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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Weltmeisterlicher Bahn-Radsport in der dreifachen Olympiastadt London

Frühere Wahl-Mecklenburgerin mit Bronze im Teamsprint der Frauen

Nun wird gleich zum März-Beginn 2016 so richtig in die Pedale getreten. Es sind Weltmeisterschaften im Bahn-Radsport in London, die vom 2.März bis 6.März ausgetragen werden und zugleich die globale Generalprobe in puncto Bahnradsport vor den olympischen Konkurrenzen im August in Rio sind.

Erstes WM-Gold 2016 nach Australien

Gleich am ersten Wettkampf-Tag gab es vier Entscheidungen. In der 3000 Meter-Einer-Verfolgung setzte sich Titelverteidigerin Rebecca Wiasak (Australien) vor Malgorzata Wojtyra (Polen), Annie Foreman-Mackey (Kanada) und Ruth Winder (USA) durch. Mieke Kröger vom deutschen Team wurde Fünfte. Insgesamt stellten sich 13 Verfolgerinnen aus 13 Ländern dem WM-Kräftemessen.

Im Scratch-Wettkampf der Herren jubelte hingegen Sebastian Mora aus Spanien, der  seine 21 Mitbewerber aus 22 Ländern distanzieren konnte. Hinter dem Spanier folgten Ignacio Prado (Mexiko), Claudio Imhof (Schweiz) und Raman Ramanau (Weissrussland). Titelverteidiger Lucas Liss vom Bund Deutscher Radfahrer kam auf Platz sieben.

Zweimal Bronze in den Teamsprints für den BDR

Auch die Teamsprints bei den Damen und bei den Herren wurden gleich am ersten WM-Wettkampftag durchgeführt.

Bei den Damen gewann das russische Duo Daria Schmelewa bzw. Anastasija Woinowa (Russland) vor Gong Jinjie bzw. Zhong Tianshi (China), Miriam Welte, die einst für das „Track Cycling Team M-V“ startete, bzw. Kristina Vogel (Deutschland) und Anna Meares bzw. Stephanie Morton (Australien).

Vor Jahresfrist, bei den Bahn-Rad-WM in Frankreich 2015, hatten sich die beiden Chinesinnen noch vor den Russinnen durchgesetzt. Australien (mit Anna Meares bzw. Kaarle Mc Culloch) schaffte vor 12 Monaten noch Bronze – vor Miriam bzw. Kristina…

Bei der weltmeisterlichen Entscheidung im Damen-Teamsprint 2016 radelten 28 Frauen in 14 Teams um Medaillen und Ränge.

Spannend ging es auch im Teamsprint der Herren zu, bei dem vor 12 Jahren, 2004 in Athen, der Wahl-Schweriner Stefan Nimke Olympiasieger wurde. Neuseeland (mit Ethan Mitchell, Sam Webster, Eddie Dawkins) wurde Weltmeister vor den Niederlanden (mit Nils van`t Hoenderdaal, Jeffrey Hoogland, Matthijs Büchli), Deutschland (mit Rene Enders, Max Niederlag, Joachim Eilers) und Frankreich (mit Gregory Bauge, Kevin Sireau, Michael D`Almeida).

43 Athleten aus 14 Ländern waren im Teamsprint der Herren in London 2016 im Einsatz. Im letzten Jahr 2015 waren noch die Franzosen Weltmeister im Teamsprint geworden, vor Neuseeland.

… Tja, eine frühere Wahl-Mecklenburgerin, also Miriam Welte, mithin Teamsprint-Olympiasiegerin mit Kristina Vogel 2012 in London, kam „an gleicher Stelle“ auf Platz drei.

Frauen und der Bahn-Radsport

Frauen und Bahn-Radsport – das ist ohnehin ungemein interessant…

Erst ab 1958 in Paris, wieder einmal Paris, durften auch die Frauen bahnradsportlich-weltmeisterlich ran. In zwei Disziplinen demonstrierten sie ihr Können: Im Sprint gewann Galina Jermolajewa vor Walentina Maximowa-Pantilowa (beide Sowjetunion) und Jean Dunn (Großbritannien). Ljudmilla Kotschetowa (Sowjetunion) war hingegen in der Einzelverfolgung die Nummer eins – vor den Britinnen Stella Bail und Kathleen Ray.

Es sollte sogar noch weitere dreißig Jahre dauern, bis der Bahnradsport für Frauen olympisch wurde. In Seoul 1988 erhielten die Bahnradsportlerinnen einen ersten Wettkampf unter den olympischen Ringen, den Sprint. Gold holte sich damals die Estin Erika Salumäe vor Christa Rothenburger-Luding aus Deutschland-Ost und Connie Paraskevin-Young aus den USA.

