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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

WM in Vancouver: Anni Friesinger, die traurigste und fairste Weltmeisterin der Eislauf-Geschichte …

Denkwürdige Entscheidung bei den Eisschnelllauf-WM über die 1500 Meter der Damen …

ESLEigentlich wird ja heute in den Sport-Arenen, ganz gleich in welcher Sportart, „auf Teufel komm` raus“ gekämpft – mit erlaubten und unerlaubten Mitteln. Nicht immer ist damit Doping gemeint …

Wie schön, dass es da noch echte Sportlerinnen gibt – mit Charakter, Mitgefühl und Aufrichtigkeit. Die Entscheidung über die 1500 Meter bei den Einzelstrecken-WM in Vancouver war zumindest eine der denkwürdigsten WM-Entscheidungen in der Geschichte des Eisschnelllauf-Sportes.

Die Kanadierin Kristina Groves war die eindrucksvolle Siegerin über diese Strecke, hatte mit einem fast optimalen Rennen die Konkurrenz deutlich distanziert, war an diesem Tag ganz einfach die Beste.

Aber es handelte sich nur um ein „fast optimales“ Rennen. Wie der Videofilm bewies, hatte Kristina die Bahn-Markierung einmal leicht touchiert – nach den neuen Regeln wurde sie disqualifiziert. Damit war nun der Weg frei für Anni Friesinger, eigentlich Vize-Weltmeisterin – bis zur Disqualifikation Kristinas.

Darüber könne sie sich nicht freuen. Kristina sei an diesem Tag klar das beste Rennen gelaufen. Eine deutliche Zeitstrafe ja, vielleicht von einer halben Sekunde, hätte genügt – und Kristina wäre noch immer Erste geblieben !“, meinte Anni Friesinger traurig und enttäuscht angesichts der harten Entscheidung gegen ihre kanadische Sportskameradin in die TV-Mikrofone.

Auch auf dem Siegerpodest verharrte sie nachdenklich und sehr zurückhaltend. Deutlich merkte man der großen Athletin an, dass ihr dieser Erfolg nicht viel bedeutete – vor dem Hintergrund seines Zustandekommens.

Ihr 16.WM-Gold, damit die zweiterfolgreichste WM-Eisschnellläuferin aller Zeiten hinter Gunda Niemann-Stirnemann, für Anni heute eine Medaille ohne Wert: Mitgefühl mit einer Konkurrentin, eine mehr als bewegende Geste über das Eisschnelllauf-Oval von Vancouver hinaus.

Mal nicht dieses verbissene „Ich-muß-um-jeden-Preis-gewinnen“, sondern ganz einfach und deutlich „Ich bin heute zwar Erste, aber ich habe es eigentlich nicht verdient.“. Schon allein deshalb hätte Anni Friesinger eine weitere Goldmedaille verdient. Wie auch die ungemein sympathische Kristina Groves ! Vielleicht könnte man ja das WM-Gold halbieren – ein Teil für Anni, das andere für Kristina …

M.Michels

F.: Impression bei den Eisschnellauf-WM 2008 in Berlin. mm

14.3.09: +++ 1000 Meter-Entscheidung: 1. Christine Nesbitt/Kanada 2.Anni Friesinger/Deutschland 3.Margot Boer/Holland +++ 15.3.09: +++ Jenny Wolf zum dritten Mal hintereinander Weltmeisterin über 500 Meter +++ Versöhnlicher WM-Abschluss für Kristina Groves: Im Teamwettbewerb der Damen gab es endlich das ersehnte Gold – Deutschland wurde Fünfter +++


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