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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

WM-Silber für deutsches Duo beim Eiskunstlauf

Eiskunstlauf-Welttitelkämpfe 2010 mit Rang zwei für gebürtigen Greifswalder R.Szolkowy und Partnerin A.Sawtschenko

Die Olympischen Winterspiele 2010 sind gerade einmal drei Wochen her, da finden auch schon die Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen in Turin vom 22.März bis 28.März statt. Praktisch eine Art „Olympia-Revanche“. Dabei ist auch das deutsche Weltmeister-Paar von 2008 und 2009, der gebürtige Greifswalder Robin Szolkowy mit seiner Eis-Partnerin Aljona Sawtschenko.

Und die erste Entscheidung im Paarlaufen war eigentlich als Olympia-Revanche des deutschen Eis-Duos gedacht. In Vancouver hatten sie hinter zwei chinesischen Paaren „nur“ Platz drei belegt. Doch auch im Olympia-Ort von 2006 waren sowohl Kurzprogramm als auch die Kür nicht fehlerfrei, obwohl Robin und Aljona den größten Applaus insbesondere für ihren Vortrag zu „Jenseits von Afrika erhielten.

Hinter Pang Qing/Tong Jian aus China mit 211,39 Punkten wurden Robin sowie Aljona, die im letzten Jahr auch zu Gast beim Rostocker Eiskunstlauf-Verein waren, mit 204,74 Punkten Vize-Weltmeister vor dem russischen Paar Yuko Kawaguchi/Alexander Smirnow mit 203,79 Punkten.
Nach der WM-Entscheidung in Turin gab Trainer Ingo Steuer bekannt, dass er mit Robin und Aljona bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi weiter arbeiten möchte.

Erfolgreiche WM-Geschichte für deutsche Eis-Paare …

Die jetzigen Vize-Weltmeister und Welt-Titelträger 2008/2009 im Paarlaufen Robin Szolkowy und Aljona Sawtschenko sind aber nicht die einzigen Welt-Titelträger in dieser Eiskunstlauf-Disziplin aus Deutschland: Und deutsche Eis-Paare hatten bereits wahrlich “goldige WM-Zeiten”. So gewannen 1908/1910 Anna Hübler/Heinrich Burger zweimal den WM-Titel, das deutsch-finnische Duo Ludowika Eilers/Walter Jakobsson (erreichte 1911 Platz eins / Nach der Heirat und dem alleinigen Start für Finnland noch 2 x WM-Gold 1914/23 !), viermal standen Maxi Herber/Ernst Baier (1936-1939) ganz oben, das Ehe- sowie Eis-Paar Ria und Paul Falk siegte 1951 sowie 1952, Marika Kilius/Hans-Jürgen Bäumler, das Traum-Paar der “Sixties”, erkämpfte 1963/64 jeweils Gold und einen überraschenden Triumph gab es 1982 für Sabine Baess und Tassilo Thierbach.

Vor den WM-Triumphen von Robin und Aljona 2008 und 2009 holten Mandy Wötzel und Ingo Steuer 1997 WM-Gold für das deutsche Team.
Und Trainer  Ingo Steuer wollte eigentlich, wie sein Paar, auch 2010 wieder WM-Gold …

Jekaterina Vorbild für Aljona

Ein Vorbild für Aljona Sawtschenko war übrigens stets das Paar Jekaterina Gordejewa und Andrej Grinkow, ein äußerst erfolgreiches, künstlerisch hochklassiges und zudem sehr anmutiges Paar in den 1980ern und Anfang der 1990er Jahre auf und “neben” dem Eis.

Mit ihrem Ehemann (seit 1991) gewann Jekaterina zweimal olympisches Gold und wurden außerdem viermal Weltmeister (1986, 1987, 1989 und 1990).
Die glanzvolle sportliche Karriere von Gordejwea/Grinkow endete abrupt, nachdem Sergej 1995 aufgrund eines angeborenen Herzfehlers an Herzversagen starb.

Dennoch bleibt das russische Paar “G&G” das Maß aller Dinge im Paarlaufen. Ihm kommen Robin Szolkowy und Aljona Sawtschenko zur Zeit wahrscheinlich am nächsten … Die erfolgreichste Kunstläuferin bei den Eis-Paaren ist jedoch Irina Rodnina.
Rodnina gewann während ihrer Karriere dreimal olympisches Gold im Paarlaufen. 1972 in Sapporo, 1976 in Innsbruck und 1980 in Lake Placid. 1969 bis 1978 war sie zehnmal Weltmeisterin.

Romy Kermer mit dem gebürtigen Rostocker Rolf Oesterreich, u.a. Olympia-Zweite 1976.Ein Rostocker war am WM-Titel schon nahe dran: Rolf Oesterreich gewann mit seiner Partnerin Romy Kermer 1975/76 den Vize-Weltmeister-Titel und WM-Bronze 1974. Olympia-Silber gab es 1976 ebenfalls.

Seit 1908 werden WM im Paarlaufen ausgetragen und die bisherigen 85 WM-Titel teilten sich Russland (32), Deutschland (14,5), Kanada (10), Österreich (7), Ungarn (5), Frankreich bzw. China (5), Großbritannien (3), Finnland (2,5), Belgien sowie die USA (2) und Tschechien (1).

M.Michels

Foto: Deutsche Olympische Gesellschaft/mit freundl. Genehmigung


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