Alles ist und wird prima

MV steht Kopf oder „Alles Gute kommt von oben“. M.M.

Der vierte Monat des Jahres 2018 hat längst begonnen und wieder läuft mal nicht alles so, wie unsere politische Elite es gern hätten. Sie tun aber so, als sei es das „Gelbe vom Osterei“.

Heimsuchung durch Frau Merkel, nein, Frau Holle

Zunächst: Die Heimsuchung von Frau Holle zu Ostern forderte ihren Tribut. Der Vogelpark Marlow und der Wildpark Güstrow wurden infolge der Schneemassen extrem zerstört, aber der Wiederaufbau erfolgt bereits und die Hilfe aus dem ganzen Land ist immens.

Nicht zuletzt drückte Frau Holles Handarbeit auch auf die Tourismus-Zahlen zu Ostern. Nur eine Auslastung von 65 Prozent hatten die Hotels, Pensionen und Ferienhäuser zum Osterfest – zehn Prozent weniger als noch 2017. Die Tourismus-Oberen jubeln dennoch. Eben noch viel zu viel Schnee vor den Augen…

Diese Zahlen lassen sich jedoch nicht allein mit dem österlichen Wintereinbruch erklären. Fakt ist, dass M-V ein Urlaubsstandort geworden ist, der sehr teuer ist, aber die Dienstleistungen/Angebote um die Unterkünfte herum zu wünschen übrig lassen.

Geldgeilheit ein Problem…

Viele Eingeborene können sich zwar ihre Ferien auf „Malle“ noch gerade so leisten, jedoch keinen Trip mehr zum heimatlichen Rügen oder Usedom. Auch in den größeren Städten werden einem die Euro-Scheine förmlich aus den Taschen gezogen, was aber noch keine Fälle für den Innenminister und dessen Polizei-Kommandos sind.

Probleme auch mit „Mackie Messer“

Die haben ohnehin mehr mit „Mackie Messer“ und dessen Jüngern zu tun. Diese „Messerei“ fiel allerdings nicht etwa den Polizei-Ministern zwischen Kap Arkona und Bayrischem Wald auf, sondern Jens Spahn, dem neuen Gesundheits- und Wohltätigkeitsminister, der gern mal über maulende Hartz IV-Empfänger, Patienten und Senioren her zieht. Ja, so ein Messer im Rücken tut dem allgemeinen Wohlbefinden nicht gut und belastet die Gesundheitskassen. Als Spitzenpolitiker muß Jens Spahn da seine Erfahrungen haben, ist er doch zwar nicht vom Fach, dafür aber Fachminister in einer Koalition, die aus drei Parteien besteht, die gern die „Cäsaren“ in ihren Parteien meuchlings in die politische Wüste schicken…

Von der „Messerei“ zur „Wirtschafterei“

Ansonsten spielte die Wirtschaft und Landwirtschaft in diesen April-Tagen eine Hauptrolle – insbesondere in M-V. So wurde zum „Wirtschaftsfrühstück“ des Unternehmerverbandes West-Mecklenburg e.V. in Ludwigslust eingeladen – aber nur Vertreterinnen und Vertreter der Politik und Wirtschaft. Was es da wohl gab? Bockwurscht mit Semmeln, dazu MuckeFuck – oder doch etwas Anständiges?  Champagnerfrühstück etwa. Zumindest mußte niemand fürchten, dass Radium in die Tasse gestreut wurde, was andernorts ja für helle Aufregung sorgt. Hier, in M-V, geht man (noch) fair und anständig miteinander um. Zumindest wenn man Gutgläubiger ist…

Alles super – nur in zwei Bereichen nicht

Es wurde festgestellt, dass sich die Wirtschaft positiv entwickelt, die geschönten Statistiken zum Arbeitsmarkt dito, die Stimmung sowieso (Welche Stimmung?) – kurzum, dass alles nahezu perfekt ist in M-V. Bis auf zwei Ausnahmen: Mit der Digitalisierung hapert es und der Fachkräftebedarf kann nicht gedeckt werden. Dieser ist allerdings der Tatsache geschuldet, dass immer mehr Dilettanten in Deutschland, auch in M-V, an den Schalthebeln der Politik, Verwaltungen oder Medien sitzen und nicht wissen, wie diese zu händeln sind. Dafür malochen viele Fachkräfte als Hilfsarbeiter zum Mindestlohn. Die Welt steht eben in M-V Kopf, was oftmals mit einer gewissen Kopflosigkeit endet.

