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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Westmecklenburger Wirtschaft im kräftigen Aufwind

Die IHK zu Schwerin und die Handwerkskammer Schwerin melden positive Konjunkturdaten für das Frühjahr.

Die Unternehmen in Westmecklenburg bezeichnen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mehrheitlich als gut oder zufriedenstellend. Auch die Aussichten auf den kommenden Sommer sind von Optimismus und weiter steigenden Erwartungen geprägt.

Lage und Aussichten in den Unternehmen der IHK zu Schwerin

Die westmecklenburger Wirtschaft schaut optimistisch in die Zukunft und der Konjunkturmotor läuft im Frühsommer 2011 auf Hochtouren. Das Geschäftsklima präsentiert sich so gut wie schon seit Jahren nicht mehr. Hierzu tragen sowohl eine verbesserte Lagebeurteilung als auch eine zuversichtliche Einschätzung zukünftiger Entwicklungen bei.

46 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Zu Jahresbeginn 2011 traf dies nur auf 40 Prozent zu. Noch einmal so viele Unternehmen bezeichnen ihre Lage als befriedigend. Der Geschäftslagensaldo, die Differenz aus positiven und negativen Unternehmensantworten, steigt im Vergleich zur Vorumfrage um sechs Prozentpunkte auf aktuell 35 Punkte.

Mit 85 Prozent geht die große Mehrheit der Unternehmen für die nächsten Monate weiterhin von einer stabilen, wenn nicht sogar noch günstigeren Geschäftsentwicklung aus. Der Erwartungssaldo klettert im Vergleich zur Umfrage zu Jahresbeginn 2011 um acht Prozentpunkte auf 20 Punkte.

In Folge dessen steigt der IHK-Geschäftsklimaindex, das geometrische Mittel aus Geschäftslage- und Erwartungssaldo, auf rund 129 Punkte und erreicht somit seinen höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnung der Konjunkturergebnisse in der IHK zu Schwerin vor 20 Jahren.

Immer mehr Unternehmen gelangen an ihre Kapazitätsgrenzen.  Das Investitionsmotiv ‚Kapazitätserweiterung‘ gewinnt weiter an Bedeutung. Bereits über ein Viertel aller Unternehmen haben diesbezüglich Pläne. Insbesondere die Industrie (35 %) hat dafür Gelder budgetiert, aber auch  Dienstleistungsunternehmen (25 %) wollen ihre Kapazitäten ausbauen. Etwas mehr als zuvor wird zudem in den Umweltschutz (12 %, Januar 2011: 9 %) sowie in Rationalisierungsmaßnahmen (33 %, Januar 2011: 29 %) investiert.

Getrübt werden könnte die positive Stimmung im weiteren Konjunkturverlauf 2011 insbesondere durch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise. Rund 62 Prozent der Unternehmen sehen die Kostenentwicklung in diesen Bereichen als größten Risikofaktor für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. In der Vorumfrage waren es noch 55 Prozent.

Lage und Aussichten in den Handwerksbetrieben

Im Handwerk hat sich der Geschäftsklimaindex mit 18,8 Punkten gegenüber dem Vorjahr (- 0,1) sprunghaft verbessern können und erreicht damit den mit großem Abstand besten Wert seit über 15 Jahren. Zu diesem positiven Ergebnis trägt sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage bei, aber auch der optimistische Ausblick auf den bevorstehenden Sommer. Die Konjunkturerholung stützt sich dabei auf eine breite Basis über die unterschiedlichen Handwerksbranchen hinweg.

82 % der Betriebe schätzen ihre geschäftliche Lage als gut (34 %) oder befriedigend (48 %) ein. Auch die Umsatzentwicklung spiegelt deutlich die Verbesserung: Haben im Vorjahr 62 % der Betriebe gesunkene Umsätze im Vergleich zum Vorquartal gemeldet, sind dies jetzt nur noch 38 %.

Die Beschäftigungssituation bleibt stabil. 76 % der Betriebe (Vorjahr: 74 %) geben an, dass die Belegschaftszahlen gleich geblieben sind, 10 % der Betriebe haben die Personaldecke verstärkt.

Negativ schlägt zu Buche, dass sich die Einkaufspreise offensichtlich stark erhöht haben. Der Anteil der Betriebe, die über gestiegene Preise zum Beispiel für Energie, Material oder Rohstoffe klagen, ist im Vergleich zum Vorjahr (43 %) auf 69 % angestiegen. Bei den Verkaufspreisen zeigt sich das Bild im Vergleich zum Vorjahr dagegen kaum verändert, d.h., dass die Betriebe die Preissteigerungen nicht in den Markt hineingeben können.

Welche Erwartungen gibt es für das kommende Quartal? Mit 10% hat sich der Anteil derer, die eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage erwarten, halbiert (20 %). Das Gros sieht demnach gute (42 %) oder befriedigende (48 %) Aussichten.

Gesamtbewertung

Die gute Konjunkturlage in Westmecklenburg stützt sich auf eine breite Basis unterschiedlicher Branchen. Sie zeigt, dass sowohl die exportorientierten Unternehmen als auch die Betriebe, die von der Binnenkonjunktur getragen werden, eine positive Entwicklung verzeichnen. Die Region ist mit vielen ertragsstarken Betrieben wirtschaftlich gut aufgestellt.

Ulrich Unger, Hauptgeschäftsführer der Schweriner IHK betont: „Das Ergebnis der aktuellen Konjunkturbefragung übertrifft deutlich unsere Erwartungen. Ein besseres Stimmungsbild konnte die IHK unter ihren Unternehmen seit 20 Jahren nicht registrieren. In diesem Zusammenhang gewinnt das Jahresthema der IHK-Organisation eine besondere Brisanz – die Suche nach Fachkräften wird zum zentralen Anliegen der nächsten Monate. Wir sind gemeinsam gefordert, uns diesem Thema intensiv anzunehmen.“

„Damit sich die positive Entwicklung weiter stabilisieren kann und wir auf eine nachhaltige Konjunkturerholung vertrauen können“, so Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim „brauchen wir ein weiterhin günstiges Investitionsklima und Rahmenbedingungen, die Handwerk und Mittelstand Raum zum Atmen geben“. Wichtig sei jetzt vor allem, die gute wirtschaftliche Lage zu nutzen, um Fachkräfte und den potentiellen Ausbildungsnachwuchs von den Möglichkeiten und Chancen in Westmecklenburg zu überzeugen. „Die Chancen auf sichere Arbeitsplätze und eine Karriere in der Heimat sind heute größer denn je“, so Hummelsheim.

Quelle: IHK zu Schwerin


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