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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Zwölftes Filmfest Wismar und zehntes Kinderfilmfest NAUTILUS

Herausragende Dokumentarfilme und außergewöhnliche Kurzfilmperlen

Das Filmbüro M-V. M.M.

Nach einem furiosen Start am Freitag in das 10. Kinderfilmfest NAUTILUS wurde das 12. Filmfest Wismar am Abend mit der sehr bewegenden Mecklenburg-Vorpommern Filmpremiere von DER LETZTE JOLLY BOY von Thomas Beyer, dem Bürgermeister der Hansestadt Wismar und Schirmherrn feierlich eröffnet. Anwesend waren der 97jährige Holocaust-Überlebende und Protagonist Leon Schwarzbaum mit Regisseur Hans-Erich Viet und dem Filmteam. Im ausverkauften Saal gab es im Anschluß ein packendes und emotionales Filmgespräch mit den beeindruckten Zuschauern.

Ein weiterer Höhepunkt war die Weltpremiere von FRAU METALL, einem filmischen Portrait der in Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Künstlerin Takwe Kaenders. Die Regisseurin Lih Janowitz ließ die Zuschauer an den vielen künstlerischen Tätigkeiten und dem Alltag dieser bemerkenswerten und lebensbejahenden Frau teilhaben. Beide wurden im Anschluß im vollen Kinosaal auch entsprechend gefeiert.

Restlos ausverkauft war auch der Dokumentarfilm ÜBER LEBEN IN DEMMIN von Martin Farkas. Die Zuschauer konnten hautnah erleben, wie Traumata, die im Krieg verursacht und meist verschwiegen wurden, bis in die heutige Zeit wirken. Ein wichtiger und tröstender Film, der sehr erfolgreich in ganz Deutschland gezeigt wird.

WILDES HERZ von Charly Hübner und Sebastian Schultz war trotz später Stunde in der Spätvorstellung ausverkauft, ein wuchtiger und informativer Film über Jan „Monchi“ Gorkow, den Frontmann der Band Feine Sahne Fischfilet. Sebastian Schultz und Monchis Eltern, Dr. Angela und Axel Gorkow, hatten im Anschluß viele Fragen aus dem Publikum zu beantworten und bis spät in die Nacht wurde sich im Filmbistro ausgetauscht.

WILDES HERZ und ÜBER LEBEN IN DEMMIN sind zwei der erfolgreichsten Kino-Dokumentarfilme in diesem Jahr in den deutschen Kinos. Ein Riesenerfolg für die Filmförderung in Mecklenburg-Vorpommern, zeigt sie doch erneut, daß auch Filme von hohem künstlerischen Anspruch und einer kleinen Förderung ganz großes Kino sein können.

Hohe Aufmerksamkeit erregten auch die vielen besonderen Kurzfilme im Programm. Der Malerei-Film COLONNA von Berthold Bock erzeugte einen tiefen Sog bei den Zuschauern, die gern noch länger in die poetische und traumhafte Geschichte eingetaucht wären. Juliane Ebner präsentierte ihren mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichneten Experimentalfilm LANDSTRICH, und erzählte in hunderten von handgezeichneten Bildern und Fotos vom Schicksal einer deutschen Familie vom Kriegsende bis zum Mauerfall. Ein Kunstwerk, das die Zuschauer sehr beindruckte.

Am Filmfest-Sonntag gab es ein Wiedersehen mit Julia Gechter, die bereits 2015 ihren mit Johanna Huth gedrehten und auch international gefeierten Kurzfilm DER FÄHRMANN UND SEINE FRAU zeigte. In diesem Jahr präsentierte Julia Gechter mit NACH PARCHIM den neuen Film der beiden jungen Regisseurinnen über Flucht und Vertreibung aus Kriegsgebieten, vom 7jährigen Moner aus Syrien und der 91jährigen Ulla aus Ostpreußen. Unaufgeregt und mit ruhigen Bildern, dafür aber umso eindringlicher erzählen sie von Menschen, die in Parchim eine neue Heimat gefunden haben.

Viel Lob erhielt das Filmfest erneut für seine familiäre Atmosphäre, die Aufmerksamkeit und Wärme, mit der Gäste und Zuschauer willkommen geheißen wurden und für die Vielfalt und Qualität des filmischen Angebotes. Rundum zufriedene und glückliche Gäste, gute Stimmung, lange und stimmungsvolle Abende bei sommerlichen Temperaturen unterm Sternenhimmel an den Feuerschalen, am Grill und in den Liegestühlen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die zu diesem guten Gelingen und dem Erfolg beigetragen haben, danken allen Förderern, Unterstützern, Kooperationspartnern, den Sponsoren und den vielen ehrenamtlichen Helfer*innen, denn nur durch diese Unterstützung und großzügige Hilfe war dies alles möglich.

Pressemitteilung, Presseabteilung, Filmbüro MV/Mecklenburg-Vorpommern Film e.V.

 


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