Meilensteine für den Frauen-Bahn-Radsport

Was waren aber die „Meilensteine“ für den weltmeisterlichen Bahnradsport bei den Frauen?! Wie erwähnt, standen seit 1958 der Sprint und die Einzelverfolgung für die „Mädels“ auf dem WM-Programm. Aus deutscher Sicht erkämpfte Karin Stüwe (TSC Berlin) 1965 mit Bronze die erste WM-Medaille im Sprint. 21 Jahre später, 1986 in Colorado Springs,  triumphierte Christa Rothenburger-Luding (SC Einheit Dresden) in dieser Disziplin und weitere 28 Jahre danach sprintete die Kaiserslauterin Miriam Welte, die bis 2013 für das „Track Cycling Team MV“ startete, zu Gold.

Auch in der Einzelverfolgung jubelten deutsche WM-Teilnehmerinnen schon ganz „goldig“, so 1991 Petra Rossner aus Leipzig und 1997 Judith Arndt aus Königs Wusterhausen. Die erste deutsche WM-Einzelverfolgungsmedaille bei den Frauen ging 1965 auf das sportliche Konto von Hannelore Mattig vom TSC Berlin.

Im Zeitfahren sind die Frauen erst seit 1995 „WM-technisch“ in der „Spur“. Im Jahr 1996 errang hier Annett Neumann vom Radsportclub Cottbus die erste WM-Medaille (Silber); 2014 sicherte sich Miriam Welte im Zeitfahren sogar den ersten deutschen WM-Titel in diesem Wettbewerb.

Immer mehr Wettbewerbe für die Frauen

Und: Wann gelangten die anderen, heutigen WM-Disziplinen für die Frauen in das Bahnradsport-WM-Programm?! … 1988 wurde das Punktefahren aufgenommen, wobei Judith Arndt 1999 mit Silber die erste WM-Plakette und Stephanie Pohl aus Cottbus 2015 den ersten WM-Titel für Deutschland dort überhaupt erkämpften.

Keirin ist für Frauen seit 2002 WM-Disziplin und mit Christin Muche aus Forst (2006) und Kristina Vogel aus Erfurt (2014) konnten sich deutsche Frauen bereits über WM-Gold freuen. Auch Scratch (seit 2002, noch ohne deutsche Medaille), Omnium (seit 2009, ebenfalls noch ohne deutsche Medaille) und der Teamsprint sind weltmeisterlich für Frauen zugelassen. Im Teamsprint sorgte die in M-V mehr als bekannte Miriam Welte (zusammen mit Dana Glöß, Werdau, Berlin) 2008 für die erste deutsche WM-Medaille (Bronze) und 2012, in jenem Jahr wurde Miriam auch Olympiasiegerin, 2013 und 2014 schaffte sie jeweils mit Kristina Vogel WM-Gold.

Im der Teamverfolgung rasen die Frauen zudem seit 2008 um WM-Ehren. In dieser Disziplin begnügten sich die deutschen Frauen bislang mit einmal Bronze – 2008 durch Charlotte Becker aus Datteln, Verena Jooß aus Karlsruhe und Alexandra Sontheimer aus Freiburg im Breisgau.

M-V und der Bahn-Radsport der Frauen

Eine Mecklenburgerin konnte im Bahnradsport auch schon so richtig begeistern, die 1979 in Wismar geborene Katrin Meinke. Diese wurde 2001 in Antwerpen WM-Dritte im 500 Meter-Zeitfahren und 2002 in Ballerup ebenfalls WM-Dritte im Sprint. Im Jahr 2004 qualifizierte sich Katrin für die Olympischen Spiele in Athen und belegte dort die Ränge sechs (Sprint), elf (500 Meter Zeitfahren) und neun (Punktefahren). Zudem wurde Kathrin Freitag, die dreifache JWM-Siegerin im Sprint 1990, 1991 bzw. 1992 und Olympia-Teilnehmerin 2000 im Bahnradsport im vorpommerschen Röbel geboren (1974).

Nun sind aber die Frauen und natürlich auch die Herren bei den restlichen WM-Entscheidungen im Bahn-Radsport 2016 in London, bis zum 6.März, gefordert.

Weitere Informationen zur WM im Bahn-Radsport 2016 unter: www.uci.ch .

Übrigens: Vor 40 Jahren, bei den XXI. Olympischen Spielen 1976 in Montreal, wurde der gebürtige Rostocker Günther Schumacher, zusammen mit Gregor Braun, Hans Lutz und Peter Vonhof, Olympiasieger mit dem westdeutschen Bahn-Vierer…

Marko Michels

 


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