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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Wostevitzer Teiche auf Rügen endgültig unter Schutz gestellt

Nach der Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt Mecklenburg-Vorpommern ist am 17. März die Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wostevitzer Teiche“ in Kraft getreten.

Die südöstlich von Saßnitz-Mukran und nördlich von Lietzow gelegenen Wostevitzer Teiche waren mit den sie umgebenden Flächen mit einer Größe von etwa 320 Hektar seit 1994 einstweilig sichergestellt.

Mit der nun erfolgten endgültigen Unterschutzstellung sollen zwei Flachseen sowie ihre umgebenden Grünländereien, Röhrichte, Riede, Weidengebüsche und Bruchwälder mit einer artenreichen Amphibien- und Vogelfauna dauerhaft erhalten, gepflegt und entwickelt werden.

Die flache Niederung mit dem Großen und Kleinen Wostevitzer Teich liegt in der Grundmoränenlandschaft des jüngsten Eisvorstoßes der Weichsel-Kaltzeit. Ihre Entstehung geht vermutlich auf ein Toteisrestfeld zurück. Die Wassertiefe der verlandeten Seen ist gering und auch die Torfmächtigkeit der Niederung erreicht selten mehr als zwei Meter. Die Wostevitzer Teiche gehören zu den wenigen „echten“ größeren Seen auf Rügen, die zu keiner Zeit mit der Ostsee in Verbindung standen.

Die Schutzwürdigkeit des Gebietes besteht vor allem in der Strukturvielfalt seiner Vegetationseinheiten. Sie ist Grundlage des Vorkommens einer Vielzahl geschützter Tier- und Pflanzenarten. Von den regionalen Amphibienarten fehlt nur die Kreuzkröte. Im Naturschutzgebiet kommt die Kreuzotter vor. Mit Rohrweihe, Wachtelkönig, Tüpfelralle, Kleinem Sumpfhuhn, Flußseeschwalbe, Hohltaube und anderen brüten zehn nach der „Roten Liste“ gefährdete Vogelarten im Gebiet. Die Seen sind zur Brassenlaichzeit im Mai/Juni hochattraktives Nahrungsrevier und Konzentrationspunkt für Seeadler. „Bis zu 12 Exemplare konnten schon gleichzeitig beobachtet werden“, so Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Darüber hinaus beherbergt das Naturschutzgebiet nach der „Roten Liste“ gefährdete Pflanzenarten. Auch wurden hier die Gemeinde Teichmuschel, die Quellerbsenmuschel und die Moosblasenschnecke gefunden.

Um das Gebiet zur erhalten und weiter zu entwickeln, müssen insbesondere die Nähr- und Schadstoffeinträge vermindert werden. Dies kann mit Hilfe einer extensiven Bewirtschaftung der angrenzenden Grünländer, mit der Wiederherstellung der natürlichen hydrologischen Bedingungen sowie der Sicherung einer ungestörten Entwicklung erfolgen.
Das Naturschutzgebiet „Wostevitzer Teiche“ kann von Besuchern entlang des Südrandes auf einem Feldweg von Staphel kommend begangen werden.

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV


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