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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Wirtschaftliche Situation im regionalen Handwerk vorerst stabil

Das regionale Handwerk im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg – Vorpommern (HWK) verzeichnete in den Sommermonaten eine relativ stabile wirtschaftliche Situation.

Der Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zum Frühjahr gestiegen. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der HWK. Dazu HWK – Hauptgeschäftsführerin Claudia Alder: „Das Gesamthandwerk im Kammerbezirk sieht die wirtschaftliche Situation mit Sorge, aber nicht so negativ wie es in den Krisenszenarien befürchtet wurde. Zu differenzieren ist dabei zwischen den einzelnen Gewerken. So wurden in den vergangenen Monaten bei den maritimen Zulieferbetrieben rund um die Werften wirtschaftliche Schwierigkeiten deutlich, während in anderen Gewerken wie dem Nahrungsmittel- und den Gesundheitshandwerken die Geschäfts- und Auftragssituation überwiegend stabil war.“ Von der neuen Bundesregierung werde deshalb jetzt eine Fortsetzung der Reformpolitik erwartet, die auf Wachstum und Beschäftigung sowie Steuersenkungen zur Entlastung der handwerklichen Betriebe gerichtet sei.

Die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern:
Die Geschäftslage wird von der überwiegenden Zahl der Betriebe  als gut und befriedigend beurteilt. Ein Viertel der befragten Unternehmen  – darunter vor allem das Kfz-Gewerbe (38%) und die Baubranche (29%) – . bewertet die Geschäftslage hingegen als schlecht. Die beste Geschäftslage ist im Nahrungshandwerk mit 95% guten und befriedigenden Bewertungen zu verzeichnen.
Der Auftragsbestand der Betriebe ist leicht gestiegen. 63% der Befragten werten diesen als gleichbleibend bzw. steigend (Frühjahr 62%). Im Kfz-Gewerbe gingen bei 59% der befragten Unternehmen die Aufträge zurück. Positive Einschätzungen gibt dagegen das Dienstleistungsgewerbe. Bei mehr als einem Drittel der Betriebe reichen die Auftragsbestände acht und mehr Wochen.
Die Betriebsauslastung hat sich im Vergleich zum Frühjahr saisonalbedingt verbessert. 36% der Betriebe melden eine gute Auslastung (81-100%ige Auslastung). Insgesamt liegen hier die Bewertungen auf dem Niveau des Vorjahres. Eine gute Auslastung verzeichnete in den Sommermonaten ebenfalls das Hauptbaugewerbe, jeder zweite Betrieb gibt hier eine 81-100%ige Auslastung an. Die Handwerksbetriebe des Gewerblichen Bedarfs, darunter die Metallbauer, melden ähnlich gute Auslastungen. Die geringste Betriebsauslastung ist im Kfz-Gewerbe zu erkennen.
Die Umsatzentwicklung ist im Vergleich zum Frühjahr 2009 bei jedem fünften Betrieb gestiegen. Bei mehr als einem Drittel der Betriebe sanken die Umsätze gegenüber dem Vorquartal. Der deutlichste Rückgang ist im Kfz-Gewerbe zu verzeichnen.
Die Beschäftigungssituation ist im Vergleich zum Vorquartal in den regionalen Handwerksbetrieben relativ stabil. So meldeten Dreiviertel der Befragten eine konstante Mitarbeiteranzahl, in 12% der Betriebe wurden Mitarbeiter eingestellt, nur 14% haben Entlassungen im letzten Quartal vorgenommen.
Die Investitionstätigkeit der Betriebe ist im Vergleich zum Vorquartal leicht rückläufig. Nur 45% haben ihre Investitionsausgaben im Vergleich zum Vorjahr auf stabilem Niveau gehalten oder erhöht (Vorjahr 63%). Eine überdurchschnittliche Investitionstätigkeit ist im Dienstleistungsgewerbe, eine deutliche Zurückhaltung der Investitionstätigkeit in den von der wirtschaftlichen Entwicklung besonders betroffenen Gewerben Ausbau und Kfz zu verzeichnen.
Prognosen
Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Situation sind die regionalen Handwerksbetriebe vorsichtig optimistisch. Die Hälfte aller befragten Unternehmer geht davon aus, dass die erwartete Geschäftslage sich nicht grundlegend ändert. Jeder vierte befragte Handwerksbetrieb prognostiziert eine gute Geschäftslage. Das Gros der Betriebe geht auch weiterhin von einer stabilen Geschäftslage aus.
Verhalten schätzt das Kfz-Gewerbe die wirtschaftliche Situation in den kommenden Monaten ein, mehr als ein Drittel der Befragten aus dieser Branche befürchtet eine wirtschaftliche Verschlechterung.
Sorgen bereitet dem Handwerk das insgesamt noch unsichere wirtschaftliche Umfeld. Deshalb erwarten 45% der Betriebe sinkende Investitionen. Werden Investitionen geplant, so sollen diese vor allem zur Kostenreduzierung und Wettbewerbsstärkung beitragen.
Der Ausbau der Beschäftigung wird in den kommenden Monaten nahezu zum Stillstand kommen. Mitarbeitereinstellungen wollen in den kommenden Monaten nur 4% der Befragten vornehmen. 21% aller Befragten gehen davon aus, sich von Mitarbeitern trennen zu müssen.
Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen, dass sich das Handwerk als wichtiger Stabilisator in der Krise erweist. Insgesamt warten die Betriebe jetzt darauf, dass die Aufträge aus dem Konjunkturpaket II zur wirtschaftliche Belebung beitragen.


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