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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

MitraClip – Alternative zum herzchirurgischen Eingriff

Greifswalder Kardiologen spezialisieren sich auf innovative und schonende Eingriffe am Herzen

Anfang des Jahres zieht die Innere Klinik B der Universitätsmedizin in den Klinikneubau in der Sauerbruchstraße. „In der neuen Räumlichkeiten der Kardiologie entsteht ein hochmodernes Untersuchungs- und Behandlungszentrum für Herz-Kreislauferkrankungen“, erklärte Klinikdirektor Prof. Felix. „Die nach neuestem Standard ausgestatteten Herzkatheterlabore sind so beispielgebend, dass sie als Referenzeinrichtungen für andere Kliniken dienen werden“, ergänzten die Oberärzte Dr. Mathias Busch und Dr. Klaus Empen.

Prof. Felix kündigte an, dass mit dem Umzug und dem neuen Hybrid-OP die Anzahl der Herz-Untersuchungen und innovativen Eingriffe erheblich erhöht werden kann. „Das ist auch dringend erforderlich, weil Herz-Kreislaufstörungen in der immer älter werdenden Gesellschaft die am weitesten verbreitete Volkskrankheit darstellen. Dabei wollen sich die Greifswalder Kardiologen insbesondere auf schonende Verfahren für Patienten spezialisieren, die nicht mehr dem Risiko eines chirurgischen Eingriffes ausgesetzt werden können. Die Erforschung neuer und schonender Verfahren in der Herzmedizin ist ein bedeutender wissenschaftlicher Schwerpunkt in Greifswald.

Neues Verfahren (MitraClip ) erfolgreich eingeführt

Gerade ältere und mehrfach kranke Patienten können oftmals nicht mehr am offenen Herzen operiert werden. Seit Jahren forscht und arbeitet die Greifswalder Kardiologie deshalb an alternativen Methoden. Einen Schwerpunkt bilden neben der Blutwäsche bei Herzmuskelschwäche verschiedene aufwendige Behandlungsmethoden im Herzkatheterlabor, die schonender sind als Operationen am offenen Herzen.

So wurde in diesem Jahr erneut ein innovatives Verfahren in der Greifswalder Herzklinik etabliert. Das Verfahren der so genannten interventionellen Mitralklappenrekonstruktion ist noch relativ jung und wird seit zwei Jahren auch in Deutschland eingesetzt. Bei diesem nicht-chirurgischen Verfahren kann eine Undichtigkeit der linken Herzklappe (Mitralklappe*) über eine Vene von der Leiste aus behandelt werden. Funktioniert die Mitralklappe nicht, strömt das Blut nicht von der linken Herzkammer in die Hauptschlagader, sondern zurück in den linken Vorhof. Je nach Schweregrad der Störung kommt es zur Ansammlung von Wasser in der Lunge. Die betroffenen Patienten leiden in solchen Fällen an einer massiven Atemnot und können in einen lebensbedrohlichen Zustand geraten.

„Jetzt können wir ohne den Brustkorb zu öffnen und ohne Anschluss an eine Herz-Lungen-Maschine die Herzklappe statt mit einer Herzklappenoperation mit einer Spezialklammer (MitraClip) abdichten, so dass sie wieder weitestgehend normal arbeitet“, so Felix. „Alle acht Patienten, die mit einer Implantation eines MitraClips behandelt wurden, haben sich recht schnell erholt und keine Komplikationen gezeigt.“

Der überwiegende Teil der Patienten mit einem MitraClip leidet unter mehreren Begleiterkrankungen. Die Behandlung dieser Patienten erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit  und sollte daher an Häusern der Maximalversorgung erfolgen, in denen auch diese Begleiterkrankungen in entsprechenden Spezialabteilungen effektiv therapiert werden können.

Die Reparatureingriffe, die mittels eines Herzkatheters durchgeführt werden, sollen jetzt wissenschaftlich analysiert werden. „Bislang werden die Hightech-Clips nur bei Patienten eingesetzt, die nicht am offenen Herzen operiert werden können. Möglicherweise sind sie auch eine Alternative für größere Patientengruppen“, sagte Felix „Wir wollen diese Kathetereingriffe hinsichtlich der Risikofaktoren und des erfolgreichen Heilungsverlaufes einer umfassenden wissenschaftlichen Auswertung unterziehen“, informierte Felix.

Quelle: Universitätsmedizin Greifswald


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