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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Bundesweiter Vorlesetag rückt Bücher in den Mittelpunkt

Kerstin Felgner: Lesefähigkeit, Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse unserer Kinder und Jugendlichen immer lückenhafter

Der bundesweite Vorlesetag am 18. November lädt dieses Jahr zum achten Mal ein, anderen vorzulesen. In Schulen, in Bibliotheken, in Buchhandlungen finden in ganz Deutschland zahlreiche Veranstaltungen dazu statt. Doch warum braucht es so einen Tag? Ist es nicht mehr selbstverständlich, dass zum Beispiel Eltern ihren Kindern abends im Bett etwas vorlesen? Einer der Hauptgründe dafür ist, dass generell zu wenig gelesen wird.

„Ich bin als Deutschlehrerin täglich damit konfrontiert, dass nicht nur die Lesefähigkeit, sondern auch die Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse unserer Kinder und Jugendlichen immer lückenhafter werden“, weiß Kerstin Felgner zu berichten. Die Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN M-V arbeitet seit Jahren als Deutschlehrerin im In- und Ausland. „Die deutsche Sprache mit all ihren vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten wird immer ärmer, weil der Wortschatz sich ständig verringert.“

Dies lässt sich auch vermuten, wenn man offizielle Zahlen sieht: Konnte man beispielsweise laut dem Statistischen Amt M-V im Jahr 1997 noch 234 Öffentliche Allgemeinbiblioheken und etwa eine viertel Million Nutzer verzeichnen, sind es 2010 nur noch 125 Einrichtungen und circa 150.000 Leser gewesen, Tendenz fallend. Mit der Anzahl der öffentlichen Bibliotheken liegt M-V damit im unteren Viertel des Bundesdurchschnitts.

Kerstin Felgner bemerkt dazu: „Bibliotheken sind für die Gemeinden immer noch freiwillige Leistungen. Hier muss gekürzt werden, wenn ein Haushalt nicht ausgeglichen ist. So stehen all die Stellen auf der Kippe, die heute noch von Gemeinden zum Unterhalt der Büchereien finanziert werden. Unsere Schule in Lalendorf hat eine Bibliothek. Die halbe Stelle, die von der Gemeinde gezahlt wird, ist nicht sicher, da Lalendorf Einsparungen vornehmen muss.“

Erforderlich wäre eine Garantie für wichtige Bildungsleistungen wie Bibliotheken, Volkshochschulen und ähnliche Einrichtungen. „Die kulturelle Daseinsvorsorge sollte als Pflichtaufgabe im Land eingeführt und in der Verfassung verankert werden. Nur dann lassen sich die Ansprüche auf Erhalt von kulturellen Einrichtungen herleiten und wären einklagbar“, so Felgner. „Wichtig ist dies natürlich vor allem für Kinder. Gerade in guten Kinder- und Jugendbüchern findet sich eine reichhaltige Welt, die neben der Sprache auch die Fantasie fördert, Werte vermittelt und ganz nebenbei auch noch richtig Spaß macht.“

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen M-V


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