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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

20 Jahre Kooperation Hochschule Wismar und TGZ Wismar-Schwerin

Mit guter und erfolgreicher Entwicklung: die Hochschule Wismar und das Technologie- und Gewerbezentrum Wismar-Schwerin

2010 ist ein Jahr der Jubiläen. Die Fußball-Weltmeisterschaft wurde 80, die Landeshauptstadt M-V, Schwerin, wurde 850, der Landessportbund M-V 20, das „neue“ Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls 20 und das Technologie- und Gewerbezentrum e.V. Schwerin/Wismar auch.

Hochschule WismarInsbesondere das TGZ ist dabei eine Erfolgsgeschichte. So siedelten sich dort bis 2010 rund 300 Unternehmen an, wurden 84 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert und entstanden zahlreiche Firmen mit Perspektiven. Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender des TGZ ist Rainer Beckmann. Eine enge Zusammenarbeit gibt es jedoch auch mit der Hochschule Wismar.

Nachgefragt beim Rektor der Hochschule Wismar, Prof. Dr. Norbert Grünwald

„Wir sind auf einem guten Weg!“

Frage: Herr Prof. Dr. Grünwald, 20 Jahre TGZ – Sie sind zwar Rektor der Hochschule Wismar, jedoch auch Partner des TGZs? Wie bewerten Sie dessen Entwicklung? Wie verläuft die Zusammenarbeit Hochschule – TGZ?

Prof. Dr. Norbert Grünwald: Die Entwicklung des TGZ Schwerin-Wismar verläuft seit 1990 sehr erfolgreich. Die Gründung des Technologie- und Gewerbezentrums e.V. Schwerin-Wismar im Jahr 1990 markierte dabei ohnehin  den Beginn einer Erfolgsgeschichte. Bis heute haben sich 300 Unternehmen in Schwerin und Wismar angesiedelt. 200 Unternehmen konnten das TGZ wieder verlassen, Gut drei Viertel davon ließen sich mit ihrer Firma in Westmecklenburg nieder. Insgesamt sind 2000 Arbeitsplätze in der Region entstanden.

Hochschule WismarSeit der Gründung  des TGZ  bestanden ganz enge Kooperationsbeziehungen zwischen dem TGZ und der Hochschule Wismar. Besonders zur Konzeption des Technologie- und Forschungszentrums (TFZ) und des Multimediaports am Standort Wismar hat die Hochschule  sehr aktive Beiträge geleistet. Die Kooperation und Zusammenarbeit ist nicht zuletzt auch deshalb hervorragend, weil viele ausgegründete Unternehmen von Studierenden und Professoren sowie deren Forschungsinstituten ihren Sitz im TGZ / TFZ haben.

Die Hochschule Wismar startete 2005 das Modellprojekt „Hochschule 2020 – unternehmerisch, wettbewerbsfähig, zukunftsorientiert“ und stellt sich damit den strukturellen Entwicklungen im Land sowie dem internationalen Wettbewerb um Wissen und Innovation. Als unternehmerische Organisation verfügt sie über ein eigenständiges Profil, das auf das Zusammenwirken von Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und der Gestaltung ausgerichtet ist.  Auf der Grundlage ihrer fachlichen Ausrichtung wird die Hochschule Wismar Bildungsinhalte mit Bezug auf unternehmerisches Denken und Handeln in die Ausbildung integrieren und diesbezüglich in starkem Maße mit der Wirtschaft kooperieren.

Hochschule WismarDie Hochschule Wismar ist sich  dabei ihrer Verantwortung als Motor der regionalen Entwicklung bewusst. In Kooperation mit Organisationen, Verbänden, Kommunen und dem TGZ/TFZ wird sie sich zu einem Zentrum für strategische Fragen der Regionalen Entwicklung für die Region Westmecklenburg (Schwerin, Wismar, Parchim, Ludwigslust, Nordwestmecklenburg) entwickeln.

Frage: 20 Jahre nach der deutschen Vereinigung gelten die neuen Bundesländer – „allgemein“ – immer noch als wirtschaftlich ziemlich rückständig. Sie können dagegen – vor dem Hintergrund der Entwicklung der Hochschule Wismar bzw. des TGZs Wismar-Schwerin – mit anderen Fakten aufwarten … Wie sehen diese eigentlich konkret aus?

Prof. Dr. Norbert Grünwald: Die Hochschule Wismar nimmt in der Hochschullandschaft der Bundesrepublik und darüber hinaus einen anerkannten guten Platz ein. Steigende Zahlen bei Studierenden, einschließlich der internationalen Studenten, ein hohes Drittmittelaufkommen und gute Plätze in den Rankings renommierter Organisationen, wie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), belegen das.

