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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Weltcupfinals auf dem „Göttersee“

Ruder-Recken aus MV testen WM-Form

Im Mekka des Rudersports, auf dem Rotsee im schweizerischen Luzern, beenden die Topnationen die Weltcupsaison.

Nach Bled (Slowenien) und Varese (Italien) spurten 692 Athleten aus 45 Nationen um wichtige Weltcuppunkte, den Gesamtsieg und ein paar Schweizer Franken für die Podiumsplätze. Insgesamt 293 Boote vom Einer bis zum Achter, in olympischen und paralympischen Bootsklassen, lassen den „Göttersee“ der Ruderelite sportlich kochen.

Marie Dräger

Mittendrin testet auch ein „Quartett“ aus MV seine WM-Form. „Mit Blick auf den Gesamtsieg sind die Chancen gering, aber wir wollen das bisher Erkämpfte verteidigen.“, gibt sich die 34-jährige Marie-Louise Dräger bekannt ehrgeizig und optimistisch.

Beim letzten Weltcupduell vor gut drei Wochen in Varese gewann die Crew Dräger, Sturm hinter Team GB und den „Black Kiwis“ aus Neuseeland überraschend Bronze.

Damit war die interne „DRV-Quali“ als GER 1 überstanden und die Tickets für die WM Anfang September gesichert. In ihrer Bootsklasse, dem Doppelzweier der leichten Frauen, hat die komplette Weltelite für Luzern eingecheckt und kämpft ab heute um die sechs Plätze im A-Finale (Sonntag).

23 Nationen, davon nur Holland, Russland und Japan mit Doppelmeldungen, wollen sich vor der nächsten Trainingsphase neu im Ranking positionieren.

„Da müssen wir uns als Vize-Europameisterinnen nicht verstecken, aber mit Sparprogramm oder 95 Prozent ist hier kein Podiumsplatz zu haben.“, kennt die Rostocker Topathletin die sportlichen Hürden der nächsten 72 Stunden. Ähnlich hart wird es auch für Stephan Krüger. In der bisherigen Saison 2015 durchlebte er und Trainer Meinhard Rahn schon ein emotionales Wellenbad der Emotionen.

DNuelkenRudern

Mitte April Deutscher Meister im Einer, Ende Mai Europameister im Doppelzweier und beim Weltcup in Varese mit Ersatzmann Patrick Leineweber „nur“ Zweiter im B-Finale. Doch jetzt lief es wieder rund. Altmeister Marcel Hacker (Magdeburg) ist wieder mit an Bord und nimmt auf der 2000 Meter Renndistanz einige wichtige Sekunden von der Stoppuhr.

„Es ist schon eine andere Nummer. Physisch und renntaktisch ist sein Niveau national kaum zu toppen. Deshalb kämpfen wir um den Platz hinter Kroatien.“, wagt der 26-jährige Sportsoldat eine optimistische Prognose. Ob der Rostocker „Wikinger“ und Marcel ohne Zwischenstopp im Hoffnungslauf über die Runden kommen, ist bei der engen Konkurrenz – „Kaffeesatzleserei“, so Coach Meinhard Rahn.

Wie es um die Form des Deutschland-Achters steht, da rätseln die Experten. Nicht nur die Niederlage in Varese gegen den amtierenden WM-Champion vom Team GB, sondern vor allem das „Wie“ bei der deutlichen Niederlage gegen den Topkonkurrenten bei der Henley Regatta auf der Themse. „Das war so nicht geplant! Da lief wenig, wie geplant und erhofft. Eben ein ganz schwarzer Tag.“, fasste Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) das Geschehene kurz zusammen.

Seit dem sind fünf Tage vergangen und der Blick ist nach vorn gerichtet. „Wir wollen und müssen uns steigern.“, ergänzt der jetzt „Wahl-Dortmunder“ die Planung für die jetzigen Rennen.

Steigern muss sich auch Julia Wärmer, um sich kurz vor der WM nicht in die Zuschauerränge zu rudern. Mit der Potsdamerin Daniela Schultze im Zweier startet geht es gegen die Krefelder Davids „Zwillinge“ um Platz 1 im DRV-Ranking. Ein Platz im kleinen B-Finale und dann vor Boot GER 2 wäre ein glücklicher Zwischenstopp in einer fast verkorksten Saison.

Detlef Nuelken
Olympiastützpunkt M-V
Abteilungsleiter Rostock

1.Foto/Detlef Nuelken: Auch Marie Louise Dräger will es wieder auf dem „Göttersee“ wissen.

2.Foto/Detlef Nuelken: Marcel Hacker/Stephan Krüger (rechts im Bild) sind in Luzern auch dabei.


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