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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Westmecklenburgische Wirtschaft auf hohem Niveau abwartend

Arbeitsmarkt in Westmecklenburg laut Konjunkturumfrage der IHK zu Schwerin auch in den nächsten Monaten stabil

Die Wirtschaft Westmecklenburgs verliert an Fahrt, präsentiert sich aber nach wie vor robust. Dies ergab die im Januar 2012 von der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin durchgeführte Konjunkturumfrage, in die rund 1.000 Unternehmen aus Industrie, Handel, Baugewerbe, Dienstleistungen, Verkehr sowie Energie- und Wasserversorgung einbezogen wurden.

Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung im Jahr 2010 sowie einer sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung in der ersten Hälfte des Jahres 2011, deuteten sich bundesweit bereits in der zweiten Jahreshälfte 2011 erste Anzeichen für eine Abschwächung der Wachstumsdynamik an. Auch die westmecklenburgische Wirtschaft kann sich dessen nicht entziehen und reagiert mit Verunsicherung auf die europäische Schuldenkrise. So sinkt der IHK-Konjunkturklimaindex – das geometrische Mittel aus Geschäftslage- und Erwartungssaldo – zum zweiten Mal in Folge auf derzeit 110 Punkte, bleibt damit aber dennoch deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt von 96 Punkten.

Derzeit bewerten vier von zehn Unternehmen ihre Geschäftslage als gut. Im Herbst 2011 traf dies noch auf die Hälfte aller Betriebe in Westmecklenburg zu. Im Branchenvergleich beurteilt das Verarbeitende Gewerbe seine Geschäftslage am besten. Ebenfalls überdurchschnittlich gut bewertet das Baugewerbe seine derzeitige Lage. Das milde Wetter im 4. Quartal 2011 sorgte dafür, dass ein Großteil der Betriebe seine Geschäftslage als gut wertet. Auch der Handel und die Dienstleistungsbranche zeigen sich durchaus zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage. „Vor allem die Umsätze der Dienstleistungsbranche zeigten im 4. Quartal deutliche Zuwächse“, so Siegbert Eisenach, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin.

In Bezug auf die zukünftige geschäftliche Entwicklung erwartet über die Hälfte der Unternehmen einen konstanten Verlauf. Gleichzeitig überwiegt in dieser Umfrage der Anteil der Pessimisten den Anteil der Optimisten: ein Viertel der Betriebe geht von einem ungünstigeren Geschäftsverlauf aus, 21 Prozent von einem günstigeren. Am optimistischsten blickt das Verarbeitende Gewerbe in die Zukunft. Aber auch die Dienstleistungsbranche schätzt die Zukunftsaussichten überdurchschnittlich gut ein.

Trotz der gedämpften Erwartungen für die nächsten Monate planen die Unternehmen nicht, ihre Investitionsvorhaben einzuschränken. So beabsichtigen weiterhin acht von zehn Unternehmen in Westmecklenburg zu investieren. Über ein Viertel dieser Unternehmen geht sogar davon aus, mehr Geld für Investitionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einzusetzen. Im Herbst 2011 traf dies nur auf 22 Prozent zu.

Der Arbeitsmarkt in der Region Westmecklenburg wird sich in den nächsten Monaten stabil zeigen. So beabsichtigen 76 Prozent der befragten Unternehmen ihre Beschäftigten zu halten. Dies sind zehn Prozentpunkte mehr als im Herbst 2011. Darüber hinaus planen weitere 13 Prozent der Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen.

Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten werden nach wie vor die Energie- und Rohstoffpreise gesehen. Dabei bewerten die einzelnen Wirtschaftszweige die Problematik sehr unterschiedlich: Verkehrs- und Handelsbetriebe nennen die hohen Preise besonders häufig als Problem, wohingegen nur ein Drittel der Dienstleistungsbetriebe diese als Gefahr sieht. „Neben den hohen Energie- und Rohstoffpreisen werden im Vergleich zum Herbst 2011 wieder verstärkt die Inlandsnachfrage sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als zu erwartende Probleme angeführt. Das zeigt, dass eine rasche Lösung in der Staatsschuldenkrise vonnöten ist, um den Unternehmen die Verunsicherung zu nehmen und somit der Wirtschaft eine Chance auf höheres Wachstum zu geben“, betonte Eisenach abschließend.

Quelle: IHK zu Schwerin


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