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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Was tun, wenn das WLAN streikt?!

Rostocker Uni-Ausgründung hilft Unternehmen bei der Lösung

Im Wohnzimmer geht es immer, im Schlafzimmer will das Streaming der geliebten Serie aus dem Internet auf den Tablet-PC nicht so recht – in vielen Wohnungen ist die stabile Verbindung mit drahtlosem Internet ein Problem. Aber auch aus den meisten Unternehmen ist WLAN längst nicht mehr wegzudenken.

„Für viele Unternehmen ist eine zuverlässige WLAN-Versorgung existenziell“, erklärt der Wirtschaftswissenschaftler und Mitgründer der Rostocker Uni-Ausgründung „VestiFi“, Christoph Müller. „Vor allem im industriellen Umfeld wird WLAN an vielen Stellen schon als Ersatz für andere Funkverfahren eingesetzt – insbesondere, wenn Maschinen untereinander Daten austauschen.“ Entsprechend wichtig ist, dass es hier keine Probleme gibt: „Wenn der Datenaustausch nicht klappt, steht die Produktion still“, so Müller weiter.

Wissenschaftler von der Fachhochschule Bern haben errechnet, dass jede einzelne Stunde eines Netzwerkausfalls kleinen und mittleren Unternehmen Kosten von 5.000 Euro verursacht. Für Großunternehmen summieren sich diese Kosten laut Analysen des Marktforschers Gartner sogar auf rund 38.000 Euro pro Stunde.

Das Rostocker Start-up „VestiFi“ schafft hier Abhilfe. Möglich wird das mit einem neu entwickelten Messgerät und einer maßgeschneiderten Analysesoftware, mit deren Hilfe WLAN-Probleme erkannt und Lösungsvorschläge erarbeitet werden. „Alles begann vor etwa sechs Jahren, als ich mich im Rahmen meiner Diplomarbeit an der Universität Rostock mit WLAN und dem Vermessen von Funknetzen beschäftigt habe“, sagt Mitgründer Till Wollenberg, der sich vor allem um die technischen Aspekte kümmert.

Im Rahmen seiner Doktorarbeit ist der Informatiker noch weiter in das Thema eingetaucht. Ein Ergebnis seiner Forschungen ist das Messgerät, das die Gründer auf den Namen VestiFi-Box getauft haben. Auf Basis dieses unscheinbaren Gerätes, an dem außen lediglich ein paar Antennen stecken und das kaum von einem handelsüblichen WLAN-Router zu unterscheiden ist, werden Beratungsdienstleistungen für Unternehmen erbracht.

Die Anwendungsszenarien sind vielfältig: „Das reicht von der einfachen Suche nach Ursachen von Problemen mit dem Funknetz bis hin zur konzeptionellen Beratung, wie Büros, Lagerhallen oder Produktionsstätten optimal mit WLAN aus- oder umgerüstet werden können“, skizziert Robert Ziemann das Beratungsspektrum von VestiFi. Als gelernter Elektroinstallateur und studierter Elektrotechniker komplettiert er das Team.

Die Gelegenheit, mit der Idee eine Unternehmensgründung voranzutreiben, ergab sich im Rahmen des EXIST-Programmes des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Unterstützt wurden die drei Unternehmer vom Zentrum für Entrepreneurship der Universität Rostock und dem Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommern, die ihnen seit 2014 mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der Startschuss fiel dann im Januar dieses Jahres.

Seitdem werden nicht nur Messgerät und Software weiterentwickelt, sondern auch Gespräche mit potenziellen Kunden geführt. Ein Auftrag ist dabei schon herausgesprungen. Aktuell berät VestiFi ein mittelständisches Unternehmen aus der Medizintechnik beim Neuaufbau einer WLAN-Installation im Warenlager. Zudem wird die vorhandene WLAN-Infrastruktur des Verwaltungsgebäudes auf Herz und Nieren geprüft.

Die Auftragslage gibt Grund zu Optimismus: „Wir haben noch einen weiteren Auftrag aus dem Hamburger Raum in der Pipeline und planen Gespräche mit einem Großunternehmen im Raum Frankfurt,“  so Christoph Müller. Die Vision der Gründer ist jedoch weitreichender. Sie wollen, dass sich alle Unternehmen an VestiFi wenden, wenn das WLAN nicht rundläuft.

Pressemitteilung – Universität Rostock

 

 


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