Unser 2005 begonnener Modelversuch  „Hochschule 2020 – unternehmerisch, wettbewerbsfähig, zukunftsorientiert“ wurde in einer ersten planmäßigen Evaluation Ende 2009 sehr positiv bewertet. Von einem hochrangigen Gutachtergremium wurde er als deutschlandweit einmalig und „als eine Zierde für das Land Mecklenburg-Vorpommern“ bezeichnet.

Hochschule WismarDie TGZ/TFZ Schwerin-Wismar haben mit der Hochschule Wismar eine sehr erfolgreiche Arbeit geleistet und dazu beigetragen, dass sich zukunftsfähige Unternehmen entwickeln. So wurden seit dem Jahr 2000 allein an der Hochschule Wismar über 120 Unternehmen auf den verschiedensten Gebieten ausgegründet. Rund 40 bis 50 Prozent davon wurden in dem wichtigen technologieorientierten Sektor gegründet.

Frage: Im April 2010 feierte das TGZ, den 20. Geburtstag. Zwei Jahre zuvor, 2008, wurde die Hochschule 100 Jahre. Viele Honoratioren aus der Politik erschienen. Es gab herzliche Worte von den Spitzenpolitikern der Region und des Landes. Fühlen Sie sich immer ausreichend von der Politik unterstützt?

Prof. Dr. Norbert Grünwald: Der Weg, den die Hochschule Wismar geht, ist völlig neu und stellt neue Herausforderungen an alle Akteure, auch an die Politiker. Wir haben in zahlreichen Gesprächen mit unseren Politikern den Eindruck gewonnen, dass sie unseren Plänen und Zielen des schon erwähnten Modellprojektes grundsätzlich sehr positiv gegenüber stehen.

Als Hochschule können wir auch sagen, dass nach den Worten der Politik auch Taten folgten. So unterstützt die Politik bereits die schrittweise Umsetzung mit der Förderung von Teilprojekten. Eine große Herausforderung ist hierbei die Überwindung bürokratischer und gesetzlicher Hürden. Diese führen zu einer teilweisen Verzögerung des Umsetzungsprozesses.

Frage: In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrisen sind Prognosen schwierig. Wie beurteilen Sie die Zukunft der Hochschule und des TGZ?

Prof. Dr. Norbert Grünwald: Neben der Wirtschafts- und Finanzkrise stehen wir in Ostdeutschland noch vor einer anderen Herausforderung – dem demografischen Wandel. Beide Faktoren beeinflussen die künftigen strategischen Ausrichtungen der Hochschule und des TGZ gleichermaßen.

Die Hochschule Wismar hat diese Entwicklung bereits früh erkannt und Maßnahmen  zur nachhaltigen Stabilisierung der Studierendenzahlen ergriffen. Mit der Ausweitung der Angebote in den Bereichen des Fern-, Online- und Teilzeitstudiums entstand neben den Direktstudiengängen ein weiteres Standbein für die Hochschule.

Das besondere Markenzeichen der Hochschule Wismar, die Vernetzung der wissenschaftlichen Schwerpunkte Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Gestaltung, und die enge Kooperation mit der Wirtschaft ist bei der Umsetzung gerade kreativer, technologieorientierter und innovativer Ideen ein bedeutender Pluspunkt.

Das TGZ schafft beste Voraussetzungen für die weitere Betreuung innovativer Ideen im technologischen Bereich und bindet damit kreative Köpfe an die Region. Durch eine anwendungsorientierte wissenschaftliche Ausbildung, gepaart mit Unternehmergeist und einer hervorragenden Infrastruktur schaffen Hochschule und TGZ beste Voraussetzungen für Unternehmensansiedlungen im Land. Diese strategische Zusammenarbeit soll auch in Zukunft fortgesetzt werden.

Hochschule WismarEine ebenso starke Rolle bei der strategischen Ausrichtung spielt die Globalisierung. Auch Hochschule und Technologiezentren können sich dem globalen Markt nicht mehr verschließen. Dies spiegelt sich in der Ausbildung und in der Forschung wider. Die Hochschule und das TGZ pflegen zahlreiche internationale Partnerschaften, in denen neben dem Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern auch gemeinsame Studien- und Forschungsprogramme durchgeführt  werden.

Auch hier arbeiten die Hochschule Wismar und das TGZ teilweise eng zusammen. Damit werden Studierende und künftige Jungunternehmen auf den internationalen Arbeits- und Wirtschaftsmarkt vorbereitet.

Die Hochschule Wismar ist insgesamt  auf einem guten Weg. Nicht nur die steigende Anzahl der Studierenden, mit nunmehr rund 6000 Immatrikulierten, sondern auch die Anerkennung der Leistungen der Hochschule durch regionale und internationale Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft lassen mich sehr optimistisch in die Zukunft blicken.

Dann weiterhin maximale Erfolge für die Hochschule und Sie!

Text/Fotos: Marko Michels


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