Sowohl das Evangelische Schulzentrum Martinschule Greifswald als auch das Eldenburg-Gymnasium Lübz hoffen…

Professor Thomas Häcker gehört seit sechs Jahren der Jury für die Vergabe des Deutschen Schulpreises an (Copyright: Universität Rostock/Julia Tetzke)

Daumen drücken für zwei Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern: Sowohl das Evangelische Schulzentrum Martinschule Greifswald als auch das Eldenburg-Gymnasium Lübz können sich Hoffnung auf den mit 100.000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis machen. Erstmalig sind gleich zwei Schulen aus M-V im Rennen. Sie sind neben weiteren 13 Schulen für die hohe Auszeichnung nominiert. Der Deutsche Schulpreis wird am 14. Mai feierlich durch Bildungsministerin Anja Karliczek in Berlin verliehen. Schirmherr ist Fußballtorwart Manuel Neuer.

„Der Deutsche Schulpreis ist der höchstdotierte Wettbewerb für Schulen in Deutschland“, sagt Dr. Thomas Häcker, Professor für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik und Bildungsforschung an der Universität Rostock. Er gehört seit sechs Jahren der Jury an. Der studierte Lehrer, der auch an Brennpunktschulen Erfahrungen sammelte, als Schulleiter arbeitete, in Heidelberg habilitierte und im schweizerischen Luzern forschte und lehrte, bevor er vor zehn Jahren an die Uni nach Rostock kam, sieht es „als ein Privileg an, in der Jury mitzuarbeiten. Ich habe so die Möglichkeit, erstklassige Schulen zu besuchen, die ihre eigenen Rahmenbedingungen haben“. Ganz besonders wichtig sei es ihm, ob auf Problemlagen und Gegebenheiten vor Ort angemessen reagiert werde. „Schulen sind Unikate, unverwechselbar und nicht kopierbar“, sagt Professor Häcker.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden bislang zwei Schulen ausgezeichnet. Den Preis der Jury erhielt 2010 die Schule „Am Park“ in Behrenhoff. Fünf Jahre später gehörte die Jenaplanschule in Rostock zu einer von fünf Preisträgerschulen. Eine Top-20-Platzierung erhielt 2014 die Werkstattschule Rostock.

Insgesamt haben sich 90 Schulen aus 15 Bundesländern um den Deutschen Schulpreis 2018 beworben. Die Jury, die aus Praktikern und Bildungswissenschaftlern besteht, hat zunächst die Top-20-Schulen ausgewählt und besucht. Bewertet werden dabei sechs Qualitätskriterien: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Qualität des Unterrichtes, Verantwortung, Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner sowie Schule als lernende Institution.

Die Robert Bosch Stiftung vergibt den Deutschen Schulpreis seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Medienpartner sind die ARD und Die ZEIT. Professor Häcker blickt zurück: „Der Schulpreis ist in Folge der ersten Pisa-Studie entstanden. Das deutsche Schulsystem lag international damals nur im Mittelfeld“. Das habe den so genannten Pisa-Schock ausgelöst und dazu geführt, dass die Qualität der deutschen Schulen schlecht geredet worden sei, sagt Professor Häcker. Er hat durch seine Juryarbeit erfahren: „Es gibt hervorragend arbeitende Schulen. Denen gelinge es, kreativ die Freude am Lernen aufrecht zu erhalten, sehr gute Leistungen zu erzielen und Schüler zu demokratischer Mitwirkung und Verantwortung zu erziehen“.

Die fünf Preisträgerschulen erhalten 25.000 Euro, nominierte Schulen 5.000 Euro. Die Top-20-Schulen, die keinen Preis erhalten, profitieren vom neuen Schulentwicklungsprogramm des deutschen Schulpreises. Über zwei Jahre erhalten sie eine individuelle Prozessbegleitung und nehmen an Seminaren und Vernetzungsangeboten teil.

Pressemitteilung der Universität Rostock / Text: Wolfgang Thiel