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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Wie steht’s um die Qualität im Nationalpark Unteres Odertal?

Unabhängiges Komitee prüft Nationalpark. Landesministerium erhält Ergebnisse.

Als eine der ersten Nationalen Naturlandschaften in Deutschland nimmt die Nationalparkverwaltung Unteres Odertal derzeit freiwillig an einer bundesweiten Initiative zur Überprüfung der Managementqualität teil. Dazu hat ein Fachkomitee aus Landes- und Bundesvertretern, von Universitäten und Naturschutzverbänden, aus Nationalparks sowie Vertretern des Dachverbandes der Nationalen Naturlandschaften das Untere Odertal bereist.

Während der zweitägigen Evaluierung wurden Gespräche mit Mitarbeitern der Parkverwaltung geführt, Handlungsansätze für Verbesserungen diskutiert und Best-Practice-Beispiele für andere Schutzgebiete herausgearbeitet. Im Rahmen einer Exkursion wurden konkrete Managementvorhaben im einzigen deutschen Flussauennationalpark begutachtet. Einschätzungen von externen Gesprächspartnern ergänzten den Ablauf. Seitens des Ministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz nahm Referatsleiterin Corinna Fittkow teil. Im Vorfeld hatte die Nationalparkverwaltung einen umfangreichen Fragebogen ausgefüllt, der von einem Planungsbüro ausgewertet worden war.

Im Ergebnis lobte das Komitee das bisher Erreichte des Nationalparks. Aufgrund der Mitwirkung in zahlreichen Gremien und Arbeitskreisen und einer intensiven Kooperation mit den örtlichen Vereinen und Interessengruppen, genieße der Park mittlerweile eine breite Unterstützung in der Region. Auch leiste das Schutzgebiet mit seinen vielfältigen Angeboten einen wichtigen Beitrag zum Image und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landkreises Uckermark, hieß es seitens der Experten.

Eine künftige Herausforderung für die Parkverwaltung werde weiterhin in einer ausgewogenen Balance von Naturschutzbelangen und Regionalentwicklungsinteressen liegen. Der Fachausschuss unterstrich dabei, dass das oberste Ziel des Nationalparks in der Umsetzung des Leitsatzes „Natur Natur sein lassen“ liege. Die Realisierung der Zielstellung, den Anteil ungestörter Prozessschutzflächen innerhalb der nächsten Jahre deutlich zu erhöhen, werde im Nationalpark Unteres Odertal durch ungünstige Eigentumsverhältnisse und fehlende Zuständigkeiten erschwert.

Im Anschluss an die Evaluierung werden die Ergebnisse und Empfehlungen dem Park und dem zuständigen Landesministerium übergeben. Damit soll die Qualität des Managements langfristig gesichert und angehoben werden. Sie dienen ferner als Instrumentarium, um Aufgaben wie Naturschutz, Forschung und Bildung sowie umweltgerechte Regionalentwicklung effektiv umzusetzen.

In den kommenden Monaten führt das Evaluierungskomitee die Überprüfung in allen 14 deutschen Nationalparks durch. Angestoßen von EUROPARC Deutschland, dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, ist diese Initiative weltweit die Erste ihrer Art für Nationalparks.

Hintergrund:

Zur Überprüfung der Managementeffektivität von Nationalparks sind Qualitätskriterien und -standards in zehn Handlungsfeldern in einem mehrjährigen Prozess entwickelt worden. Damit kann nunmehr in Deutschland in den drei Schutzkategorien – Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten – auf anspruchsvolle Qualitätsstandards zurückgegriffen werden. Den Kriterienkatalog „Qualitätskriterien und -standards für deutsche Nationalparke“ finden Sie online unter www.nationale-naturlandschaften.de/infothek.

Unterstützt wird die erstmalige Evaluierung der deutschen Nationalparks im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Anwendung von Qualitätskriterien und -standards zur Evaluierung der deutschen Nationalparke“ vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Zusammenwirken mit den Ländern und EUROPARC Deutschland.


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