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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Zehn Jahre Norddeutsche Holzbautage Wismar

Zu viele hochqualifizierte Fachkräfte?


Zum zehnten Mal trafen sich Ende April Fachleute des Bauens mit Holz während der Norddeutschen Holzbautage auf dem Campus in Wismar. Eingeladen hatte das Kompetenzzentrum Bau Mecklenburg-Vorpommern – eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule Wismar. Rund 150 Teilnehmer diskutierten darüber, wie durch Vorfertigung im Holzbau von Unternehmen mit einer gleich bleibenden Anzahl von Fachkräften mehr Gebäude in der gleichen Zeit gebaut werden können.

Konzepte und Visionen zur Vorfertigung im Holzbau

Von Experten aus ganz Deutschland wurden in Vorträgen Konzepte und Visionen aufgezeigt, die mit Holzbausystemen kurze Bauzeiten bei hohem Vorfertigungsgrad erreichen können. Zur Entwicklung entsprechender Systeme werden auch zukünftig hochqualifizierte studierte Fachkräfte benötigt.

Prof. Kurt Schwaner, ehemaliger Leiter des Instituts für Holzbau der Hochschule Biberach, zeigte die neuen visionären Tendenzen und Möglichkeiten des Bauens mit Holz auf. Alternative Brückenkonstruktionen aus dem begehrten Rohstoff wurden von dem über deutsche Grenzen hinaus bekannten Brückeningenieur Frank Miebach vorgestellt. Darüber hinaus wurden die Schwerpunkte Konstruktiver Holzschutz, Brandschutz und Nachhaltigkeit im Holzbau thematisiert.

Beispiele, Finanzierungskonzepte, Klimaschutzzielwerte und Nachwuchs

Theoretische Ansätze für das Bauen mit Holzfertigteilen wurden am Beispiel der Projekte der Schelfbauhütte Schwerin GmbH und Co. KG von Ulrich Bunnemann vertieft. Sehr erfolgreich baut der Architekt im Systembau mit Holz und Baustroh, womit er unter anderem der ehemaligen Brauerei in Schwerin zu neuem Leben verholfen hat.

Alternative Finanzierungskonzepte für Baugruppen wurden von Christoph Roedig aus Berlin zum Thema „fertighauscity5+ und Co – Holzbaukonstruktion und Zukunftssysteme“ vorgestellt. Zum Abschluss der Vortragsveranstaltungen stellte Bruno Moser sein Konzepthaus vor. Der Architekt hat unter anderem die Planung zur Aufstockung des Verwaltungsgebäudes der Firma Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH&CO KG durchgeführt.

„Um die Zielwerte der Klimaschutzvereinbarungen der Bundesregierung erreichen zu können, müssen die Sanierungs- und Bautätigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern, die den aktuell gültigen Vorschiften entsprechen, mindestens verdoppelt werden. Damit das Baugewerbe bei dem vorherrschenden Fachkräfte- und Lehrlingsmangel dieses Ziel erreicht, ist all unsere Intelligenz zur Entwicklung neuer und effizienter Bausysteme erforderlich“, so Prof. Martin Wollensak, der an der Hochschule Wismar „Entwerfen, Baukonstruktion – Baustofftechnik.“ lehrt.

Er ergänzt: „Dabei muss keinesfalls auf die gestalterische Vielfalt verzichtet werden. Auch deshalb wünschen wir uns weiterhin viele kreative und innovative Studierende an unseren Hochschulen.“

Praxis vor Ort

Ein Einführungsworkshop über die Herstellung und Montage von vorgefertigten Fußbodenbelägen fand am Donnerstag bei der Fa. Egger Holzwerkstoffe GmbH&CO.KG statt. Eine Exkursion zur Besichtigung Industrieller Leimholzproduktion bei der Firma Hüttemann Wismar GmbH & Co. KG rundete die Fachtagung am Wochenende ab.

Pressemitteilung / Hochschule Wismar

 


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