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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Zwischen Wassersprung-EM und „Europaspielen“ in Baku

EM im Wasserspringen in Rostock mit klasse Wettkämpfen


Die Europameisterschaften im Wasserspringen 2015 in Rostock sind bereits wieder Geschichte. Vor den WM in Kazan vom 24.Juli bis 9.August demonstrierten die europäischen Wasserspringerinnen und Wasserspringer ihre beeindruckende Klasse und bewiesen, dass sie sportlich in der Lage sind, mit der kommenden WM-Konkurrenz aus China oder aus Nordamerika mitzuhalten.

LenaSchwimmen

103 Springerinnen und Springer aus 19 Nationen nahmen vom 9.Juni bis 14.Juni an den elf Konkurrenzen in der Rostocker Neptun-Schwimmhalle teil, wobei Deutschland (13), Russland (12), Italien, Großbritannien sowie die Ukraine (10) die zahlenmäßig stärksten Mannschaften stellten.

Russland am erfolgreichsten

Letztendlich sicherten sich aber die russischen Athletinnen bzw. Athleten „den Löwen-Anteil“ an den Medaillen. Elfmal errang „Team Russia“, darunter dreimal Gold. Deutschland und die Ukraine holten jeweils sechs Medaillen, darunter Deutschland zweimal Gold bzw. die Ukraine einmal Gold. Vier Medaillen gingen auf das Wassersprung-Konto Italiens, das gleich über drei Titel jubelte. Frankreich schaffte drei Medaillen (davon zweimal Gold). Medaillenplätze gab es ebenfalls für Großbritannien (einmal Silber) sowie Ungarn bzw. Weissrussland (jeweils einmal Bronze).

Tania und Patrick ganz historisch…

Eine Sportlerin und ein Sportler prägten diese EM aber ganz besonders und schrieben Wassersprung-Geschichte. Tania Cagnotto, Jahrgang 1985, in Bozen geboren, ergänzte ihre einzigartige Medaillen-Sammlung bei EM seit 2002 weiter. So konnte sie in Rostock 2015 ihre 23. 24. und 25.EM-Medaille in Empfang nehmen – und alle aus Gold! So wurde Tania 2015 Europameisterin vom Ein-Meter-Brett, vom Drei-Meter-Brett und im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett (mit Francesca Dallape) – die Anzahl von Tania`s EM-Gold-Plaketten beträgt damit 17…

Die europäische „Miss Diving“ ist ohnehin einzigartig: Sieben WM-Medaillen seit 2005 stehen ebenfalls in Tanias Erfolgsbilanz und außerdem war sie bereits bei vier Olympischen Spielen am Start: 2000 in Sydney, 2004 in Athen, 2008 in Peking und 2012 in London. Leider belegte die schnieke Italienerin noch nie einen olympischen Medaillenplatz, verpasste Bronze 2012 in London als zweimalige Vierte nur denkbar knapp…

Überhaupt wurden Tania „die wassersprung-sportlichen Erfolgs-Gene“ bereits „in die Wiege gelegt“. Ihre Mutter Carmen Casteiner war auch eine erfolgreiche Wasserspringerin, nahm 1976 in Montreal an den Spielen teil, und ihr Vater, Giorgio Cagnotto, hat „das sportiv Einzige“, was dem Töchterchen noch fehlt: Olympia-Medaillen. So erreichte Giorgio Cagnotto bei den Olympischen Spielen 1972 in München Silber im Kunstspringen bzw. Bronze im Turmspringen, 1976 in Montreal Silber im Kunstspringen und 1980 in Moskau Bronze im Kunstspringen.

Aber: In Rio 2016 sollte es endlich mit der „verflixten“ Olympia-Medaille für Tania klappen. Verdient hat sie diese mehr als jede andere Wasserspringerin auf diesem Planeten…

Patrick mit EM-Gold auch 2015

Verdiente Erfolge feierte in Rostock 2015 ebenfalls Deutschlands Wassersprung-Legende Patrick Hausding, Jahrgang 1989, geboren in Berlin, der nun 26 EM-Medaillen seit 2008 erkämpfte, darunter 12 x Gold. Diese 12.Goldmedaille bei EM – die achte hintereinander seit 2008 – konnte der sympathische Sportler in Rostock 2015 erkämpfen: beim Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm mit Sascha Klein.

Tania und Patrick – zwei großartige Botschafter des Sportes, weil sie selbst im größten Erfolg immer natürlich, bodenständig und bescheiden auftreten.

