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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Zurückgeblickt: Der elfte Jugendgeschichtstag M-V

Nachgefragt bei Dirk Siebernik vom Landesjugendring M-V e.V.

Zum elften Mal wurde eine Jugendgeschichtstag Mecklenburg-Vorpommern organisiert, an dem sich lokalgeschichtliche Jugendprojekte aus Mecklenburg-Vorpommern präsentierten und ihre Ergebnisse in Form von Filmen, Broschüren, Modellen und anderen Exponaten vorstellten.

25 Jugendgeschichtsprojekte, die seit Jahresbeginn Geschichten aus ihren Heimatregionen erforschten, beteiligten sich an der Projektmesse und am selbstgestalteten Bühnenprogramm im Schweriner Schloss.

Schwerin

Nachgefragt bei Dirk Siebernik vom Landesjugendring M-V

D.Siebernik über die „Zeitensprünge“, das Interesse der Heranwachsenden für die regionale Geschichte und die allgemeine Arbeit des LFR M-V e.V.

„Beeindruckende Kreativität und Neugier…“

Frage: Zum elften Mal wurde der Jugendgeschichtstag M-V veranstaltet. Welche Bedeutung hat dieser mittlerweile?

Dirk Siebernik: Der Jugendgeschichtstag Mecklenburg-Vorpommern ist seit 2005 die jährliche Abschlussveranstaltung des Jugendprogramms „Zeitensprünge“ in unserem Bundesland.

Das Jugendprogramm „Zeitensprünge“ unterstützt und fördert junge Menschen beim Entdecken und Erforschen historischer Geschichten aus ihre Region. Egal, ob sie nun dem Ursprung eines besonderen Straßennamens ihres Ortes nachgehen, das Leben jüdischer Einwohner ihrer Region nachzeichnen oder ob sie Besonderheiten des Lebens in ihrer Region zu DDR-Zeiten erforschen wollen – im Rahmen des „Zeitensprünge“-Programms sollen Interessen, kreative Ideen, Engagement der Jugendlichen, sowie Generationen übergreifende und zum Teil kultur-übergreifende Kontakte in der Heimatregion ermöglicht und unterstützt werden.

Anstoß für das Programm war dabei die Konfrontation sowohl mit der Abwanderungsproblematik in Ostdeutschland, als auch mit rechtsextremen Tendenzen.

Die Grundidee ist einerseits durch die hautnahe Auseinandersetzung mit kleinen sowie großen geschichtlichen Ereignissen der eigenen Region eine emotionale Verbundenheit junger Menschen in den neuen Bundesländern mit ihrer Heimat zu stärken und ihnen andererseits durch die Förderung ihrer Kreativität und ihres Engagements bzw. ihrer Vernetzung mit regionalen Organisationen – als auch untereinander – berufliche Perspektiven in der eigenen Heimatregion aufzuzeigen.

Zudem erlernen Teilnehmende wichtige soziale Kompetenzen sowie Toleranz und demokratisches Grundverständnis. Wichtiges Element bei dem Projekt „Zeitensprünge“ ist aber auch, dass Kinder und Jugendliche generell in ihrem Engagement und ihrer Neugier bestärkt werden und öffentliche Anerkennung dafür erhalten.

Und der Jugendgeschichtstag spielt eine besonders wichtige Rolle bei den „Zeitensprüngen“ – und das in zweierlei Hinsicht. Zum einen sollen alle Teilnehmenden eine Plattform erhalten, um ihre Ergebnisse zu präsentieren und um sich über ihre Projekte bzw. Erfahrungen, Probleme, Lösungen und neue Ideen auszutauschen.

Zum anderen ist es besonders wichtig, dass Jugendliche für ihr Engagement und ihre Arbeit auch eine Wertschätzung erhalten, dass sie merken, dass ihre Projekte und die Mühe, die dahinter steckt, anerkannt werden.

Durch die Art der Konzipierung des Jugendgeschichtstages erfahren die teilnehmenden jungen Menschen an diesem Tag Interesse an ihrer Arbeit durch hochrangige Politiker des Landes, durch prominente und interessante Gäste und durch regionale Medien.

Der Tag wird so für die jungen Menschen zu einem Event, der ihnen in positiv in Erinnerung bleibt und sie in ihrem freiwilligen Engagement bestärkt. – Denn plötzlich sind sie selbst bei einem Ereignis dabei, über das in Zeitung und Fernsehen berichtet wird.

Auch die Erfahrung vom Interesse durch die vielen Besucher am eigenen Projektstand hinterlässt bei den jungen Menschen ein besonderes Gefühl der Wertschätzung und die Motivation zum Weitermachen.

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Frage: Wie beurteilen Sie die diesjährigen Ergebnisse der verschiedenen Jugendgeschichtsprojekte?

