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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Zwischen Bahn und Motorrad: Technische Mobilität in Mecklenburg

Große technisch-mobile Traditionen in der Landeshauptstadt M-V


Das Jahr 2015 ist bekanntlich ein Jubiläumsjahr. Viele Vereine und Verbände aus Sport, Kultur, Wirtschaft, Handwerk, Handel oder Politik, gerade in M-V, feiern runde Geburtstage. Sogar die „deutsche Einheit“ wird junge 25.

Motorrad

125 Jahre Empfangsgebäude des Schweriner Hauptbahnhofs

Was sind jedoch junge „25“ gegen „125 Jahre Empfangsgebäude des Schweriner Hauptbahnhofs“, das zwischen 1889 und 1890 errichtet wurde. Jedoch: Die Schwerinerinnen und Schweriner erhielten bereits 43 Jahre zuvor, 1847, ihren ersten Bahnanschluss – allerdings ohne so ein „schniekes“ Empfangsgebäude, wie es heute noch existiert.

Dass es dazu kürzlich, im Juni, ein großes Bahnhofsfest unter maßgeblicher Beteiligung des Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseums gab, ist da nur all zu verständlich.

Schwerin und Mecklenburg „fuhr“ somit – entgegen anderer Auffassungen und Klischees“ – oftmals in der „Pole Position“ des technisch mobilen und motorisierten Fortschritts mit.

Das war nicht nur in puncto Eisenbahn so, auch bei anderen Fortbewegungsmitteln haben die Schwerinerinnen und Schweriner eine große (sportive) Tradition.

Motorsport und Schwerin – seit 115 Jahren „eine Symbiose“

Nach 1900, also vor rund 115 Jahren, erfuhren die motorsportlichen Disziplinen, wie Motorradsport, Automobilsport, Motorbootsport und Motorflugsport, in der mecklenburgischen Landeshauptstadt eine zunehmend positive Resonanz unter der Schweriner Bevölkerung.

Insbesondere der Schweriner Motorrad-Club von 1924 und der Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club konnten dabei echte Begeisterung bei den Schwerinerinnen und Schwerinern entfachen.

Die automobilsportliche Begeisterung erreichte Schwerin im Jahr 1911. In jenem Jahr gründete sich hier der Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club, zugleich Automobil-Club von Deutschland, dessen Protektor – wie der Name vermuten läßt – der mecklenburgische Großherzog war.

Sehr beliebt – der Schweriner Motorrad-Club von 1924

Im Jahr 1924 gründete sich dann auch in Schwerin ein motorradsportlicher Verein, der „Schweriner Motorrad-Club von 1924 (Deutscher Motorradsport-Verband)“. Noch im Gründungsjahr veranstaltete der „SMC“ die Klubmeisterschaft von Mecklenburg, für die der Großherzog ab 1925 einen Wanderpokal stiftete.

Erst nach dem ersten Weltkrieg konnten sich auch die Schweriner für den Motorbootsport begeistern und gründeten den „Schweriner Motorboot-Club e.V.“. Dieser veranstaltete bis 1933 jährlich Club-Regatten mit auswärtiger Beteiligung, die meistens in der Zippendorfer Bucht, auf dem Großen Schweriner See oder auf dem Burgsee stattfanden. Für diese Regatten stiftete der Magistrat Schwerin einen Wanderpreis.

Schwerin und der Flugsport

Nach 1918 begannen sich ebenfalls in Schwerin flugsportliche Aktivitäten zu entwickeln. So konstituierte sich in der mecklenburgischen Metropole der „Flieger-Verein zu Schwerin in Mecklenburg“, der sich zunächst im „Ring der Flieger e.V. Berlin“, ab 1930 im „Deutschen Luftfahrt-Verband e.V., Berlin“ organisierte. Sehr engagiert war der „Flieger-Verein zu Schwerin“ bei der Durchführung von Wettkämpfen: Zwischen 1925 und 1933 fanden einige Wett- und Schau-Fliegen in Schwerin statt.

Tja, ob mit Auto, Motorrad, Motorboot, Eisenbahn oder sogar mit dem „Flieger“ – die Schwerinerinnen und Schweriner widmen sich seit 125 Jahren intensiv den technischen Errungenschaften der Fortbewegung, ob im alltäglichen oder sportlichen Leben.

Zwischen Museumsrallye in Wismar und Oldtimertreffen in Schwerin

Natürlich gab und gibt es dazu weitere Veranstaltungen. So fand am 19.Juli die dritte Museumsrallye am phanTECHNIKUM in Wismar statt, die auf einer Tour von 50 Kilometern rund um Wismar bis zum Schweriner See führte. Und ein weiteres Event ist bereits in Sicht: Am 25.Juli steht ebenfalls das vierte Schweriner Oldtimertreffen auf der Agenda. Tja, auch in Sachen „Auto, Eisenbahn, Motorräder & Co.“ gilt: „Oldie but Goldie“. In ganz Deutschland – und speziell in Mecklenburg-Vorpommern.

Marko Michels

Foto/Thomas Schiller: Ein große Tradition hat in Schwerin, in der dortigen Sport- und Kongreßhalle, an der Mitte Juli 2015 auch eine „Dino-Ausstellung“ stattfand, die regelmäßigen Motorradausstellungen mit Oldtimern wie neuesten Modellen.


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