EM-Titel 2015 im Überblick

Tja, wer freute sich nun über die anderen EM-Titel bei den EM im Wasserspringen 2015 in Rostock?! Julija Prokoptschuk aus der Ukraine, bereits vierfache Europameisterin, triumphierte bei den Damen vom Zehn-Meter-Turm. Die Titelverteidigerinnen von Berlin 2014 Julija Timoschinina/Jekaterina Petuchowa setzten sich hingen im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm durch.

„Viva les Bleus!“, hieß das Motto bei den Herren-Konkurrenzen vom Ein-Meter- und vom Drei-Meter-Brett. Dort belegte jeweils Frankreichs Matthieu Rosset Rang eins. „Turm-großer“ Jubel war auch beim deutschen Team zu registrieren… Michael Wolfram distanzierte sensationell die Konkurrenz und erkämpfte Gold vom Zehn-Meter-Turm. Und der „Team-Contest“ war „eine Angelegenheit“ des russischen Duos Wiktor Minibajew/Nadeschda Baschina.

Neben den Goldmedaillen von Michael Wolfram und Patrick Hausding/Sascha Klein gab es Medaillen für die deutsche Mannschaft ebenfalls für Tina Punzel/Nora Subschinski (Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett/Silber) und Tina Punzel (Drei-Meter-Brett/Bronze). Patrick Hausding belegte zusammen mit Stephan Feck noch den dritten Rang im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett. Und Patrick freute sich zusammen mit Maria Kurjo auch über Silber im Team-Wettkampf.

Von Rostock nach Baku

Aber für die Wasserspringerinnen und Wasserspringer geht es fast nonstop weiter. Bei den Europaspielen in Baku finden nämlich zwischen dem 18.Juni und 21.Juni ebenfalls acht Entscheidungen im Wasserspringen auf dem Programm. Dabei handelt es such um Wettbewerbe für die Altersklasse U 19. Für das deutsche Team starten dort Fränze Jahn, die Rostockerin Saskia Oettinghaus, Josefin Schneider, Louisa Stawczynski, Elena Wassen, Nico Herzog, Cao Tri Le Nguyen, Carlo Leuchte und Frithjof Seidel.

Europaspiele begannen in Baku

Apropos „Europaspiele“ in Baku. Diese begannen am 12.Juni und dauern bis zum 28.Juni. Diese „Spiele“, die sowohl sportlich, wirtschaftlich als auch politisch mehr als umstritten sind, hatten bereits ihre ersten 24 Entscheidungen im Karate, Moutainbike, Triathlon und Ringen. Zurzeit liegt Aserbaidschan mit sechsmal Gold, einmal Silber, fünfmal Bronze vor Russland mit fünfmal Gold, zweimal Bronze, der Türkei mit viermal Gold, zweimal Silber, sechsmal Bronze und der Schweiz mit dreimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze an der Spitze des „Medaillenspiegels“.

Das deutsche Team schaffte bislang drei Medaillen: jeweils Bronze im Ringen durch Frank Stäbler (griechisch-römischer Stil/Klasse bis 71 Kilogramm) bzw. Ramsin Azizsir (griechisch-römischer Stil/Klasse bis 85 KIlogramm) und Silber durch Karateka Jonathan Horne (Kumite über 84 Kilogramm).

Im Frauen-Volleyball gab es zudem die ersten Vorrunden-Spiele. Dabei setzte sich das DVV-Frauen-Team, in dem auch sechs frühere und aktuelle SSC-Spielerinnen agieren, mit 3:2 gegen Bulgarien durch. Das DVV-Herren-Team mit dem gebürtigen Schweriner Tom Strohbach mußte gegen Russland ran.

Weitere Sport-Ereignisse Mitte Juni

Ansonsten war am zweiten Juni-Wochenende 2015 in der Sportwelt noch viel mehr los, im Motorsport (das 24-Stunden-Rennen von Le Mans), im Herren-Handball (EM-Qualifikation), im Herren-Fußball (EM-Qualifikation), im Feld-Hockey (Welt-Liga) oder vor allem die WM im Frauen-Fußball (WM-Endrunde in Kanada).
Gelaufen wurde außerdem – beim 25.Tollenseseelauf in Neubrandenburg bei heißen Temperaturen…

Ja, der Sportsommer 2015 bleibt abwechslungsreich – auch wettermäßig!

Marko Michels

Foto/Michels: Ende Juli ruft die Schwimm-WM in Kazan – ebenfalls mit Wettkämpfen im Wasserspringen.


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