Dirk Siebernik: Besonders beeindruckt hat mich persönlich die Kreativität und Neugier der Jugendlichen – sowohl beim Auffinden spannender Themen und Geschichten im Land, als auch bei der Spurensuche selbst.

Mit unglaublichem Engagement taten viele Projektgruppen immer wieder neue Quellen auf, um historische Ereignisse aus ihrer Heimatregion soweit aufzuklären, bis alle ihre Fragen beantwortet waren.

Insbesondere das langanhaltend große Interesse an dem Programm „Zeitensprünge“ durch die Kinder und Jugendlichen im Land hat mich positiv erstaunt. Seit dem ersten Jahr erhalten wir Anmeldungen bezüglich zahlreicher und vor allem vielfältiger Projektideen für Geschichtsprojekte. Dass die Geschichte der Heimatregion und der Austausch mit älteren Generationen aus der Region über Vergangenes ein solches Interesse bei den jungen Menschen im Lande weckt, ist überraschend und sehr erfreulich.

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Frage: Steht eigentlich schon der Termin für den nächsten Jugendgeschichtstag M-V?

Dirk Siebernik: Ja, der steht tatsächlich schon. Der zwölfte Jugendgeschichtstag Mecklenburg-Vorpommern wird am 18. November 2016 stattfinden.

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Letzte Frage: Zur allgemeinen Arbeit des Landesjugendringes M-V…. Welche Aufgaben hat dieser? Was sind die Schwerpunkte seiner Tätigkeit?`

Dirk Siebernik: Im Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e. V. haben sich 24 landesweit aktive Landesjugendverbände, Anschlussverbände und der Landesrat der Stadt- und Kreisjugendringe zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Dahinter stehen Jugendverbände mit rund 200.000 jungen Menschen. Somit ist der LJR M-V e. V. die größte und in seiner Zusammensetzung einzige Interessengemeinschaft für Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Logo des LJR M-V e. V. verdeutlicht Offenheit, Vielfältigkeit und Bewegung. Es besteht aus Einzelteilen, die eine klare Form besitzen und gemeinsam ein klares Bild ergeben. Das spiegelt das Selbstverständnis des LJR M-V e. V. wieder.

Er ist offen für neue Ideen und entwickelt sich und seine Arbeit kontinuierlich weiter. Zudem reagiert der LJR M-V e.V. flexibel auf an ihn gestellte Anforderungen. Seine Arbeitsbereiche und Kompetenzen sind klar zu erkennen.

Haupt- und Ehrenamt arbeiten sich ergänzend zu. Klarheit und Transparenz kennzeichnen das Arbeitsklima zwischen den einzelnen Gremien und Arbeitsbereichen des LJR M-V e. V.

Die Mitglieder arbeiten gleichberechtigt im LJR M-V e. V. zusammen und werden alle an der Entscheidungs- und Willensbildung beteiligt. Die Gremien des LJR M-V e. V. treffen eigenverantwortlich und selbstbestimmt ihre Entscheidungen und vertreten diese nach außen. Der LJR M-V e. V. steht dafür, die unterschiedlichen Meinungen und Arbeitsweisen seiner Mitglieder zu respektieren sowie Akzeptanz und Offenheit für den Anderen zu schaffen. Ehrenamtlichkeit, Selbstorganisation und Freiwilligkeit sind verbindende Werte, von denen sich alle Mitgliedsverbände leiten lassen. Somit gelten sie auch für den LJR M-V e. V.

Ziele des LJR sind zum Beispiel
• das Mitwirken an der Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in M-V
• die Interessenvertretung der Interessen von Kindern und Jugendlichen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit
• Jugendarbeit in M-V mitgestalten, absichern und weiterentwickeln
• Ressourcen der Mitglieder bündeln und die Mitglieder miteinander vernetzen.

Ergänzen möchte ich gern noch einige Kompetenzen und Fähigkeiten des LJR M-V, hierzu zählen unter anderem
• Internationale Jugendbegegnungen
• Jugendinformation und neue Medien
• Jugendbildungsarbeit
• Einführung und Umsetzung von Beteiligungsformen
• Umgang mit politischen Instanzen
• Umgang mit Rechtsfragen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit
• Veranstaltungsmanagement
• Moderation in Prozessen und Projekten
• Organisations- und Qualitätsentwicklung
• Organisation und Betreuung von ehrenamtlicher Arbeit.

Vielen Dank, weiterhin viel Zuspruch zu den „Zeitensprüngen“ und weiterhin bestes Engagement für den Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V.!

Die Fragen stellte: Marko Michels.

1.Foto/Michels: Jeweils im Schweriner Schloss stellen die jungen Forscherinnen und Forscher ihre Projektarbeiten zu den „Zeitensprüngen“ vor.

2./3./4.Foto (Dirk Siebernik/Landesjugendring M-V e.V.): Impressionen vom elften Jugendgeschichtstag M-V.


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