IHK-Umfrage: Jedes dritte Unternehmen kann offene Stellen nicht besetzen

IHK zu Schwerin, 18.10.11 – Mittlerweile sieht jedes dritte Unternehmen den Fachkräftemangel als größtes Risiko für seine wirtschaftliche Entwicklung an. Der Wert stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozentpunkte. Dies ergab eine aktuelle Umfrage der IHK zu Schwerin, die im September 2011 unter rund 850 IHK-zugehörigen Unternehmen durchgeführt wurde.

Ein Drittel der antwortenden Unternehmen gab zudem an, derzeit offene Stellen längerfristig (mehr als 2 Monate) nicht besetzen zu können. „Damit droht der Fachkräfteengpass zunehmend zu einem Wachstumshemmnis für die Wirtschaft zu werden“, kommentiert Siegbert Eisenach, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin.

Insbesondere in der Industriebranche besteht eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. So gaben 41 Prozent der antwortenden Industrieunternehmen an, seit mehr als zwei Monaten vergeblich nach geeigneten Mitarbeitern zu suchen. „Auch in der Baubranche bleiben aufgrund des Fachkräftemangels freie Stellen vielfach unbesetzt“, so Eisenach weiter. So haben 40 Prozent der antwortenden Baubetriebe in Westmecklenburg noch eine bis drei offene Stellen, die sie nicht besetzen können.

Eisenach fasst ein weiteres Ergebnis der IHK-Umfrage zusammen: „Viele Unternehmen haben bereits eine Strategie, wie sie sich im Wettbewerb um Fachkräfte positionieren wollen.“ So will ein Großteil der Unternehmen seine Ausbildungs- (41 Prozent) und Weiterbildungsbemühungen (29 Prozent) verstärken, um zukünftige Fachkräfteengpässe zu umgehen. In einer Steigerung der Arbeitgeberattraktivität, so z.B. bei der Bezahlung oder Arbeitsplatzattraktivität, sieht knapp ein Viertel der Unternehmen einen wirksamen Hebel, um Fachkräfte zu gewinnen.

„Aber auch die Politik ist gefordert, um die Fachkräftesicherung für die Unternehmen zu unterstützen“, so Eisenach abschließend. Insbesondere durch eine Verbesserung in der Qualifikation der Schulabgänger, durch einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung, der Ganztagsschulen und von Pflegeangeboten versprechen sich Unternehmen Erleichterung bei der Suche nach geeigneten Fachkräften.

Zu Fragen der Fachkräftesicherung können interessierte Unternehmen auf dem Schweriner Wirtschaftsrechtstag am 2. November 2011 in der IHK zu Schwerin in der Zeit von 14:00 bis 18:00 Uhr wertvolle Hinweise erhalten und über Strategien diskutieren, wie der demografischen Entwicklung begegnet werden kann.