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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Beim Festakt zur deutschen Einheit droht Ausgrenzung

Die behindertenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Irene Müller, kritisiert, dass der Festakt zum Tag der deutschen Einheit ohne Gebärdensprache untersetzt übertragen werden soll.

„Gehörgeschädigte und gehörlose Menschen dürfen nicht ausgegrenzt werden, sie haben ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe“, erklärte Frau Müller am Freitag. Dieses Recht sei im Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes verankert und dürfe nicht verwehrt werden.

Die Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern hat nach Informationen von Frau Müller bei den Sendern ZDF und NDR angefragt, wie die Barrierefreiheit für gehörgeschädigte und gehörlose Menschen gewährleistet werden soll. „Es sei nicht üblich, solche Veranstaltungen mit Gebärdensprache zu begleiten, das sähe das Protokoll nicht vor, lautete die Antwort“, so Frau Müller. Man sei lediglich bereit, den Festakt mit Videotext zu untertiteln. „Das ist ein Skandal, zumal das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer wieder seine Wichtigkeit betont, Menschen zu informieren“, so Frau Müller. „Ein Videotext wird den Ansprüchen von Menschen mit Hörschädigungen nicht gerecht, läuft viel zu schnell, hat eine zu kleine Schrift und ist farblich untauglich abgesetzt.“

Sie appellierte erneut an Ministerpräsident Ringstorff, nicht zuzulassen, dass bei einer Veranstaltung der Bundesregierung unter seinem Vorsitz im Bundesrat Menschen mit Behinderung bewusst ausgegrenzt werden.


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