Schlechte Nachrichten für die Bauern

Keine guten Nachrichten überbrachte Agrarminister Backhaus seinen Bäuerinnen bzw. Bauern auf dem Bauerntag in Linstow.  Irgendwie läuft es nicht mehr rund mit dem Agrarwesen. Die Leute wollen immer mehr, aber dafür immer weniger zahlen. Die Milchpreise sind im Keller und im Gegensatz zur allgemeinen Wirtschaft ist die Stimmung bei den Landwirten „im Keller“. Ein Thema sparte sich Herr Backhaus aber auf – die Wölfe in M-V. Nachdem diese für einige Untaten an Schafen und Schlafschafen mächtig in die Kritik gerieten, ist an dieser „Agrar-Front“ etwas Ruhe eingekehrt.

Schreiende Ungerechtigkeit: Nur eine Sechs für Frau Hesse

Keine Ruhe dürfte MV-Bildungsministerin Hesse finden, denn sie belegte bei einer Umfrage des Hochschulverbandes den Schlußplatz. Vielleicht will sie ja das Feld von hinten aufrollen? Das machte einst der finnische Langstreckler Lasse Viren gern…

Jedoch: Ihr Vorgänger, Herr Brodkorb, wurde vor Jahresfrist noch zum „Wissenschaftsminister des Jahres“ gewählt. Das ist allerdings nur ein Erfolg auf dem ersten Blick. Während Herr Brodkorb nur von den Verbandsoberen erwählt wurde, erreichte Frau Hesse ihr „Zeugnis“ über eine basisdemokratische Abstimmung, an der sich in M-V aber nicht viele beteiligten. Alles ist eben relativ. Wie heißt es schon in der Bibel: „Die Ersten werden die Letzten sein…“ Und umgekehrt!

Kein Scherz: Informatik-Lehrer aus M-V die Nummer eins (Es gibt also doch Bildungsoasen in M-V!)

Dafür brillierte die mecklenburgisch-vorpommersche Bildungs- und Digital-Steppe mit einem „Mega-Erfolg“… Dazu meldete das hiesige Bildungsministerium überschwänglich: „Ausgezeichneter Informatikunterricht in Mecklenburg-Vorpommern! Der diesjährige Lehrerpreis der Saarbrücker Informatik ging an Tino Hempel. Der Lehrer des Richard-Wossidlo-Gymnasiums Ribnitz-Damgarten wurde Ende März auf der Tagung des Verbandes zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) in München mit der Ehrung ausgezeichnet…“

Na also, in kleinen Schritten dem Aufbau der entwickelten kapitalistischen Gesellschaft entgegen. Vorwärts immer! Rückwärts nimmer! Her mit dem nächsten Fünfjahrplan!

Ein „Hoch“ auf die Freiheit

Und ein „Hoch“ auf die Freiheit. Die deutsche Justiz ist doch nicht komplett erblindet. Sie ließ den katalanischen Patrioten Carles Puigdemont „unter Auflagen“ frei. Das Oberlandesgericht in Schleswig traf eine weise Entscheidung – bestimmt auch im Sinne von SH-Regierungschef Daniel Günther. Wer weiß, wie lange Schleswig-Holstein die Ausplünderung durch die Berliner Zentralregierung noch mitmachen möchte. Ständig müssen Flensburger Heringe, Kieler Sprotten und Lübecker Marzipan in exorbitanten Mengen Richtung Spree-Athen abgetreten werden. Und dort breitet sich auch politisch eine gewisse „Adipositas“ aus. Dabei ist am 7.April sogar Weltgesundheitstag. Na dann, gute Besserung! Und weniger zulangen!

Marko Michels