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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Wale vor unserer Haustür

Populationen, Forschung und Gefahren

Schweinswale sind die derzeit einzigen in der Nord- und Ostsee heimischen Wale. Obwohl es viele Tiere in der Nordsee und in den Gewässern um die dänischen Inseln gibt, ist die einzigartige Population der inneren Ostsee vom Aussterben bedroht.

Um zu erfassen wo sich diese seltenen Tiere aufhalten, müssen Forscher vom Deutschen Meeresmuseum neue Wege beschreiten. Automatisierte Logger zur Erfassung der Echoortungssignale wurden seit 2002 in der Ostsee ausgebracht und erlauben es heute eine Bestandsabschätzung vorzunehmen und saisonale Wanderungen zu analysieren.

So ergeben sich auch Hinweise darauf, warum diese Tiere sich genetisch und morphologisch von den Tieren in der dänischen Beltsee getrennt haben.

Obwohl Schweinswale die einzigen heimischen Wale sind, können Finnwale, Große Tümmler, Gemeine Delfine und viele weitere Wal- und Delfinarten von Zeit zu Zeit vor unseren Küsten beobachtet werden. Einige dieser Arten sind häufige Gäste in unseren Gewässern, während von anderen nur ein einziges Mal berichtet wurde. Aufsehen erregen Strandungen von Pottwalen in der Nordsee von denen bereits seit dem Mittelalter berichtet wird – lange bevor der Mensch in den Lebensraum Meer eingriffen hat.

Pottwale erbeuten in Tiefen von 500 – 3000 Meter Tinten- und Tiefseefische. Die flache Nordsee bedeutet für sie Stress, Orientierungslosigkeit und Versagen der Echoortung – ihr wichtigster Sinn um Nahrung zu finden und zu kommunizieren. Die Tide führt dazu, dass innerhalb von sechs Stunden große Areale des Wattenmeeres trocken fallen. Die Pottwalfalle Nordsee schnappt zu. Die gestrandeten Wale überhitzen, können schwer atmen und verenden meistens nach einigen Stunden oder Tagen.

Das eigentliche Unglück passiert jedoch vorher: Nördlich Schottlands schwimmen die Wale in die Nordsee statt in den offenen Atlantik. Sind Tintenfische durch Meeresströmungen verdriftet, ist das Erdmagnetfeld gestört, oder ist Unterwasserlärm eine der möglichen Ursachen?

Termin: Am 27. April. 2016, 18.00 – 19.00 Uhr, Hörsaal 323, Universitätsplatz 1 (Universitätshauptgebäude), hält Michael Dähne (Meeresmuseum Stralsund) einen Vortrag zum Thema: „Wale vor unserer Haustür: Populationen, Forschung und Gefahren“.
Die Veranstaltung ist öffentlich.

Pressemitteilung – Universität Rostock

 


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