gegen die Verlängerung der Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke ausgesprochen und gemeinsam eine Resolution gegen die Entscheidung der Bundesregierung verabschiedet. „Das was uns die Kanzlerin als Kompromiss verkaufen will, ist doch nichts weiter als der Ausstieg aus dem Atomausstieg. Schrottreaktoren dürfen faktisch bis zum Sankt-Nimmerleinstag am Netz bleiben, wenn es den Betreibern gefällt“, echauffierten sich die Grünen-Vorsitzenden. Sie einigten sich darauf, gegen die Laufzeitverlängerung zu protestieren.

„Zum einen wird ein ganzes Land durch den längeren Betrieb der Atomkraftwerke auch länger den Gefahren von Stör- und Unfällen im ‚Normalbetrieb’ ausgesetzt, zum anderen wird damit der notwendige Ausbau der erneuerbaren Energien verhindert. Damit wird die dringend notwendige Energiewende verhindert“, erklärt Jürgen Suhr, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern. Durch die Entscheidung für die längeren Laufzeiten werde durch die Bundesregierung die Wirtschaft im Norden Deutschlands geschwächt. „Hier wird bereits besonders von den erneuerbaren Energien profitiert, vor allem im Windkraftbereich“, sind sich die Grünen-Vorsitzenden einig. Diese Entwicklung werde nun verlangsamt.

„Diese Entscheidung ist nicht einfach hinzunehmen. Es gibt kein einziges genehmigtes Atommüllendlager weltweit, in Deutschland werden aber allein laut Greenpeace 6000 t zusätzlicher radioaktiver Müll anfallen, wenn die AKWs zehn Jahre länger als geplant am Netz bleiben“, so Suhr weiter. Hinzu komme, dass Gorleben als Endlager genutzt werden soll. „Der undichte und völlig ungeeignete Salzstock wird damit zu Deutschlands Atomklo erklärt“, ereifert sich Suhr. Die Grünen-Vorsitzenden der norddeutschen Bundesländern fordern die Bundesregierung dazu auf, ergebnisoffen und deutschlandweit nach einem geeigneten Standort für die Endlagerung des Atommülls zu suchen.


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