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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Zwischen Zuckerrüben, Bio-Brot und Fördermitteln

M-V im September 2015


Und wieder ist eine Woche in M-V Geschichte. Viel Wichtiges und noch mehr Unwichtiges wechselten einander ab. Die Mehrheit der Menschen wurde wieder hinters Licht geführt oder nur Sand in die Augen gestreut.

brot

Aber auf eines ist immer Verlass: Unsere Menschen bleiben Schlafschafe, Lemminge und Hamster, das ist schon seit Kaisers Zeiten so und jetzt immer noch, obwohl der Kaiser nun Kanzlerin heißt.

Wie würde wohl Captain Kirk von der „Enterprise“ den Wochenrückblick beginnen?! „Computerlogbuch des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Sternzeit 2015. Captain Sellering. Ober-Captain Merkel. Raumschiff MeckPomm auf dem Flug nach Nirgendwo. Verspätung 50 Jahre. Wegen betriebsbedingter Störungen. Vorwärts immer. Rückwärts nimmer!“

Aktionitis allerorten

Wieder mußten große Kämpfe geführt werden. Es galt und gilt 20000 Flüchtlinge zu integrieren. Den Landeshaushalt gekonnt zu frisieren, damit die Schuldenbremse eingehalten wird.

Die letzten Statistiken zur wirtschaftlichen Entwicklung, zum Arbeitsmarkt und zur kulturellen Förderung wurden zudem geschönt. Der neunte landesweite Dorf-Wettbewerb „Wer schafft das schönste Potemkinsche Dörp?“ ausgerufen. Der neue Heimatverband M-V erhielt Fördergelder, wie auch einige Feuerwehren.

Her mit den Rüben

Zwar gab es tote Fische in der Peene, woran eine Zuckerfabrik nicht unschuldig ist, aber Gemach, so schlimm ist das alles nicht. Fische kann man das ganze Jahr über essen, wenn auch zurzeit nicht aus der Peene, aber Zuckerrüben nur jetzt.

Darum wurde aktuell auch die Zuckerrübenkampagne gestartet. Liebe eine Zuckerrübe ab, als die eigene Rübe… Zumindest ließ es sich Landwirtschaftsminister Backhaus nicht nehmen, vor laufenden NDR-Kameras einer Umweltschützerin einmal so richtig den Marsch zu blasen. „Von wegen Umweltkatastrophe in der Peene“! So nicht, Madame… Fischkopp war gestern! Her mit den Zuckerrüben!

M-V wird verfrühstückt

Aber nicht nur auf Zuckerrüben steht der hiesige Landwirtschaftsminister, der auch ein Faible für gutes Getreide und anmutige Frauen hat. Eine lädt er sogar zur morgendlichen Schlemmerstunde ein… Aber an der „location“ sollte das nächste Mal dringend gearbeitet werden. Unser Till Backhaus bat nämlich die unvergleichliche – bestenfalls noch mit Uschi von der Leyen – ja beste Bundesfamilienministerin aller Zeiten, also dem Ministerium für Frauen und Gedöns (Alt-Kanzler Gerhard Schröder), Manuela Schwesig, zum geselligen Schmausen.

Wohin? Kein Witz: Zum Start der „Bio-Brotbox-Aktion“ zum Frühstück mit Erstklässlern in die Heinrich-Heine-Grundschule in Schwerin. Hammer! Statt flambierte Wachteln in Auberginen-Sauce, angereichert mit kanadischen Ahornkartoffeln, gibt es „Butterbemmen“. Na, klasse…

Mistgabel und Laptop

Schön ist es dann, wen einer noch hierzulande auf das Gaspedal tritt. Wirtschaftsminister Glawe verabschiedete neun Unternehmen und Vereinigungen der Automobilzulieferindustrie aus M-V zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). Tja, so langsam entwickelt sich M-V zum Hightech-Land. Mistgabel und Laptop! Auch das ist M-V.

Außerdem wurde in Grimmen – auch mit dem Wirtschaftsminister – die neue Tagungs- und Begegnungsstätte „Alte Bäckerei“ eröffnet. Früher traf sich „Hinz und Kunz“ im Konsum zum gemeinsamen Anstehen nach Kuba-Apfelsinen, bambina-Schokolade oder Bananen, heute muß eine extra Begegnungsstätte her… Na ja!

Fördergelder für die Besten der Allerbesten

Unsere beste landeseigene Sozialministerin aller Zeiten – sofern man die Amtszeit von M.S. negiert – Birgit Hesse machte auch in dieser Woche von sich reden: Sie besuchte Flüchtlingsunterkünfte und Altenpflegeheime, Fördergelder wurden auch vergeben.

Daraus sollte mal jemand Landesmeisterschaften entwickeln – der politische Dreikampf aus den Besuchen von Flüchtlingsheimen, dann Seniorenheimen und abschließend Fördermittelausreichen. Wer schafft mehr?

Energiereich

Gut, dass einer noch viel Energie hat… Also unser Energieminister Pegel, mithin neben Manuela Schwesig heißestes Anwärter auf den Thron des künftigen Ministerpräsidenten, hatte Energiereiches zu verkünden: „Ausbau der Erneuerbaren Energien zahlt sich aus.“ Ja, für diejenigen, die dafür Fördergelder erhalten, bestimmt. Der gemeine Bürger darf – energie- und wutgeladen – dafür die Zeche bezahlen.

Dann volle Energie auf die Schutzschilde!

Und wem das alles nicht passt, der wird marginalisiert. Getreu einem alten BORG-Motto: „Wir sind die Borg (also die Roten und Schwarzen), sie werden assimiliert! Widerstand ist zwecklos. Verhandlung ist irrelevant!“

Beste Aussichten also, dass wir vor großen Veränderungen stehen. Denn: Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das (politische) Wetter oder es bleibt, wie es ist!

Daher: Volle Schubkraft voraus!

Und bei den aktuellen politischen Reden nie vergessen: „Der Mangel an geeigneten Worten hat Sie noch nie daran gehindert, Ihre Meinung zu äußern.“ (Mister Spock gegenüber Doktor McCoy oder das Volk gegenüber seinen politischen „Eliten“).

Marko Michels

PS: Am 19.September heißt es nicht zuletzt wieder: „O`zapft is 2015!“ – Das Münchener Oktoberfest startet. Die derzeitigen gesellschaftlichen Verhältnisse sind ohnehin nur bei einem guten Fußballspiel und mindestens zwei Promille zu ertragen… mm

Foto/Michels: So geschmackvoll – oder so ähnlich – wird das Bio-Brot der Frau Ministerin und dem Herrn Minister serviert… Tja, kreativ müßte man sein! Und die Butter gehört auf das Brot, nicht unter das selbige…


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