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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Gewalt gegen Kinder – neuer Leitfaden für Pädagogen

Das Bildungsministerium, das Sozialministerium, die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung und die Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern haben einen weiteren Leitfaden mit dem Titel „Gewalt gegen Kinder“ veröffentlicht.

Dieser Ratgeber wendet sich speziell an Pädagogen und alle Personengruppen, die täglich intensiven Kontakt mit Kindern haben.

Er soll helfen, Symptome von Gewalt und Vernachlässigung schneller zweifelsfrei zu identifizieren. Zugleich werden rechtliche Hinweise gegeben und Tipps, was und vor allem mit welchen Kooperationspartnern zu tun ist, wenn es einen begründeten Verdacht auf Kindesmisshandlung gibt.

Erzieher sind nicht nur Vorbilder, sondern auch wichtige Vertrauenspersonen für Kinder und Jugendliche. Dabei versuchen betroffene Kinder auf unterschiedlichste Weise Aufmerksamkeit zu erregen und erwarten Hilfe und Unterstützung von den Pädagogen. „Auf solche Signale müssen Lehrer und Erzieher reagieren können. Unser Leitfaden soll deshalb besonders dieser Berufsgruppe zukünftig beratend zur Seite stehen“, begründet Dr. Volker Möws, Leiter der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, das Engagement der Kasse.

„Nicht wegsehen – das gilt für alle, die mit Familien zu tun haben“, sagte Sozialminister Erwin Sellering. Der Leitfaden soll ihnen dabei helfen, bei Hinweisen auf Misshandlung oder Vernachlässigung von Kindern die richtige Entscheidung zu treffen.

Immer wieder sind Kinder in ihren eigenen Familien Gewalt ausgesetzt. Neben den Formen körperlicher Gewalt zählen dazu gleichfalls psychische Gewalteinwirkungen, wie elterliche Ablehnung und Vernachlässigung. Auch wenn genaue Zahlen schwer zu ermitteln sind: Jeder Fall ist einer zuviel. Bildungsminister Henry Tesch dazu: „Ein solcher Leitfaden mit umfassenden Hinweisen zum Schutz der Kinder gibt den Lehrern und Erziehern mehr Sicherheit im Umgang mit dieser Problematik. Gewalt gegen Kinder darf nicht hingenommen werden. Wir alle stehen in der Pflicht, Kinder zu schützen. Daher müssen sich Nachbarn, Bekannte und Verwandte ebenso wie Ärzte, Lehrerinnen und Erzieher ihrer besonderen Verantwortung bewusst sein. Wir dürfen unsere Augen vor Missständen nicht verschließen und müssen miteinander dagegen vorgehen.“

Kinder erzählen nicht immer, was mit ihnen passiert. Sie reagieren eher mit Verhaltensänderungen. Man kann von den Symptomen jedoch nicht immer und generell auf Gewalteinwirkung schließen. Eine Häufung von Verhaltensauffälligkeiten bei einem Kind sollte immer auch Anlass sein, nach Anzeichen von körperlicher oder seelischer Misshandlung zu suchen.

Misshandlung und Vernachlässigung seien häufig nicht leicht zu erkennen, betonte Sellering. „Auf Hinweise müssen alle Beteiligten sensibel, aber auch konsequent reagieren“, sagte der Sozialminister. Dabei sei es wichtig, sich mit anderen Fachleuten auszutauschen. Der Leitfaden solle dabei helfen, die Akteure zusammenzuführen und ihnen den Rücken zu stärken.

Bereits im letzten Dezember erschien der Leitfaden für Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern. Die positive Resonanz und große Nachfrage, insbesondere von Erzieherinnen, hat die TK darin bestärkt, diesen speziellen Leitfaden zu entwickeln. Hier stehen Hilfen für das Kind und die Familie im Vordergrund. Gleichzeitig werden die Aufgaben und Grenzen des professionellen Handels von Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer aufgezeigt. Er soll eine Hilfe sein, wenn zwischen Gefühlen wie Empörung, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Überforderung nach einem angemessenen Vorgehen gesucht wird.

Die Broschüre kann ab sofort kostenlos bei der TK unter der Telefonnummer 0385-7609-0 angefordert werden. Der Leitfaden steht auch unter www.tk-online.de/lv-mecklenburgvorpommern als Download zur Verfügung.


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